Manchmal, wenn ich frühmorgens wach liege und an eines der kleinen Probleme denke, die einem als Rentner jeden Tag begegnen und für die ich dankbar bin - denn gäbe es keine Herausforderungen mehr wäre das Leben zwar harmonischer aber auch langweiliger - frage ich mich warum Frieden und Harmonie auf Dauer den Menschen nicht gut zu tun scheint.
Langwährende Harmonie war in der menschlichen Entwicklung eher die Ausnahme von der Regel. Wenn es den Eseln zu wohl wurde, fingen sie Kriege an und erst als ihnen aufgrund dieser wieder unwohl wurde sehnten sie sich zurück nach Frieden und Harmonie.
Erst seitdem es die Atombombe gibt und Raketen, die sie mit großer Präzision über den halben Erdkreis ins Ziel befördern können ist "Ruhe" eingekehrt. Nach wie vor wurden und werden immer irgendwo auf der Welt kleine konventionelle Kriege geführt aber das große Kräftemessen zwischen den großen Blöcken blieb bislang aus .... dank der Bombe.
Ich frage mich jedoch, ob es so bleiben wird, wenn der Nationalismus und Faschismus wieder die Oberhand gewinnt. Zwar sehe ich die Gefahr nicht so sehr bei den Supermächten, die das Prinzip der MAD (Mutual Assured Destruction) verinnerlicht haben aber wir müssen davon ausgehen, daß in 10 Jahren nicht nur Israel, Südafrika, Indien, Pakistan und Nordkorea die Bombe haben sondern auch Länder wie Iran und Saudi Arabien und Brasilien und andere und hier sehe ich die größte Gefahr für einen nuklearen Krieg.
Vielleicht verschafft die Corona Pandemie und die sich daraus ableitenden Miseren überall auf der Welt der Menschheit wieder ein Element des Unwohlseins, der Disharmonie, der Spannung, das sich auf ihr Konfliktpotential positiv auswirkt. Dann hätte Corona auch etwas Gutes und Positives bewirkt.
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