Der Neumarkt bildet aber auch die Kulisse für ein trickreiches Monopoly-Spiel, bei dem ein Amtsrichter eine ebenso ungewöhnliche wie undurchsichtige Rolle spielt. Hartmut W., 62, betreibt seit Jahren neben seinem Richteramt noch Millionengeschäfte mit Immobilien.
[...]
Und es steht die Frage im Raum, ob Richter W. sein Insiderwissen aus dem Amtsgericht womöglich jahrelang für private Geschäfte genutzt hat.
[...]
Das Vertrauen wurde erschüttert, als der Unternehmer zwei Anrufe des Richters auf seiner Mailbox abhörte. Er habe Probleme bei der Finanzierung, hatte Hartmut W. mitgeteilt. Allerdings sei eine Versicherung bereit, ihm 2,5 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen, vorausgesetzt Bergmann bescheinige ihm, statt 404 000 Euro bereits 900 000 Euro als Anzahlung erhalten zu haben.
"Das war der Versuch eines Richters, mich zum Betrug zu veranlassen", sagt Bergmann. Er vermutet, die Bescheinigung sollte allein dem Zweck dienen, die "Versicherung über nicht vorhandenes Eigenkapital zu täuschen und den Kredit ausbezahlen zu lassen." Bergmann lehnte ab.
[...]
Einige Jahre hat der Architekt für den Richter gearbeitet. "In mindestens einem Fall", so Stein zur SZ, habe W. "Informationen aus dem Grundbuchamt des Amtsgerichtes für seine Immobiliengeschäfte verwendet." Auch dazu sagt W. nichts. http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/...-tatort-osnabrueck-1.2278350
Laut des Artikels dürften die Vorgesetzten des Richters von seinen krummen Machenschaften gewusst haben. |