Ökonomen streiten über Verteilungsfrage

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30.10.25 09:37 #199501 'Es gibt den Spruch, vom Regen in die Tr.
Konservative sagen, vermeintliche oder echte Schwächen, Mängel und Fehlentwicklungen in der westlichen Demokratie hätten in der Mehrheitsbevölkerung den Hunger nach Alternativen begründet. Eine quasi-natürliche Reaktionsweise des gesunden Menschenverstandes, denn man habe verständlicherweise Angst um den 'Wohlstand'.

Wo er tatsächlich hin will, der gesunde Menschenverstand, zeigt uns das gebenedeite Sowjetrussland, das - im aktuellen Zyklus weit fortgeschritten - den Nachzüglern als Blaupause dient, gleich gefolgt von den USA, deren Präsident gerade sofortige Atomwaffentests angeordnet hat. Ihr logisches Ziel ist die Zertrümmerung jener Lebensbedingungen, die den Wohlstand um den man angeblich zittert erst hervorgebracht haben.  Dieser gesunde Menschenverstand will kein besseres oder sicheres Leben, sondern das Gegenteil, nämlich den endlosen Kampf ums Sein, der final mit dem eigenen Selbstopfer gekrönt werden soll.

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it's the culture, stupid
30.10.25 09:57 #199502 'dem Grundgedanken der Demokratie'
'Doch drückst du auch ein grundsätzliches Misstrauen aus gegenüber den Mehrheiten und somit auch gegenüber dem Grundgedanken der Demokratie und das machen eben auch die gewählten Repräsentanten öfter'

Das was die Leute im Kopf haben, bestimmt - sofern mit den Naturgesetzen vereinbar und keine überwältigende äussere Macht dagegen spricht - die Bedingungen ihrer kollektiven Existenz. Das gilt immer, egal welche Form politischer Herrschaft sie bevorzugen. Die Form ist die abhängige Variable und nicht das Denken.  
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it's the culture, stupid
30.10.25 10:54 #199503 Löschung

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Zeitpunkt: 30.10.25 14:01
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Kommentar: Unzureichende Quellenangabe

 

 
30.10.25 12:07 #199504 Bill Gates kritisiert Weltuntergangssicht
Bill Gates kritisiert „Weltuntergangssicht auf Klimawandel“

Microsoft-Gründer Bill Gates warnt vor einer übertriebenen „Weltuntergangssicht auf den Klimawandel“. Er sei zwar ein ernstes Problem, werde die Menschheit aber nicht vernichten. Entscheidender sei, Armut und Krankheiten zu bekämpfen.

Artikel von Welt.

https://www.welt.de/vermischtes/...tergangssicht-auf-klimawandel.html

mfg.meht.  
30.10.25 13:03 #199505 Angst
Zitat fill: Dieser gesunde Menschenverstand will kein besseres oder sicheres Leben, sondern das Gegenteil, nämlich den endlosen Kampf ums Sein, der final mit dem eigenen Selbstopfer gekrönt werden soll.

Soll man dann dem ungesunden Menschenverstand folgen? Das kann es ja nicht sein!
Dann gibt es noch die Gefühle, und die gehören nicht immer zum gesunden Menschenverstand.

Ich denke die kollektive Vernunft strebt schon eher nach Stabilität, Sicherheiten, Wohlstand, Nachhaltigkeiten aber auch nach "Gerechtigkeiten", immer alles aus der eignen Perspektive, ist immer alles relativ und von den Umständen abhängig, aber nicht nach Elend,  Apokalypse und Abstieg, denn das kann man ja auch für sich selber ganz persönlich alles herbeiführen, dazu muss man wahrlich kein Genie sein. Daher überzeugt mich dein öfter genanntes Motiv, der nackte Überlebenskampf mit krönender Selbstopferung, nicht so. Können alle für sich selber erreichen, sofort und ist gratis, man landet dabei vielleicht im Knast oder stirbt. Sehnsucht nach einer kollektiven Apokalypse, das haben vielleicht ein paar Leute, aber das ist doch keine Massenbewegung mAn. Viele haben eher Angst.  















 
30.10.25 15:40 #199506 'Stabilität, Sicherheiten, Wohlstand'
Gefragt nach seinem Wollen würde das sicher fast jeder bejahen. Verhält sich der Befragte nun aber so, dass konstant das glatte Gegenteil eintritt, würdest du doch vermuten, dass mit dem behaupteten Wollen irgendwas nicht stimmen kann.  Dass da zumindest noch ein bislang nicht kommunizierter anderer Wille tätig wird, der autodestruktiv in das praktische Verhalten eingreift oder dieses gar steuert. Mit anderen Worten, du würdest das Resultat in Verbindung zur Intention bringen. Warum sollte dies bei einem kollektiven  Willen anders sein ?  
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it's the culture, stupid
30.10.25 18:07 #199507 Xivi, direkte Demokratie
setzt voraus, dass Verständnis für Minderheiten und ein gewisses Mass an Kompromissbereitschaft unter dem Wahlvolk vorhanden ist. Beides ist in den repräsentativen Demokratien um uns herum und "ännet em Teich" (in den USA) nicht zu finden. Das Majorzwahlrecht in GB, F, USA hat diese beiden Voraussetzungen sogar nachhaltig vernichtet. Insofern gebe ich Fill recht, ein direkter Systemwechsel käme meistenorts gar nicht gut. Frankreich muss ganz unten beginnen, Deutschland kann in kleinen Schrittchen üben, z. B. in Berlin, wenn es um die Gestaltung des Tempelhofer Felds geht.

Und fill, deine Annahme, "die Repräsentative Demokratie kann insofern als ein Tool besprochen werden, das den apokalyptischen Drang im Mehrheitswillen hemmt und den Prozess der Machtergreifung erschwert", stimmt solange bis die autodestruktiven Kräfte den 50 % Anteil überschritten haben. Dann brechen alle Dämme, dann wird es wirklich grausig. Wir haben es bereits erlebt, es passiert heute und es wird auch in der Zukunft geschehen. Die Frage ist nur, wo als nächstes.  
30.10.25 18:18 #199508 Die 50 % im Parlament überschritten, mein.
Und da braucht es an gewissen Orten nicht mehr viel. Wenn die SPD und das BSW unter die 5 % rutschen, ist es hier passiert:  

Angehängte Grafik:
screenshot_2025-10-30_at_18-12-....png (verkleinert auf 46%) vergrößern
screenshot_2025-10-30_at_18-12-....png
30.10.25 18:22 #199509 Dann wird auch noch die 5%-Hürde zum K.
30.10.25 18:32 #199510 ... und die Völkischen sind an der Macht!
30.10.25 18:38 #199511 Un dann kann das Volk in eurer repräsenta.
Demokratie nicht mehr auf die entfesselten, (auto)destruktiven "Repräsentanten" einwirken. Etwas, das in der CH hingegen immer mal wieder im Rahmen von Referenden gegen ein Gesetz passiert.  
30.10.25 18:49 #199512 'Dann brechen alle Dämme'
'Und fill, deine Annahme, "die Repräsentative Demokratie kann insofern als ein Tool besprochen werden, das den apokalyptischen Drang im Mehrheitswillen hemmt und den Prozess der Machtergreifung erschwert", stimmt solange bis die autodestruktiven Kräfte den 50 % Anteil überschritten haben. Dann brechen alle Dämme...'

Ich spreche von erschweren und hemmen, nicht von verhindern. Wenn die Mehrheitsgesellschaft in den Faschismus will dann kommt der auch, egal welche Form politischer Herrschaft es im Vorfeld gab. Das wäre auch in der Schweiz nicht anders und dann hätte es sich auch mit den Referenden.  
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it's the culture, stupid
30.10.25 18:53 #199513 Das stimmt, aber ich mache mir um
viele, viele Länder zurzeit mehr Sorgen als um die Schweiz...  
30.10.25 19:11 #199514 In der CH regieren seit 1959
die selben vier Parteien, zumindest auf Bundesebene, im Ministerverhältnis 2:2:2:1. Und dies gerade wegen der direkten Demokratie, die von der Regierung einen mehrheitsfähigen Konsens verlangt, weil ihre Entscheide sonst vom Stimmvolk abgeschossen werden. Insofern könnte dein Satz umgewandelt auch etwa so lauten:

"Die direkte Demokratie kann als ein Tool besprochen werden, das die Machtgier autodestruktiver Eliten zügelt und den Prozess ihrer Machtergreifung verunmöglicht."

Es ist halt eine Frage der Rahmenbedingungen und der demokratiepolitischen Evolution, was wo funktioniert oder eben nicht. Mancherorts funktioniert leider nichts von alldem...  
30.10.25 20:21 #199515 Löschung

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Zeitpunkt: 03.11.25 08:36
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Kommentar: Fehlender Bezug zum Threadthema

 

 
30.10.25 20:51 #199516 Nein
Erzähle mal.
33393920  
30.10.25 21:03 #199517 @xivi
Fachgespräche inkl. passender Termini technici finden sich hier:
https://www.ariva.de/forum/und-sie-stinkt-doch-586939

Okay, aktuell sind's noch Monologe, aber das kann sich schnell ändern.

Disclaimer:
Bevor man Blicke in jenen Threat* wirft, empfehle ich
ca. 380 bis 521 g guten schwedischen Wodka innerhalb
von 299 bis max. 516 Sekunden oral zu verklappen.
Das ist sicherer.
Falls kein schwedischer Wodka zur Hand, gingen auch
min. 6,4 Liter Sangria in gleicher Zeit.
*richtig: Threat!  
31.10.25 09:47 #199518 Referenden
Zitat fill: Ich spreche von erschweren und hemmen, nicht von verhindern. Wenn die Mehrheitsgesellschaft in den Faschismus will dann kommt der auch, egal welche Form politischer Herrschaft es im Vorfeld gab. Das wäre auch in der Schweiz nicht anders und dann hätte es sich auch mit den Referenden.

Ich glaube nicht, dass es für einen Faschismus Mehrheiten gibt in D. Es wird halt jetzt behauptet, die AfD sei der Faschismus und suggeriert alle Folgen, die man kennt aus der Geschichte.
Aber da wird ein grosser Teil Protestwähler sein, zu diversen Themen. Die Brandmauer halte ich für sehr problematisch und kommt ja der AfD zugute. Sie muss sich nicht beweisen in der Realität. In Holland sieht man gerade, eine Beteiligung entzaubert auch manche aufsteigenden Parteien dann recht schnell.
Wenn eine einzelne Partei die absolute Mehrheit hat, ist das immer auch sehr problematisch. Wäre es auch hier.

Aber das Initiativrecht und das Referendumsrecht kann keine Partei so einfach streichen, sie sind Teil des nationalen Selbstverständnisses und alle Parteien bekennen sich dazu. Eine Partei welche das in Frage stellen würde, hätte keine Wähler.

1933, da war auch hier eine grosse Wirtschaftskrise und Hitler kam an die Macht und zuerst hatte er dann auch grosse wirtschaftliche Erfolge, es ging sichtbar aufwärts in D. und es wurde gejubelt und marschiert, Begeisterung wurde auch propagandistisch verbreitet. Die Kräfte, welche sich anschliessen wollten, hatten hier auch Zulauf.
Doch bei Wahlen waren die Erfolge dann doch recht bescheiden, diese Parteien kamen nicht annähernd an die Macht, denn sie wollten auch völkischen Faschismus, in einem Vielvölkerland und die Demokratie abschaffen.
 
31.10.25 11:51 #199519 'für einen Faschismus Mehrheiten gibt'
Entscheidend ist was einer im Kopf hat und nicht was er wählt. Der Weg in den Faschismus erfolgt nicht auf Befehl einer äusseren oder übergeordneten Macht, sondern als Mehrheitsentscheidung der Gesellschaft in einer funktionierenden Demokratie. Dort wird er geboren und zur Taufe gebracht von Leuten, die vorher mehr oder weniger demokratisch gewählt hatten. Dass er larviert immer schon da gewesen sein muss ist dann einfach eine logische Schlussfolgerung. Leute ändern sich ja nicht oder nur sehr selten, sie ändern nur wenn man so will ihren Aggregatzustand. Die historisch nachgewiesene Faschismusresilienz der Schweizer ist ein Alleinstellungsmerkmal, das lässt sich nicht verallgemeinern.  
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it's the culture, stupid
31.10.25 19:06 #199520 Löschung

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