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Gaspreis aktuell: So viel kostet die Kilowattstunde Stand: 28.08.2022 08:30 Uhr
Die Kosten für die Kilowattstunde Gas schießen in die Höhe. Aktuelle Daten zeigen die gegenwärtige Entwicklung des Gaspreises für Neukunden. Was bedeutet das für den Winter?
von Anna Behrend und Christina Maciejewski
Eine Kilowattstunde Gas kostet im Mittel derzeit 34,1 Cent für Neukunden. Das geht aus Daten des Vergleichsportals Verivox hervor (Datenstand: 27.08.2022). Bestandskunden zahlen meist weniger. Der mittlere Preis der vergangenen sieben Tage ist im Vergleich zur Vorwoche um 10,3 Prozent gestiegen. Vor einem Jahr um diese Zeit lag der Preis für Neukunden bei 5,8 Cent pro Kilowattstunde.
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Gaspreis: Die Daten hinter der Grafik
Das Vergleichsportal Verivox verfügt über eine Datenbank, die tagesaktuell und postleitzahlgenau aktuelle Neukundentarife verschiedener Anbieter für Strom und Gas zeigt. Aus diesen Daten berechnet Verivox für jede Postleitzahl die durchschnittlichen jährlichen Gesamtkosten für eine vier- bis fünfköpfige Familie im günstigsten verfügbaren Tarif auf dem Portal (Stromverbrauch der Musterfamilie 4.000 Kilowattstunden, Gasverbrauch 20.000 Kilowattstunden) Davon ausgenommen sind Grundversorgungstarife und Tarife, die nicht bei Verivox verfügbar sind. Gewichtet nach der Anzahl der belieferten Haushalte einer Postleitzahl erhebt Verivox außerdem einen bundesweiten Durchschnittspreis.
Im September 2021 konnten Verbraucher noch Neuverträge mit einem Preis von fünf Cent pro Kilowattstunde abschließen. Die tagesaktuelle Grafik zeigt: Inzwischen haben sich die Kosten vervielfacht. Die gegenwärtige Teuerungsphase begann bereits im Herbst 2021. Der Krieg in der Ukraine und die damit einhergehende Gas-Krise zogen weitere Steigerungen nach sich. Viele Menschen schauen nun mit Sorge auf die nächste Heizperiode.
"Wie teuer es letztendlich wird, ist schwer vorhersagbar," erklärt Julia Schröder, Expertin für Energiepreise von der Verbraucherzentrale Niedersachsen. "Die Preise könnten zum einen mit Blick auf den Winter wegen zunehmender Nachfrage noch weiter steigen. Die aktuellen Preissprünge seien außerdem noch nicht vollständig und bei allen angekommen, so Schröder. Gasumlage bedeutet zusätzliche Belastung
Zusätzlich zu den hohen Gasrechnungen, die von einigen Stadtwerken kommen dürften, werden die Gaskunden durch die Gasumlage belastet. Sie liegt bei 2,4 Cent pro Kilowattstunde. Bei einem Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden betragen die Mehrkosten etwa 484 Euro. Die Umlage soll vom 1. Oktober dieses Jahres bis zum 31. März 2024 erhoben werden. Sie soll Gasversorgern zugute kommen, die zu hohen Preisen Ersatz für ausbleibende, günstigere Gaslieferungen aus Russland kaufen müssen. Um die Bürgerinnen und Bürger zu entlasten, soll die Mehrwertsteuer auf Erdgas für einen befristeten Zeitraum bis März 2024 von 19 auf 7 Prozent sinken. Der reduzierte Satz gilt sowohl für den Gasverbrauch als auch für die zusätzliche Gasumlage. Wie Verbraucher sich auf die Heizperiode vorbereiten können
Um den deutlich höheren Energiekosten zu begegnen, sollte sich jeder fragen, wo Energie eingespart werden könne, empfiehlt Energiepreis-Expertin Schröder. "Hier gibt es viele Möglichkeiten: Beispielsweise die richtige Einstellung der Heizung, die generelle Absenkung der Raumtemperatur oder nur so lange und so warm wie nötig zu duschen." Anbieterwechsel keine Lösung
Von einem Wechsel des Anbieters rät Schröder eher ab: "Ein Anbieterwechsel ist aktuell schwierig. Bei rechtmäßigen Preiserhöhungen sollte nicht übereilt gekündigt, sondern zunächst die Marktlage sondiert werden." |