MARKTUMFRAGE/Nach Montagsverlauf eher verhaltene Stimmen 04.01.2005 14:10 Headlines Tendenziell weiter bullish sind die von Dow Jones am Dienstag befragten Technischen Analysten. Jedoch sorgt der überraschende Kursrückgang in den USA gleich am ersten Handelstag des Jahres für verhaltene Stimmen. So sieht Ansgar Krekeler von der WGZ-Bank den DAX weiter in einem intakten, aber flacheren Aufwärtstrend steigen. Platz sei dort noch bis 4.380 Punkte. Die Dynamik habe jedoch stark nachgelassen und auf neue Kurshochs komme es immer wieder zu hohem
Abgabedruck. Dies zeige eine starke Skepsis im Markt, die nach Behavioural Finance allerdings positiv gedeutet werden könne: Die Marktteilnehmer seien damit zumindest noch nicht überinvestiert. Zudem sei den Bären bisher nicht gelungen, eine echte Konsolidierung durchzusetzen. Mittelfristig rechnet Krekeler daher mit 4.500 Punkten im DAX. Allerdings müssten sich die US-Märkte nun schnell erholen und der DAX Dynamik aufbauen, ansonsten könnte die Gefahr einer bearishen Keil-Formation drohen.
Auch Hans-Peter Reichhuber von der Bayerischen Landesbank (BLB) sieht den übergeordneten Trend im DAX noch als ungefährdet an, weist jedoch ebenfalls auf
die verschlechterte Charttechnik in den USA hin. Mit dem Kursrückgang am Montag
sehe es vor allem für die kurzfristigen Aufwärtstrends schlechter aus. Klare Signale für eine Trendwende seien daraus aber noch nicht abzuleiten, Anleger sollten weiter ""the trend is your friend"" beherzigen und mit Stops investiert
bleiben, rät der Analyst. Dafür spreche zudem der günstige Saisonzyklus und die
Advanced-Decline-Linie in den USA. Sie habe vor Trendwenden bislang immer erkennbare Warnsignale gegeben; dies sei aber bisher noch nicht geschehen. Für Trader hält Reichhuber einen Stop im DAX auf der Unterstützung bei 4.260 für sinnvoll, darunter bei 4.230/40 und 4.155/76.
Kurzfristig skeptischer geworden ist dagegen Marcel Mussler, Herausgeber der Mussler-Briefe. Er stellt nach dem schwachen Verlauf des Montags in den USA fest: ""Die ersten Signale des neuen Jahres sind Verkaufssignale"". Der übergeordnete Bullen-Trend sei davon zwar noch nicht berührt, jedoch würfen die
dadurch entstandenen Revearsal-Kerzen im Candlestick-Chart das Thema ""Korrektur"" wieder ganz neu auf. Die am Montag entstandene Kerze gebe ein Zeichen für den Abbruch der Longseite, rät Mussler. Vor allem im Nasdaq-Composite sollten Longpositionen verlassen und der Markt fallen gelassen
werden. Im DAX sieht Mussler ein Rückschlagpotenzial bis auf 4.175 Punkte.

Gruß Pichel |