Wer ist/was heißt "die EU"/"die EU muss..." Wer soll da was wie machen? Wersoll diese Investitionen finanzieren? Wie? Wie werden die umgesetzt? Von wem?
Griechenlands staatlichenInstitutionen zum Beispiel waren bislang weder in der Lage, EU-Gelder, die bereitstanden, abzurufen, noch diese in zukunftsweisende Projekte zu investieren.
Da wurden Gelder aus dem EU-Topf dafür verwendet, etwa eine Autobahn auf der (autoarmen) Insel Naxos zu bauen als Infrastrukturprojekt. Eine Autobahn, an deren Ende ein einzelner Leuchtturm stand.
Oder Spanien: da sitzt man auf abertausenden von sinnlos erstellten Bauten, die die Küstenlandschaft ruiniert haben und die keiner will. Bauinvestitionen wären dort also ziemlich sinnlos. Gleichzeitig hat sich die Privatbevölkerung mit massenhaften Immobilienkäufen verschuldet, deren Wert verfällt und die überschuldet sind. Die Industrie erholt sich so langsam, ist aber regional sehr einseitig verteilt (Baskenland, Katalonien, rund um Madrid). Der Rest ist Landwirtschaft und Tourismus. In was genau soll da jetzt wer investieren?
Die Staaten haben kaum finanzielle Spielräume, um etwa staatliche Investitionen anzuleiern. Da bräuchte es privates Kapital aus dem Inland und Ausland, das irgendwelche Perspektiven sieht, sich dort nachhaltig industriell anzusiedeln. Das ist aber ein langer Weg und braucht vor allem vernünftige Bedingungen vor Ort.
Die EU kann mit ihren begrenzten Mitteln da nur kleine Strohfeuer entfachen. Die großen staatlichen Strohfeuer sind abgefackelt und haben die Krisen verursacht. Denn staatlich initiierte Strohfeuer, das war das, was dort zwischen 2000 und 2008 vor allem zum vermeintlichen "Wachstum" beigetragen hat. Und in Griechenland einen aufgeblasenen teuren Staatsapparat und in Spanien einen sinnlosen Bauboom hervorgebracht hat.
Mit solchen Standardfloskeln kommt man schlicht nicht weiter. Die EU kann da letztlich nur wenig tun. Die müssen sich erstmal selbst "hübsch" machen, um zu locken... ----------- "Doch wir horchen allein dem Gerücht und wissen durchaus nichts." - Ilias, 2. Gesang, 486 |