bringt Stabilität in den Ertrag
Mit einer Kapitalerhöhung im Verhältnis 4:1 wirbt derzeit die Tonkens Agrar AG, der zweitgrößte deutsche börsennotierte Landwirtschaftsbetrieb, um neue Anleger. Die jungen Aktien sollen zu einem Preis von 18,75 Euro ausgegeben werden.
Tonkens hat eine ausgeklügelte Produktionsstruktur mit einer gesunden Fruchtfolge, die im Wechsel Kartoffeln, Zwiebeln, Mais und Zuckerrüben sowie Grünfutter für die 750 Melkkühe hervorbringt. In wenigen Wochen soll es auch die erste sogenannte „Metallkuh“ geben – die erste eigene Biogasanlage, in der die Abfälle des eigenen Betriebes verstromt werden.
Die Abfälle in Form von Kartoffel- und Zwiebelschalen reichen nicht nur für eine, sondern für zwei Biogasanlagen. Gerrit Tonkens, der Gründer und Mehrheitsaktionär, möchte die Biogasanlagen nicht mit Mais beschicken, sondern nur mit Reststoffen, um die Kreislaufwirtschaft richtig „rund“ zu machen. Gleichzeitig hat die Biogasanlage den Vorteil, dass sie durch die Einspeisung von Strom zusätzliche Erträge bringt, wenn die Kartoffelpreise mal nicht mehr hausieren sollten.
Derzeit hat Tonkens allen Grund zur Freude. Wurden im vergangenen Jahr die Erdgewächse noch zu 120 Euro je Tonne an die Kunden abgegeben, so liegen die Preise in der Zwischenzeit bei mehr als dem Doppelten. Die letzten Geschäfte sollen mit 260 Euro je Tonne abgewickelt worden sein. 40.000 Tonnen Kartoffeln pro Ernte kann die Tonkens-Gruppe einlagern und bis zum Frühsommer des nächsten Jahres für die Kunden in optimalem Zustand konservieren. Da jedoch auch die Nachfrage nach geschälten Kartoffeln immer weiter steigt, will Tonkens im September auch eine vollautomatische Schälanlage in Betrieb nehmen, die die Wertschöpfung nachhaltig erhöht.
Es erstaunt daher nicht, dass die Analysten der WGZ-Bank kontinuierlich steigende Erträge sehen: Lag im Geschäftsjahr 2009/2010 das EPS noch bei 1,22 Euro, so wird für das in wenigen Wochen zu Ende gehende Geschäftsjahr 2010/2011 (30.06.) ein Ergebnis je Aktie von 2,40 Euro prognostiziert. Mit der Ausweitung der Veredelungstiefe, aber auch durch die Einnahmen aus den alternativen Energieanlagen sollen es dann im nächsten Jahr mehr als 3 Euro je Aktie werden. Auf diesem Niveau ist die Aktie alles andere als teuer. Ich rate zum Bezug der jungen Anteilsscheine, denn spätestens dann, wenn die Zahlen für das Geschäftsjahr 2010/2011 bekannt werden, sollte der Knoten platzen und der Kurs zu einem Aufschwung ansetzen, denn die Aktie muss vom Megatrend der immer teurer werdenden Nahrungsmittelpreise profitieren.
Ihr Christoph Martin http://www.financial.de/kolumnen/...-bringt-stabilitat-in-den-ertrag/ |