Keine Angst vor wüsten Prinzen
Im neuen „Tatort“ aus München führen sich arabische Diplomaten auf wie die Axt im Wald. Die Kommissare dürfen ihnen beim Koksen und Rumballern nur zugucken. Eine echte Gesetzeslücke? Der Sonntagskrimi im Realitätstest. 14.09.2014, von Uwe Ebbinghaus http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/...icle=true#pageIndex_2
Das Interessanteste wie so häufig am Schluss: "Prinz Nasir zu Leitmayr und Batic: Ich kann mit 180 durch München fahren. Ich kann koksen, so viel ich will, ich kann in der Disco rumballern. Ich kann machen, was ich will. (Minute 84)
Gemessen an der Realität hat der Prinz doppelt unrecht. Weder genösse er als Konsularbeamter in seinem Privatleben Immunität, noch müsste das deutsche Auswärtige Amt, das solche Problemfälle allerdings nicht publik macht, sein Auftreten dulden, wenn er zur Botschaft gehörte. Gastländer haben auch eine Handhabe gegen auffällig werdende Diplomaten. Sie könne diese sogar „ohne Angabe von Gründen“ zur persona non grata erklären.
Warum diese Möglichkeiten angesichts der Vergehen des Gaddafi-Sohns Saif al-Arab, der von 2006 bis 2010 in München lebte und gegen den wegen mehrerer Delikte ermittelt wurde, seinerzeit nicht ausgeschöpft wurden, ist nicht bekannt. Aus einer Erklärung des Auswärtigen Amts aus dem Jahr 2012 geht sogar hervor, dass Saif al-Arab nicht einmal diplomatische Immunität genoss. Der Gaddafi-Sohn hat die Figur des Prinz Nasir merklich inspiriert.
Vor diesem Hintergrund wirkt die vermeintlich hilflose Ohrfeige Leitmayrs gegen den Generalkonsul Kumars um so fragwürdiger. Sein Ermittlungs-Hemmnis ist aus rechtlicher Sicht vollkommen künstlich." ----------- Tja, kann ja so sagen, kann nichts dazu sagen, ob das sein kann, oder nicht. |