https://www.n-tv.de/wissen/...so-erfolgreich-ist-article21674007.html 2. Es operiert verdeckt
Was Forscher verblüfft, ist die zunehmende Zahl an Infizierten, die weder in Risikogebieten waren, noch Kontakt zu nachgewiesenen Covid-19-Patienten hatten. Eine mögliche Erklärung: Das Coronavirus operiert verdeckt - es nutzt infizierte Menschen als Sprungbrett, die ihre Erkrankung gar nicht bemerken und daher ihre ahnungslosen Mitmenschen anstecken könne. Forscher entdeckten in China einen Infizierten ohne jegliche Symptome, der allerdings genau so viele Viren abgab wie Erkrankte mit Symptomen. Diese "verdeckten" Fälle mit milden oder ohne jegliche Symptome könnten fast 60 Prozent aller Infizierten ausmachen. Allerdings geht die US-Seuchenschutzbehörde CDC davon aus, dass die verdeckte Übertragung nicht die Hauptriebfeder der Pandemie ist.
Auch Covid-19-Erkrankte mit Symptomen sind bereits zwei bis drei Tage vor den ersten Anzeichen der Krankheit ansteckend, wie eine Studie ergab. Aus Sicht des Virus ein Vorteil gegenüber Vorläufer Sars-CoV, bei dem die Patienten erst etwa eine Woche nach den ersten Symptomen infektiös wurden. Der Grund: Das erste Sars-Virus griff vor allem die Lunge an, wodurch die Infizierten sich schnell krank fühlten und zum Arzt gingen. Dadurch konnten sie isoliert werden, bevor sie andere ansteckten. Laut dem Virologen Christian Drosten habe dies „extrem geholfen“, die damalige Epidemie einzudämmen. Sars-CoV-2 tut diesen Gefallen nicht.
3. Es ist perfekt an uns angepasst
Forscher nehmen auch den Aufbau des Virus unter die Lupe, um das Geheimnis seines Erfolgs zu enträtseln. Im Fokus stehen dabei die sogenannten Spikes - dabei handelt sich um Proteine, die zu allen Seiten aus der kugelförmigen Hülle des Virus herausragen. Mit ihnen dockt Sars-CoV-2 an eine Wirtszelle an, womit der erste Schritt zu einer Infektion getan ist. Danach dringt das Virus in die Zelle ein und programmiert sie zu einer kleinen Viren-Fabrik um.
Die Spikes von Sars-CoV-2 haben eine Besonderheit: Sie scheinen sehr fest an den sogenannten ACE2-Rezeptor der Wirtszelle binden zu können, laut einer Studie mindestens zehnmal so fest wie sein Vorgänger Sars-CoV. Virologen glauben, dass dies ein Grund für die leichte Übertragbarkeit des neuen Erregers sein könnte.
In weiterer Weise unterscheidet sich Sars-CoV-2 von seinem Vorläufer: Um in die Zelle eindringen zu können, nutzt es als einziges Coronavirus das Enzym Furin, welches in den Wirtszellen vorkommt. Auch Grippeviren und HIV greifen auf Furin zurück. Für Sars-CoV-2 möglicherweise ein wichtiger Vorteil - Virologe Gary Whittaker von der Cornell University glaubt, es habe Einfluss auf "die Stabilität des Virus und damit seine Übertragbarkeit", wie er "Nature News" sagte. |