Die Nachricht verbreitet sich wie ein Lauffeuer. TV, Presse und Spitzenpolitiker überschlagen sich mit Lob. Die türkische Regierung hat angekündigt, in Istanbul den ersten Neubau einer Kirche seit 100 Jahren veranlassen zu wollen. Eine bloße Ankündigung, die ihre Wirkung nicht verfehlt, obschon noch ... Das beeindruckendste Statement kommt vom Aramäer und humanitären Helfer für durch den IS vertriebene Flüchtlinge “Mike Malke”. Er trifft den Nagel gleich mehrfach auf den Kopf, wenn er schreibt:
“Die Türkei erlaubt, dass eine Kirche gebaut wird?
Jetzt wo sich der Völkermord an den Assyrern/Aramäern, Armeniern, Pontosgriechen und Eziden zum 100. Mal jährt, erlaubst du liebe Türkei, dass eine Kirche gebaut wird? Perfektes Timing…
Liebe Türkei, gib uns stattdessen die tausende von Kirchen zurück die du uns weggenommen hast und lass die Finger von unseren Klöstern!
Liebe Türkei, erlaube es uns endlich wieder Priester ausbilden zu lassen!
Liebe Türkei, du willst den Christen helfen?
Wie wäre es wenn du die Hilfsgüter nach Syrien und Irak durchlässt und die ISIS aufhältst?
Bisher handelst du umgekehrt!
Liebe Türkei, du willst den Opfern helfen?
Wie wäre es wenn du Krankenhäuser für die Opfer bereitstellst und die Täter aufhältst?
Bisher handelst du umgekehrt!
Liebe Türkei, du erlaubst, dass eine Kirche gebaut wird?
Ich will dieses “Geschenk” nicht haben!”
Es bleibt festzuhalten, dass diese Ankündigung vor allem einen Nutznießer hat. Das ist einzig und allein die türkische Regierung inklusive ihrer Lobbyverbände im Ausland.
Wir haben es weder, wie es z.Zt. verbreitet wird, mit einem Zeichen der Toleranz zu tun noch bringt die Ankündigung, egal ob sie in die Tat umgesetzt wird oder nicht, die aramäischen Christen der Türkei auch nur einen Steinwurf näher zu Rechtssicherheit oder gar Gleichberechtigung gegenüber der Mehrheitsbevölkerung. Der Wolf hat in der Tat Kreide gefressen. Ein Wolf bleibt er aber dennoch..... |