Es wurde am Wochenende noch ein neues Antisubventionsverfahren gegen chinesische SolarGLAS-Hersteller rausgehauen. Ich hab jedenfalls erstmal die Gewinne mitgenommen.
"Europa wirft China Solar-Dumping vor.
Der nächste Versuch: Im Preiskampf haben Hersteller wie Solarworld schon Zölle gegen Asien-Konkurrenz gefordert. Jetzt geht es um Glasscheiben
Brüssel/Dresden. Deutsche Fotovoltaik-Fabriken schrumpfen, und China ist Schuld daran – so stellt es jedenfalls die Branche dar und fordert politische Hilfe. Die Europäische Kommission reagiert: Am Sonnabend gab die Brüsseler Behörde in ihrem Amtsblatt bekannt, dass sie ein neues Antisubventionsverfahren beginnt. Am Ende könnten Strafzölle stehen.
Chinesische Hersteller von Solarglas profitieren laut EU-Kommission von umfangreichen Subventionen und liefern ihrer Konkurrenz aus Europa damit einen ruinösen Preiskampf. Im Amtsblatt nennt die Kommission detaillierte Vorwürfe.
Die Subventionen seien „spezifisch und anfechtbar“. Dazu zählten verbilligte Kredite, Ausfuhrbürgschaften, Zuschüsse und Steuerbefreiungen. Auch Strom, Land und das Metall Antimon soll der Staat den Firmen billiger als üblich besorgt haben.
Das Verfahren beruht auf einer Beschwerde der europäischen Herstellerinitiative EU Prosun Glass. Voriges Jahr hatte eine ähnliche Initiative namens Prosun es erreicht, dass die EU-Kommission gegen Hersteller von Solarzellen und ganzen Solarpaneelen ermittelt. Präsident von Prosun ist Milan Nitzschke, Sprecher des Unternehmens Solarworld AG, dessen größte Fabrik im sächsischen Freiberg steht. Die neue Beschwerde umfasst einen kleineren Markt: Bei Solarglas geht es um etwa 200 Millionen Euro pro Jahr, bei der Untersuchung vom vorigen Jahr um 21 Milliarden Euro pro Jahr.
Die Vorwürfe sind gravierend – zumal Europas Solarbranche wegen des heftigen Preiskampfs mit der asiatischen Konkurrenz seit Jahren im Niedergang ist. Dieser Trend hat sich in Deutschland in den vergangenen Monaten noch einmal beschleunigt. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamts hat die Branche seit Anfang 2012 mehr als ein Drittel ihrer Betriebe verloren. Demnach gab es im Februar dieses Jahres nur noch 21 Hersteller von Solarzellen und Solarmodulen in Deutschland. So ging der einst größte Solarzellenhersteller Q-Cells in Sachsen-Anhalt wie so viele andere pleite. Das ehemalige Vorzeigeunternehmen Solarworld steckt tief in den roten Zahlen, und der Technologiekonzern Bosch kündigte jüngst den Ausstieg aus der Solartechnik an – seine Fabrik in Arnstadt in Thüringen ist in Gefahr. Solarwatt in Dresden hat nach einem Insolvenzverfahren die Belegschaft verkleinert und seine modernsten Produktionsanlagen stillgelegt, will aber mit „Premium“-Produkten durchstarten.
Außer unter Billigimporten aus China leidet die Branche auch unter der Streichung staatlicher Zuschüsse für den Bau von Photovoltaik-Anlagen. Brüssel will die Untersuchung zu Solarglas binnen 13 Monaten abschließen, also bis Ende Mai 2014. Bereits zuvor könne die EU-Kommission aber vorläufige Strafzölle verhängen, so das Amtsblatt..."
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