Die Anleger misstrauen dem Aufschwung. Das ist eine Chance: Die Party an der Börse ist erst vorbei, wenn auch Zauderer und Zweifler gekauft haben.
Ob Chemie, Auto- oder Anlagenbau – Umsätze und Gewinne haben teils schon das Niveau von vor der Finanzkrise erreicht. Neben BASF legten auch FMC, Fresenius, Henkel, Linde, Adidas, Siemens, VW, Infineon, Lufthansa, BMW, Daimler und Merck für das erste Halbjahr Zahlen vor, die fast alle erheblich besser als erwartet ausfielen. Nichts ist zu spüren vom Rückfall in die Rezession, vor der Pessimisten gewarnt haben, wenn erst die Lager wieder gefüllt und Konjunkturprogramme wie die Abwrackprämie verpufft seien.
Dennoch sind die Aktienkurse der Konzerne von alten Rekorden noch weit entfernt. Trotz einer Rally mit mehr als 70 Prozent plus seit März vergangenen Jahres liegt der Dax noch um 22 Prozent unter seinem bisherigen Rekord von 8151 Punkten, den er im Juli 2007 erreicht hatte. Der Börsenindex schwankt seit fast einem halben Jahr in einem engen Korridor zwischen 5700 und 6300 Punkten. Grund: Die meisten Anleger misstrauen dem Aufschwung.
Per Saldo ziehen Privatanleger weltweit Kapital aus Aktienfonds ab und parken es in vermeintlich sicheren Anlagen wie Tagesgeld oder Staatsanleihen. Besonders verhalten ist die Stimmung bei den Großanlegern, zeigt der Vertrauensindex des weltweit größten Finanzdienstleisters State Street. Der wertet regelmäßig alle Kauf- und Verkaufsaufträge von weltweit 100 institutionellen Anlegern wie Banken, Versicherungen und Pensionskassen aus. http://www.wiwo.de/finanzen/deutsche-aktien-im-zielkorridor-437658/ |