08.12.2011 | 10:13
Deutsche Börse/NYSE-Fusion: Neue Zugeständnisse an Brüssel
Frankfurt (BoerseGo.de) - Um ihre Megafusion mit der NYSE Euronext doch noch zu retten, erwägt die Deutsche Börse weitere Zugeständnisse gegenüber der europäischen Wettbewerbsbehörde. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwochabend aus Unternehmenskreisen berichtete, soll es dabei um die Abspaltung diverser Derivate-Geschäfte gehen.
Zwei Personen aus dem Umfeld des Unternehmens sagten gegenüber Reuters, dass die Deutsche Börse Brüssel anbieten wolle, aus den abgespalteten Geschäftsbereichen einen neuen eigenständigen Konkurrenten zu bilden. "Das ist ein Ass, das wir im Verhandlungspoker mit der EU-Kommission noch in der Hinterhand haben", zitiert Reuters einen Insider.
Damit würden die beiden Handelsplätze ihre Zugeständnisse, die sie bereits Mitte November der EU-Kommission angeboten hatten, erweitert. Vergangenen Monat wollten die Börsen die wettbewerbsrechtlichen Bedenken der Behörde durch die Abspaltung eines Teils des Derivate-Geschäfts zerstreuen. Außerdem sollte deren Abwicklung - das so genannte Clearing - über die Tochter Eurex auch anderen Börsenbetreiber ermöglicht werden.
Die Deutsche Börse betonte am Mittwochabend, dass sie die Fusion jedoch nicht um jeden Preis haben wolle. Schließlich gelte das Derivate-Geschäft als "Goldesel der Deutschen Börse", so ein Händler gegenüber Reuters. Börsen-Finanzchef Gregor Pottmeyer sagte laut Reuters: "Die industrielle und ökonomische Logik dieses sinnvollen Mergervorhabens darf durch wettbewerbsrechtliche Auflagen nicht gefährdet werden. Wir wollen die Transaktion - aber nicht um jeden Preis." (© BörseGo AG 2011 - Autor: Susanne Schulz)
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