Gastbeitrag von Gabor Steingart: Warum die US-Sanktionen nicht Putin oder Xi treffen - sondern uns -------------------------------------------------- ... US-Präsident George W. Bush erließ 3484 Sanktionen gegen Firmen, Einzelpersonen, Nationen und Organisation in acht Jahren Präsident Donald Trump brachte zwischen 2017 und 2020 rund 3900 Sanktionen gegen den gleichen Personenkreis auf den Weg. Das waren vier Sanktionen pro Werktag. Mit der Amtsübernahme durch Joe Biden hat sich das Tempo enorm erhöht. Heute betreiben die USA aus dem Finanzministerium heraus 70 unterschiedliche Sanktionsprogramme, die 9000 Nationen, Einzelpersonen, Staaten und Organisationen betreffen. Agathe Demarais spricht in ihrem Buch „Backfire“ vom „Sanction Overkill”.
Sanktionen wirken nicht bei Gegnern, aber bei befreundeten Nationen
Warum das insbesondere für deutsche und europäische Firmen gefährlich ist?
Weil die USA entdeckt haben, dass Sanktionen zwar nicht bei den Gegnern wirken, aber dafür im Lager der eigenen Freunde und Wirtschaftspartner umso effektiver sind. Die nämlich werden zur Beendigung ihrer bislang erfolgreichen Wirtschaftsbeziehungen – z. B. nach Kuba, Iran, Russland und China – gezwungen und an die Seite der Amerikaner gedrückt.
Ein Sanktionsmonopol entsteht, dass die Marktkräfte beiseite schiebt. In Ermangelung von Alternativen kaufen Deutsche, Franzosen und andere NATO-Staaten nun in den USA ein, notgedrungen auch teures Flüssiggas. ... https://www.focus.de/finanzen/news/...utsche-firmen_id_185155134.html |