Endlich ein entschlossener Schritt“ – das war der Kommentar meiner gegenwärtigen Gastgeber tief im Herzen Russlands, an der Wolga, abends um 21.00 Uhr vor dem Fernseher, auf dem im zweiten Programm die Abendnachrichten laufen. Man ist schon müde von den sich seit Wochen wiederholenden Nachrichten über Sanktionen, die beschlossen wurden, neuen Listen, die in Vorbereitung sind, verschärften Maßnahmen, die angedroht werden. Wofür? fragt sich der russische TV-Zuschauer. Was haben wir getan? Wo liegt der Sinn?
Aber letztlich ist doch klar, so die einhellige Sicht der Dinge, gleich wen ich befrage, dass die Sanktionen auf die Dauer Russland nur stärker machen werden. Man erinnert sich an 1998, wie es nach dem großen Spekulationskrach vor sich ging. Es dauerte keinen Monat, da hatten die russischen Betriebe bereits die Initiative ergriffen. Überall, wo vorher nur Westprodukte zu kaufen waren, tauchten auf einmal „vaterländische“, also heimische Produkte auf. Und wie im Kleinen, so im Großen: Der Kapitalmarkt löste sich aus der Kreditgefangenschaft von IWF und Weltbank. Das Land kam wie frisch geduscht, glatt rasiert und neu eingekleidet aus dieser Krise hervor.
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