http://www.stern.de/politik/deutschland/...ffs-ex-gattin-1793128.html
Jetzt drohen Pwc erneut negative Schlagzeilen - wegen eines merkwürdigen Anstellungsverhältnis für Christiane Wulff, die ehemalige Gattin des ehemaligen Bundespräsidenten Christian Wulff. Der Deutschland-Chef von Pwc, Norbert Winkeljohann, ist ein Bekannter des CDU-Manns, beide waren Nachbarn in Osnabrück. Winkeljohann war auf Wulffs Initiative auch zu Gast, als der sich von Eventmanager Manfred Schmidt nach seiner Wahl zum Bundespräsidenten am 30. Juni 2010 eine private Siegesfeier ausrichten ließ. Vor allem war Winkeljohann daran beteiligt, Wulffs Ex-Frau Christiane nach der Trennung einen neuen Job zu verschaffen. Hatte das Christian Wulff zumindest einen Teil der Unterhaltszahlungen für seine Ex-Frau erspart? Sein Anwalt lässt ausrichten, dass "diesbezüglichen Spekulationen" allesamt "ohne Grundlage" seien. Wiedereinstieg ins Berufsleben
Am 1. November 2008, ein gutes halbes Jahr nach ihrer Scheidung von dem damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten, schaffte Christiane Wulff jedenfalls den Wiedereinstieg ins Berufsleben. Bis dahin Hausfrau, war sie nun halbtags bei der Osnabrücker Rechtsanwaltsgesellschaft Schindhelm beschäftigt. Die war nicht nur jahrelang - bis 2005 - Teil des Pwc-Firmenreichs. Sie stand auch, wie Pwc einräumt, bis 2011 in einer "Arbeitsbeziehung" mit dem Wirtschaftsprüferkonzern; beide teilen sich in Osnabrück ein Bürogebäude. In einer Vorläuferkanzlei der Anwaltsfirma war Winkeljohann selbst bis 1998 Partner.
Mehr noch: Es war Winkeljohanns Idee, dass Christiane Wulff doch bei Schindhelm arbeiten könnte. Ihre Bewerbung bei der Kanzlei, so Pwc jetzt zu stern.de, ging "auf ein Gespräch zwischen Frau Wulff und Herrn Professor Winkeljohann" zurück.
In der Folge erledigte die studierte Juristin aber keinerlei Arbeiten für die Kanzlei. "Die Tätigkeiten von Frau Wulff als wissenschaftliche Mitarbeiterin fielen ausschliesslich für Pwc an", bestätigte das Prüfunternehmen jetzt stern.de-Recherchen. Die "bei Schindhelm anfallenden Personalkosten" habe Pwc "verursachungsgerecht vergütet". Pwc-Aufträge in Niedersachsen
Es wirkt so, als habe Pwc die Starthilfe für Wulffs Ex-Gattin über die formelle Anstellung bei Schindhelm zu verschleiern versucht. Pwc-Sprecher Oliver Heieck weist den Vorwurf eines Freundschaftsdienstes für Christian Wulff mit dem Argument zurück, dass der damalige Ministerpräsident ja "weder eingebunden" gewesen sei, noch habe er irgendwie "eingewirkt".
Auch Wulff versichert, dass er von Winkeljohanns Hilfe für seine Ex-Frau nichts gewusst habe. Ähnliches hat er immer wieder bei Gefälligkeiten anderer reicher Bekannter versichert, von David Groenewold bis Carsten Maschmeyer. Viel mehr noch als diese beide standen jedoch Pwc und Winkeljohann in engstem geschäftlichen Kontakt sowohl mit Wulffs Landesregierung wie dem vom Land mitkontrollierten VW-Konzern. Bereits vor einigen Wochen veröffentlichte der niedersächsische Finanzminister Hartmut Möllring (CDU) eine umfangreiche Liste von Aufträgen, die sein Ministerium und andere Ressorts auch zu Wulffs Zeiten an Pwc vergeben hatten. Wulff lässt durch seinen Anwalt heute ausrichten, dass er mit solchen Auftragsvergaben für Pwc "nicht befasst" war. |