was wir in Israel sehen - 'freies Siedeln auf herrenlosem Land'' - ein anachronistisches Remake europäischer Kolonialgeschichte und eurozentrischem Kolonialbewusstseins. Trotz seiner Aktualität wirkt dieses Motiv wie aus der Zeit gefallen, während die Muster identisch sind: Siedlung um Siedlung wird der Einflussbereich der Kolonisten vorangetrieben, dort wo die ursprünglichen Bewohner nicht freiwillig gehen wird entsprechend nachgeholfen. Setzen die sich mit dem in einem asymetrischem Gewaltverhältnis verbleibendem Mittel, dem Terror, zur Wehr, werden sie fertig gemacht. ..
Abgesehen davon, dass beide Seiten ihren Kampf um Land moralisch und juristisch aufmunitionieren, liegt die kausale Verantwortung selbstverständlich beim Aggressor, dem Kolonisten, der aufgrund seiner dramatischen Überlegenheit an Gewaltmitteln alle Bedingungen des Kampfes kontrolliert. Irgendwann wird die Landnahme abgeschlossen, werden die Natives befriedet, ausgesiedelt oder mehr schlecht als recht integriert sein, was mit wachsendem Zeitabstand einer moralischen Karthasis und symbolischen Wiedergutmachung den Weg bereitet. So wie auch in den US nach 250 Jahren 'Kampf gegen indianischen Terror' das an den Natives begangene kollektive Unrecht mittlerweile unstrittig ist...
Weshalb Israel (in Europe) matters, im Gegensatz zu den Blutbädern in anderen Teilen des Planeten, ist einerseits der Spiegel, in dem Europäer sich negativ selbst erkennen. Und andererseits der kategorische Imperativ 45ff, 'alles zu tun, damit Auschwitz sich nicht wiederhole', mit dem Kolonisten ihr Ethnical Cleansing moralisch rechtfertigen und damit dessen Gehalt auf den Kopf stellen...
----------- 'Being a contrarian is tough, lonely and generally right' |