zum Nachdenk für das Wochenende Die Kunst des Möglichen. „Um die Zukunft einer Geldanlage abzuschätzen, müssen wir die Nerven, Hysterien, ja sogar die Verdauung und Wetterfühligkeit jener Personen beachten, von deren Handlungen diese Geldanlage weitgehend abhängt.“ Bereits vor mehreren Jahren untersuchte John Maynard Keynes, renommierter Nationalökonom und Berater des britischen Schatzkanzlers, den Zusammenhang zwischen Geld und Gefühl. Sein Fazit: „Drei Dinge treiben den Menschen zum Wahnsinn. Die Liebe, die Eifersucht und das Studium der Börsenkurse.“
Auf dem Frankfurter Parkett wird der Wahnsinn täglich zelebriert. Hoffnungen und Ängste werden dort gehandelt – nicht bloße Aktienwerte. „Gleich könnte, gleich müßte, gleich dürfte . . .“ – der Konjunktiv regiert das Geschäft.
Die Psyche des Geldes. „Die Börse reagiert gerade mal zu zehn Prozent auf Fakten. Alles andere ist Psychologie“, weiß Börsenaltmeister André Kostolany. Wer die Emotionen seiner Mitstreiter durchschaut, ist dem Rest der Meute weit voraus. Dafür gibt es kein Patentrezept – allenfalls einige Theorien. |