Doch wie bei jedem Hype waren auch hier Betrüger nicht weit. Zunächst fiel die Online-Zeitung Business Insider auf Fehlinformationen über einen angeblichen Hack auf das Unternehmen herein. Der Exklusivbericht, dass Systeme von Biontech per Ransomware verschlüsselt worden seien, entpuppte sich jedoch zügig als Ente. Am Montag dann
der nächste Aufreger: Auf Twitter wurden offenbar mehrere Accounts angelegt, die vorgaben, den Gründern von Biontech zu gehören. Zwei davon sammelten bis zum Montag mehrere Zehntausend Follower. Am Sonntagabend hatte WDR-Journalist Tuncay Özdamar in Deutschland schließlich darauf aufmerksam gemacht, dass die Profile vermutlich von Betrügern angelegt wurden.
Hinweise hatte es bereits früh gegeben, der gewichtigste war: Die Profile hatten keinen blauen Haken. Das ist Twitters Hinweis dafür, dass die Authentizität der Konten überprüft wurde. Twitters Verifizierungspraxis ist allerdings notorisch undurchsichtig und lückenhaft, viele Prominente haben keinen blauen Haken. Doch auch auf dem Account des Unternehmens Biontech gab es keinerlei Hinweise auf die angeblich twitternden Gründer. Am Montag, nach dem ersten vielgeteilten deutschen Tweet des falschen Uğur Şahin und diverser anderer Hinweise, sah sich das Unternehmen zu einer Reaktion genötigt. Über den Firmenaccount auf Twitter ließ es wissen: "Unsere Gründer betreiben keine privaten Accounts auf Twitter. Wir stehen mit Twitter in Kontakt, um falsche Profile von #UgurSahin #OezlemTuereci löschen zu lassen." Mittlerweile wurden zwei der falschen Profile gelöscht, ein drittes wurde umbenannt.
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