Ekotechnika: Bonität muss interpretiert werden

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eröffnet am: 07.03.14 18:14 von: Mehr Wissen Anzahl Beiträge: 45
neuester Beitrag: 13.12.18 11:09 von: keyar Leser gesamt: 29091
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07.03.14 18:14 #1 Ekotechnika: Bonität muss interpretiert werden
Die von Creditreform soeben für Ekotechnika vergebene Bonität ist eine Stufe tiefer auf jetzt ein Creditreform-"B" gesunken. Ich spüre Alarm.

Dieses "B" darf m.E. nicht mit einer "B"-Note der erfahrenen Ratingagenturen S&P, Moody's oder Fitch verglichen werden. Nach meiner Beobachtung ist ein Creditreform-"B" mindestens eine Bonitätsstufe tiefer im Vergleich zu denen der Moody's etc anzusetzen.  
08.03.14 09:27 #2 Ekotechnika-Anleger: aufmerksam bleiben!
Der Chef von Ekotechnika, Wolfgang Bläsi, gab dem Londoner Korrespondenten der Börsen-Zeitung ein Interview. (Veröffentlicht in Börsen-Zeitung am 07.03.14).

Wolfgang Bläsi bestätigte, dass die russische Landwirtschaft auf John Deere-Großtraktoren angewiesen ist. Denn es gäbe keine russischen Fabrikate. Auch ein
russisches Mähdrescherfabrikat würde zu wesentlichen Teilen aus westlichen Komponenten gefertigt. Der schwache Rubel macht importierte Technik drastisch teurer. Da aber der Weizenpreis (in Dollar) steige, würde das die höheren (Rubel)-Preise für von Ekotechnika vertriebene Landmschinen wieder ausgleichen.

Aber was könnte es für Ekotechnika bedeuten, wenn John Deere keine Traktoren mehr in Richtung Russland liefern willf? - z.B. weil die (Vor-)Finanzierung eines Exportauftrages nicht mehr finanziert wird. Oder weil der Export mit einem US-Embargo belegt wird? Von diesen Möglichkeiten geht zwar derzeit (öffentlich geäussert) noch niemand aus.

Aber ich bleibe dabei: Ekotechnika-Anleiheinhaber müssen sehr aufmerksam den Gang der Dinge verfolgen.  
10.03.14 17:52 #3 Ekotechnika: bekommt Creditreform kalte Füße?
Creditreform, die Ekotechnika und viele weitere sogenannte Mittelstandsanleihen auf Bonität beurteilen, schwitzt und bekommt zugleich kalte Füße. Das drängt sich mir auf, wenn ich soeben lese, dass sie Ekotechnika aus "watch" gesetzt hatte. Und dies mit der Begründung, dass die Krim-Krise Einfluss auf Ekotechnika haben könne. Das war aber schon am 08.03. genauso bekannt, wie heute. Creditreform-Ratings sind m.E immer zu optimistisch.  
21.03.14 18:25 #4 Bewertung Ekotechnika und Ekosem Agrar
hat sicher nichts mit kalten Füßen zu tun, sonder ist doch ein wohlgemeinter Hinweis für Anleger ein wenig genauer hinzuschauen.

Warum ist die Einschätzung zu optimistisch? Gibt es dazu Hintergrundinfosß  
25.03.14 12:57 #5 Creditreform: deren Bonitätsnoten
Dies ist die Bonitätskarriere, die Ekotechnika im Creditreform-Rating gemacht hat:

Am 03.12.2013 Creditreform aktualisiert Rating auf B+
(bisher BB-) = Befriedigende Bonität und mittleres Insolvenzrisiko

Am 06.03.2014 erteilt Creditreform die Ratingnote B

Am 10.03.2014 setzt ihren Ratingausblick auf 'watch'

Creditreform nutzt zur Kennzeichnung ihrer Bonitätsnoten die Buchstabenfolge, wie sie von der sehr viel erfahreneren Ratingagentur S&P seit Jahrzehnten vorgenommen wird.
Damit bildet sich beim (nicht tiefgründig selbst recherchierenden) Anleihekäufer (zu) leicht der Eindruck, dass Einschätzung bei Creditreform-Buchstabenfolge exakt der mit von S&P übereinstimmt. Mir erscheint, dass das diese Übereinstimmung aber keinesfalls zutrifft.

Hier mein Beispiel:

B bedeutet bei Creditreform Ausreichende Bonität und höheres Insolvenzrisiko

B bei Standard & Poors bedeutet aber „Festverzinsliche Wertpapiere sind   s t ä r k e r    a n f ä l l i g   für Zahlungsverzug. Jedoch verfügt der Schuldner   g e g e n w ä r t i g   über die Fähigkeit, seinen finanziellen Verbindlichkeiten aus dieser Emissions nachzukommen. Es ist   w a h r s c h e i n l i c h,   dass nachteilige geschäftliche, finanzielle oder wirtschaftliche Bedingungen die Fähigkeit oder Bereitschaft des Schuldners, seinen finanziellen Verbindlichkeiten aus dieser Emission nachzukommen, beeinträchtigen werden.
 
31.03.14 10:38 #6 Bonität, Rating, Creditreform und der Fall...
...und der Fall Rena Mittelstandsanleihe.

Die Zeitschrift Börse Online schreibt in ihrer neuen Ausgabe, dass die Anleihen der soeben pleite gegangenen Rena Anleihe "zum anderen war das Creditreform-
Rating mit „BB-“ nur mäßig.".

Na, wenn "BB-" nach Meinung von Börse Online nur "mäßig" war/ist, wie soll ich dann bei Ekotechnika das Creditreform-Rating "B" auffassen?  
11.05.14 09:14 #7 Ekotechnika (A1R1A1)
Ehrlich gesagt finde ich es etwas übertrieben was zur Zeit wegen der Ukraine-Krise auf die russischen Anleihen eingeprügelt wird. Hier haben sich wunderbare Kaufgelegenheiten geboten. Auch die Herabstufung durch Creditreform finde ich etwas fragwürdig. Heute habe ich übrigens von meiner Bank die Abrechnung über die erste Zinszahlung von Ekotechnika erhalten. Fälligkeit: gestern Samstag 10.05.2014. Ich bleibe auf jeden Fall dabei!  
16.09.14 23:02 #8 Hoher Stress
Leider wird Anlegern in den inzwischen mehr als fragwuerdig einzustufenden "Mittelstandsanleihen" ein hoher Stress erhalten bleiben. Hoher Stress m.E auch leider wieder bei Ekotechnika.

@Nostrada:
Alle Anlagen, die sich auf Russland beziehen, oder noch problematischer, alle Gesellschaften mit Sitz oder Hauptgeschaeft in Russland stehen vor mehr als schlechten Zeiten. Da heisst es in   k e i n e m   Fall: "wunderbare Kaufgelegenheit". Tut mir leid, @Nostrada.  
18.11.14 18:45 #9 Ekotechnika ist...
.... nur noch Ramsch (ccc) Herr Bläsi sieht das natürlich anders.
Schlafwandelnd in den Bankrott!

http://www.fixed-income.org/...cHash=f1298d625c4e3485208168273d12c01c  
11.03.15 13:20 #10 Ekotechnika ist...
... faktisch pleite!  
24.03.15 11:24 #11 Hallo
was ist hier los, kann das jemand kurz zusammenfassen?  
24.03.15 12:23 #12 ich
lese mich grad ein. Vor einem Jahr schon war die Lage sehr heikel, negatives EK. Jetzt dürfte sich die Lage nochmal zugespitzt haben.

Mit ein Grund für das Fehlmanagement dürfte der Geschäftsführer und Hauptanteilseigner Stefan Dürr sein. Er war mal bei den Grünen und ist ein linker Gutmensch. Solche Leute können einfach kein Kapitalunternehmen führen.  
24.03.15 13:33 #14 geplant
ist, dass die Anleihe in EK umgewandelt wird. die 60 Mio. Anleihe werden in 1,539 Mio. Stückaktien umgewandelt. Zusätzlich kommen 1,52 Mio. Eur durch die Holding.;

Die GmbH soll in eine AG umgewandelt werden und anschließend an die Börse (Freiverkehr) gebracht werden.

;

was ich aber nicht verstehe ist folgendes aus der o.g. Mitteilung:

"Anschließend ist eine Erhöhung des Grundkapitals der Gesellschaft gegen Bareinlagen von EUR 1.620.000 um EUR 1.520.000 auf EUR 3.140.000 vorgesehen, durch die der derzeitige Alleingesellschafter, die Ekotechnika Holding GmbH, der Gesellschaft Eigenkapital in Höhe von insgesamt EUR 3.040.000 zuführen wird."

was bedeuten die EUR 3.040.000? oder ist das ein Druckfehler und es müsste EUR 3.140.000 heißen?

 
24.03.15 13:38 #15 die
Frage ist auch was dann passiert, sofern die Umwandlung überhaupt klappt. Das EK wäre dann auch nur 3,14 Mio. hoch. - Bei einer Bilanzsumme von über 200 Mio. Eur sind das Peanuts...

Einzig logischer Schritt wäre dann eine nochmalige massive Kapitalerhöhung.

und Stefan Dürr soll "zurück" in die Geschäftsführung... aha, auf der Homepage steht ohnehin dass er GF ist. Dieser Loser soll den Karren also aus dem Dreck ziehen.

 
24.03.15 14:46 #16 hier
steht was von 2,- Euro für die neuen Aktien. - so gesehen könnte man jetzt noch günstig einsteigen und dann für 2,- Euro verkaufen. Aber nur wenn alles klappt...

http://boerse.ard.de/anlageformen/anleihen/...r-zurueckzahlen100.html  
24.03.15 15:04 #17 Probleme
Ekotechnika hat viele Probleme und viele sind hausgemacht.

- Rubelverfall - durch den Rubelverfall um über 50% verteuern sich die Maschinen für die Russischen Bauern auch um über 50%. Dies hat zur Folge dass erstens die Nachfrage massiv zurückgeht und zweitens die Teuerung nicht voll weitergegeben werden kann, was dann auf die Marge schlägt. Letztlich enorme Umsatzeinbusen!

- Zinskosten Russland - Die Bauern finanzieren ihre Maschinen logischerweise vornehmlich mit Russischen Banken und mit Rubel. Der Leitzins in Russland liegt bei 14% und das ist natürlich unbezahlbar für Unternehmen. Ich frage mich eh wie das geht aber das ist ein anderes Thema... , aber nicht nur die Kunden von Ekotechnika finanzieren in Rubel sondern Ekotechnika selbst. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten laufen größtenteils auf Rubel. Refinanzierungen sind kaum mehr möglich und falls doch dann viel zu teuer. Alleine das ist ein Insolvenzgrund

- Geschäftsmodell - ET hat 3 Geschäftsbereiche, Maschinenhandel, Ersatzteile und Service. Auf Maschinenhandel und Ersatzteile enfallen 95% des Umsatzes. Der Service trägt kaum zum Umsatz bei, kostet aber viel. von den über 600 Mitarbeitern sind ein Großteil für den Service zuständig und das ist ein massives Verlustgeschäft. Die Mitarbeiter kosten viel mehr als sie einbringen. Dieser Geschäftszweig müsste komplett abgestoßen werden.

- Management - Stefan Dürr ist in meinen Augen der falsche Mann. Er hat die Probleme hauptsächlich selbst verursacht, tritt aber nicht ab.  
24.03.15 15:10 #18 Chancen
andererseits bieten sich auch enorme Chancen und ET hat gute Wettbewerbsvorteile.

- Die Landwirtschaft ist in Russland immer noch unterentwickelt und hat enormen Aufholbedarf. Es gibt keine konkurrenzfähigen russischen Maschinen, weshalb sie fast 100% auf Importe u. Händler wie ET angewiesen sind.

- Sanktionen, Politik - Russland will die heimische Landwirtschaft stärken und stärker subventionieren. Die Lebensmittelsanktionen dürften die Produktion u. die Modernisierung enorm anschieben. Die Preise für Agrarprodukte sind stark gestiegen, was ein Anreiz für die Russ. Bauern ist.

- ET ist seit über 15 Jahren in Russland aktiv und hat somit sehr wertvolle Kenntnisse und Kontakte gegenüber der Konkurrenz

- würde man ET radikal restrukturieren, könnte man einen sehr provitables Unternehmen aufbauen. Wenn man sich rein auf Maschinenhandel konzentriert, könnte man gut davon leben. Unprofitable Geschäftsteile müssen aber weg.  
26.03.15 11:51 #19 ich sehe
keine Hoffnung. Selbt wenn die ganzen Pläne der Umstrukturierung klappen ist die Situation immer noch verheerend. Kaum EK u. massive Verschuldung in Rubel.

ich kaufe mich nicht ein.  
27.03.15 10:12 #20 eigentlich
ist eine Insolvenz unabwendbar, außer es kommt ein White Knight und rettet den Laden...  
27.03.15 12:41 #21 Sind die gestrigen Transaktionen wieder stornier.
Ist gestern flat gehandelt worden? Was geschieht mit den Zinsen, die bei den Käufen in den letzten Tagen zu zahlen waren?  
27.03.15 19:17 #22 Zinsen
das frag ich mich auch. Muss man jetzt noch Zinsen zahlen wenn man die Aktie kauft? das dürften nämlich mehr sein als der Kurswert...  
27.03.15 19:26 #23 Nun handelt die Anleihe
wie es scheint, flat. Die Frage ist nur, was mit den bezahlten Zinsen der letzten Tage passiert. Wohl verloren?

Der Zinscoupon macht ca. 7% aus, die Anleihe handelt zuletzt knapp über 3%. Somit lagen die Gesamtkosten bei ca. 10%. In nächster Zukunft wohl nur schwer hereinzuholen.  
30.03.15 11:53 #24 ich
weiß es auch nicht. Aber heute steht die Anleihe plötzlich bei 9. Also 200% höher als am Freitag. Allerdings könnte es auch sein, dass bei diesen Kursen die Zinsen mit drin sind und man für 3 gar nicht kaufen konnte...

 
30.03.15 13:43 #25 Flat
jetzt ist es amtlich. Anleihe notiert flat. Also musste man letzte Woche noch die aufgelaufenen Zinsen zum Kurswert dazu bezahlen. Jetzt nicht mehr.

http://www.boersennews.de/lexikon/begriff/flat-notiz/1494

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somit ist die Anleihe noch viel zu teuer, eigentlich müsste sie so gut wie wertlos sein. Kann man eine Anleihe shorten/ leer verkaufen?  
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