„Knallrechts“ statt Linksrutsch
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Trotz der Euphorie in manchen europäischen Hauptstädten warnt Reitz vor Fehlinterpretationen. Die Annahme von Bundeskanzler Friedrich Merz, das Ergebnis sei ein Erfolg gegen den Rechtspopulismus, sei nur die halbe Wahrheit. Grund für die Wahlniederlage von Orbán sei nicht etwa sein Rechtspopulismus gewesen. Denn, so Reitz: „Ungarn hat knallrechts gewählt und nicht links.“ Sozialdemokraten, Grüne und Liberale spielen im neuen Parlament mit null Sitzen schlicht keine Rolle mehr.
Die Gründe für Orbáns Niederlage waren demnach weniger ideologischer Natur, sondern lagen in der konkreten Unzufriedenheit der Bürger.
Was sich unter Péter Magyar ändert – und was bleibt
Der neue Ministerpräsident Péter Magyar gilt zwar als Hoffnungsschimmer für die EU, doch in Sachfragen bleibt er hart. „Magyar hat überhaupt nicht vor, die Einwanderungspolitik von Viktor Orbán zu ändern“, betont Reitz. Auch bei der Klimapolitik und dem „Green Deal“ sei keine Euphorie zu erwarten.
Sein Fazit fällt nüchtern aus: Während die destruktive Blockadepolitik Orbáns endet, bleibt Ungarn ein Land mit einer tief verwurzelten konservativ-rechten Identität. Die Ära Magyar verspricht mehr Kooperation und Professionalität, aber keine Abkehr von nationalen Kerninteressen. |