Quelle-Zukunft offen Bund lehnt Staatsbürgschaft ab
Das Finanzministerium hat eine Millionen-Bürgschaft für den insolventen Versandhändler Quelle abgelehnt. Jetzt hofft das Traditionsunternehmen auf einen staatlichen Kredit.
Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) lehnt eine Staatsbürgschaft für das insolvente Versandhaus Quelle ab. Er folge dem Votum des interministeriellen Bürgschaftsausschusses. Dieser habe unter Beteiligung eines Vertreters aus Bayern eine Bürgschaft abgelehnt, sagte Steinbrück. Der Grund sei, dass bei Quelle eine Überschuldung vorliege.
Quelle wollte zunächst eine Staatsbürgschaft über 50 Millionen Euro. Ursprünglich sollten sich der Bund und die Länder Sachsen und Bayern die Bürgschaft teilen. Bayern und Sachsen hatten bereits zugesagt, sich zu beteiligen. Wegen des hohen Ausfallrisikos gab es im Bürgschaftsausschuss aber Bedenken. Im Gespräch ist nun ein sogenannter Massekredit, der vorläufig helfen soll. Eine Entscheidung des Bürgschaftsausschusses wurde für Mittwochnachmittag erwartet.
Nach einem Bericht der "Nürnberger Zeitung" soll Quelle den beantragten staatlichen Kredit bekommen. Der Bürgschaftsausschuss von Bund und Ländern werde am Mittwoch beschließen, dass die staatliche KfW und die Landesanstalt für Aufbaufinanzierung (LfA) dem insolventen Versandhaus einen vorrangig gesicherten Massekredit von 50 Millionen Euro geben wird, berichtet die Zeitung unter Berufung auf informierte Kreise in Berlin. Bei Quelle seien noch genügend finanzielle Mittel gefunden worden, die als Sicherheit für den Massekredit dienen könnten. Mit einem Massekredit können Unternehmen im Insolvenzverfahren zahlungsfähig gehalten werden. Die Forderungen des Kreditgebers werden vorrangig bedient.
Kredit von der Quelle-Hausbank?
Die Arcandor-Tochter Quelle musste am 9. Juni zusammen mit dem Gesamtkonzern Insolvenz anmelden. Um dem Versandhändler einen Weiterbetrieb zu ermöglichen, räumte die bayerische Staatsregierung Quelle vergangene Woche eine Bürgschaft für Bankkredite in Höhe von rund 20 Millionen Euro ein. Hilfen über weitere 30 Millionen Euro sollten von anderen Bundesländern mit Quelle-Standorten und dem Bund kommen.
Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, Bayern habe sich auf eine Ablehnung vorbereitet und erwäge einen Alleingang bei der Rettung von Quelle. Der benötigte Kredit könnte von der Quelle-Hausbank Valovis gewährt oder durch die bayerische Landesförderbank Lfa verbürgt werden, schrieb die Zeitung. Eine andere Variante sei ein Kredit der Landesbank Bayern LB.
http://www.n24.de/news/newsitem_5162176.html ----------- Der Mensch ist mit nichts in der Welt zufrieden, ausgenommen mit seinem Verstande, je weniger er hat, desto zufriedener.
August von Kotzebue |