hab grad ne mail vom vu wpp bekommen (dürfte dich intressieren wolltest ja generell was über argent. anleihen wissen):
anbei finden Sie die akutelle Stellungnahme zu Argentinien:
Argentinien hat am Dienstag mit dem IWF einen neuen letter of intent unterzeichnet. Wenngleich noch keine Details veröffentlicht wurden, dürfte sich die argentinische Regierung verpflichtet haben ihre Bemühungen endlich eine Schuldenrestrukturierung herbeizuführen zu verstärken. Dem Vernehmen nach wird Wirtschaftsminister Lavagna vom 22. März bis 16. April in Buenos Aires mit Gläubigervertretern zu Gesprächen zusammen treffen. Die offizielle argentinische Position (das Dubai-Angebot nicht zu verbessern) ist offiziell zwar noch aufrecht, allerdings scheint der internationale Druck der EU, der USA und des IWFs genutzt zu haben und dürfte aller Voraussicht nach Argentinien bewegen das Angebot marginal nachzubesssern. Eine denkbare Variante wäre hier die Zinsrückstände einzubeziehen und die Ausstattung des sogenannten Wachstumsbonds soweit zu konkretisieren, daß bei günstigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der barwertige Verlust für diese Anleihe nur 75% beträgt.
Die Regierung möchte die Umschuldung bis Ende Mai/Anfang Juni abschließen, was bedeuten würde, daß mit einem konkreten Umschuldungsangebot aus heutiger Sicht ungefähr Anfang Mai zu rechnen ist. Die vor wenigen Wochen genannte anvisierte Zustimmungsrate zu der Umschuldung von 50 bis 66% wurde von internationalen Institutionen als zu niedrig kritisiert. Auch hier hat die argentinische Regierung informell Bereitschaft erkennen lassen das Ziel höher zu stecken, was allerdings ohne Nachbesserung des Angebots schwierig sein dürfte. Die Zustimmungsrate dürfte auch wesentlich davon abhängen wie sich der weitere Erfolg der Kläger in den USA entwickelt. Nach dem die Gläubiger vor Gericht recht bekommen haben, gestaltet sich die Suche nach pfändbaren Assets schwierig. Ebenso ist noch nicht klar ob Gläubiger mit einem Rechtstitel internationale Zahlungen der Republik Argentinien (etwa an den IWF oder die Inhaber von Boden-Anleihen) pfänden dürfen oder nicht. Möglicherweise gibt es in den nächsten 2 Monaten darüber mehr Klarheit.
Bei der speziellen Anleihe mit der Nummer 191233 war die Bank Austria lead manager. Das Treasury der BA stellt täglich Quotierungen, allerdings zu nicht sehr kundenfreundlichen Konditionen: Die BA quotiert derzeit einen Kurs von bid 21 / ask 25. Man muß allerdings auch anmerken, daß das Emissionsvolumen dieser Anleihe mit rund 73 Mio. EUR sehr niedrig war. Ein außerbörslicher Verkauf scheint jerderzeit möglich, allerdings scheint hier Vorsicht geboten da man durch den hohen bid/ask-Spread zusätzliche Verluste einfährt. Zum Vergleich die benchmark-Anleihe 7% Dezember 2008 handelt derzeit bei 28,4 / 28,6.
Zum derzeitigen Zeitpunkt sollten die Anleger den Beitritt zu einer Interessensvertretung kritisch betrachten. Nach wie vor gilt das Prinzip der Gleichbehandlung aller Gläubiger. Egal ob Mitglied einer Interessensvertretung oder nicht, es sieht so aus als ob alle Gläubiger die gleichen Konditionen bei der Umschuldung erhalten werden. Weder von Seiten des IWF noch von Seiten der Argentinier gab es bislang anderslautende Äußerungen. Entsprechende Aussagen von Gläubigergruppen sollten unter dem Aspekt ihrer Existenzberichtigung mit Vorsicht bewertet werden. Eine Empfehlung bezüglich des Beitrittes gibt die Erste Bank nicht ab. Diese Entscheidung liegt beim Anleger.
Aufgrund der derzeit ungünstigen Verkaufsbedingungen am Sekundärmarkt (21 bei BA im Vergleich zu einem "Marktpreis", welcher die Erwartung einer recovery rate bei der Umschuldung impliziert von 28,5), sollte man erwägen ob man nicht auf das Umschuldungsangebot wartet, die Umschuldung mit macht und erst danach mit einer liquiden Anleihe nocheinmal die Optionen (halten oder verkaufen, je nach Risiko-/Ertragsabwägung) evaluiert
Trotz sorgfältiger Bearbeitung können wir keine Haftung für die Vollständigkeit und Richtigkeit der Informationen übernehmen. |