qua Fiktion ableitbar in die Wohnzimmer zu transportieren, das fehlt gerade noch. (Mir schon, deshalb schaue ich mir "Tatort" nicht an, beobachte jedoch sorgfältig die Rezeption.)
Worum es nach meiner Auffassung den Machern nicht nur, aber auch stets geht: ein Massenpublikum auf die real existierenden Verhältnisse einzustimmen und einzustellen.
Dazu ein Beispiel aus der Vergangenheit, bezogen auf die mit "Tatort" vergleichbare Derrick-Serie: Ich hab mir erzählen lassen, dass in Zeiten außerparlamentarischer Opposition incl. terroristischer Umtriebe der Inspektor in einer Folge in der Endphase der Ermittlungen vor dem Zugriff Panzer hat auffahren lassen. Diese markante Szene erscheint mir für den Plot unverzichtbar und wurde kreiert, um den Zuschauern vorsorglich und nachdrücklich die Handlungsfähigkeit und -bereitschaft der Staatsgewalt in für sie "kritischen" Situationen vor Augen zu führen, frei nach dem Motto: "Harry, fahr schon mal die Panzer vor!" (Das eingestellte Bild könnte eine Fotomontage sein, was aber die Glaubwürdigkeit meiner Quelle nicht berührt. Die Szene hat es gegeben, beizeiten lässt sich das nachprüfen).
Derariges ist natürlich gegenwärtig undenkbar, wenn vergleichsweise harmlose Themen wie "Jugendgewalt" - vor dem Hintergrund der Problematik "Gewalt im Fernsehen" zu sehen! - im Vordergrund stehen. (Ein netter Nebenaspekt übrigens der angesprochenen historischen (natürlich vergessenen) Sendung: der Hauptdarsteller war bei der Panzer-SS. Das weiß ja fast jeder inzwischen.)
Die m.E. teils vorzüglichen Beiträge von @newage haben mich zu diesem Einwurf ermutigt, unabhängig von Erwägungen, ob er meine Auffassung nun teilt oder nicht.
Moderation Zeitpunkt: 13.05.14 10:13 Aktion: Löschung des Anhangs Kommentar: Bildrechtsverletzung vermutet, andernfalls bitte widersprechen
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