"Knallharte Selektion" findet ja nun beileibe nicht statt. Wobei es schon sinnvoll ist zu fragen: Wo ist wer prinzipiell eigentlich besser aufgehoben, um EIGENSTÄNDIG sein Leben bestreiten zu können. Jetzt erstmal unabhängig davon, dass das für Krisengebiete wie Syrien eh keine relevante Frage ist, weil dort schlicht unlebbare Zustände herrschen.
Aber: ich nehme jetzt mal ein Land wie Tansania, wo ich ja kürulich mal war. Ein - bis auf Sansibar - eher sehr friedliches, aber brutal armes Land (nach unseren Maßstäben). Dort gibt es jede Menge Menschen, die sich - völlig unqualifiziert nach unseren "Anforderungen" bis hin zum massenhaftenb Analphabetentum - irgendwie durchschlagen. Dabei aber unter Bedingungen leben, die unsereinem sehr, sehr schwer fallen würden. Würde ich da jetzt unsere Kriterien von einem "guten Leben" anlegen, müssten die völlig verzweifelt sein ob ihrer Lebensumstände und eigentlich unbedingt sich aufmachen, um nach Europa zu fliehen, wo ja das angeblich gelobte Land herrscht. Ich habe dort aber trotz alolem unheimlich freundliche und auch glückliche Menschen gesehen. Offenbar haben sie andere Kriterien, die für uns schlicht nicht zum Glück zählen. Ich glaube kaum, dass die sich in D in irgendeinem Flüchtlingsheim glücklicher fühlen würden als dort in ihrem kargen, aber gewohnten Leben, mit dem sie sich irgendwie arrangiert haben. Aber natürlich spüren sie auch zunehmend den Mangel. Jeder hat ein Handy. Vor allem die jungen Leute haben auch mal Internet und sehen plötzlich: woanders lebt man anders. Vielleicht ist das besser! Nur: Was sie da als womöglich besseres Leben sehen, ist hier ja nicht voraussetzungslos. Als ungelernter Analphabet würden sie hier womöglich ein wesentlich schwereres Überleben fristen, als dort in ihrem Umfeld.
Insofern gibt es schon rationale Kriterien für das, was du hier - mit wahrscheinlich gewollter Assoziation - als "knallharte Selektion" bezeichnest.
Nicht alles, was vordergründig "human" aussieht, muss es auch sein. Es ist allemal besser, man kümmert sich ernsthaft um die stetige Verbesserung der Perspektiven vor Ort, als dass man das zwiespältige Heil der Flucht fördert. Hoffnung ist der Schlüssel, der die Leute zum Bleiben bewegt - oder zum Abhauen.
Wer da ist muss gut behandelt werden. Aber manch einer wird sehr bald einsehen, dass es zu Hause nicht schlechter war. Weil in vielerlei Hinsicht lebenswerter. Und es ist nicht unmoralisch, dieses Bewusstsein zu fördern.
----------- Ein Beitrag zur Friedensstiftung und ein leuchtendes Beispiel ueberschwaenglicher Willkommenskultur! |