Thomas Rappold: Von Xi Jingping wird in einem aktuellen Aufsatz in der South China Morning Post berichtet, dass er vor Jahren das Internet als Gefahr angesehen hat, inzwischen aber als strategischen Schlüssel für die chinesische Auslandsexpansion. Erinnert sei an das Projekt "Neue Seidenstraße", die auch dazu dient, chinesische Digitalstandards in Wachstumsregionen wie Afrika und Asien zu bringen.
Entsprechend sehe ich das als "Geben" und "Nehmen". Man wird sich hier gegenseitig arrangieren. China sieht gemäß dem aktuellen Fünfjahresplan seine Chance in der massiven Förderung der Technologieindustrie, bevorzugt in den Segmenten Blockchain, künstliche Intelligenz und 5G. Hier entwickelt der Staat sehr zielgerichtet mit viel Geld zentrale Leitplanken für die Tech-Vorherrschaft. Hierzu braucht China aber auch die Kreativität und das unternehmerische Engagement der Privatwirtschaft. Reine Planwirtschaft funktioniert nicht, siehe DDR und UdSSR.
Der Westen muss sich da zukünftig noch wärmer anziehen als jetzt schon. Die zusätzliche Regulierung könnte aber auch zu sinnvollen Standards führen. Man kann das mit der Umweltindustrie vergleichen. Standards und Regulierung können so zu qualitativ hochwertigen Lösungen und damit nachhaltigem Wachstum führen. Davon sollten dann auch die großen chinesischen Digitalchampions profitieren können, sofern sie diese Leitplanken bestmöglich für ihr Geschäft nutzen.
Überhitzung und Regulierung: Techs unter Druck: Herr Rappold, inwieweit bringen Tech-Blase und Bürokratiewahn unsere Börsenparty in Gefahr? | wallstreet-online.de - Vollständiger Artikel unter: https://www.wallstreet-online.de/nachricht/...ahn-boersenparty-gefahr |