Geothermie in Deutschland
Die Erdwärme-Recourcen in Deutschland konzentrieren sich naturgemäss in den Gegenden mit geothermalen Anomalien. Solche Bereiche existieren in der Norddeutschen Tiefebene zwischen der polnischen und der niederländischen Grenze, im Oberrheintal und in Süddeutschland zwischen Donau und Alpen. Unabhängig von solchen Anomalien kann prinzipiell überall mit Erdkollektoren und Wärmepumpen geheizt und gekühlt werden.
1. Grosstechnische Nutzung
Derzeit werden in Deutschland fast ausschließlich hydrothermale Systeme geplant. Mit der Nutzung eines Einzelbrunnens in Erding ist eine tiefe Erdwärmesonde schon seit Jahren erfolgreich im Betrieb. HDR-Verfahren befinden sich derzeit in den Pilotprojekten in Bad Urach und in Soultz-sous-Forets im Elsass in der Erprobung (s.u.). Bei der Stromerzeugung aus Erdwärme kommt in erster Linie der Organic Rankine Cycle zum Einsatz (Turbinen werden z.B. mit Ammoniak-Dampf betrieben). (2)
2. Private Haustechnik
Die Geothermie als Haustechnik ist noch nicht flächendeckend eingeführt. Es existieren Erfahrungen, viele Anbieter und erste Anwendungen. In einigen Kommunen (Beispielsweise in Ettlingen, BW und in Duisburg, NRW) sind Arbeiten eingeleitet, die zu örtlichen Geothermiekarten führen sollen. Eine wichtige Planungsvoraussetzung.
Alle Verfahren der oberflächennahen Geothermie sind prinzipiell auch für die Haustechnik nutzbar. Unter normalen tektonischen Bedingungen besteht eine Geothermie-Haus-Anlage aus Erdkollektoren und einer Wärmepumpe. Da die Temperaturdifferenz in diesem Normalfall zu gering ist, muss für die Spitzenheizlast im Winter eine Öl- oder Gasheizung zuschaltbar sein. Bei diesen Anlagen steht immer auch Kühlkapazität im Sommer zur Verfügung. Interessant sind Verfahren, die es ermöglichen, im Winter auf Energie zurück zu greifen, die im Sommer mit Sonnenkollektoren erzeugt und im Untergrund gespeichert wurde.
http://www.storyal.de/story2005/geothermie.htm |