durchaus eine guter Schachzug für Johnson, die Neuwahl. Dank des Mehrheitwahlrechts hat er gute Karten, eine Mehrheit im Parlament einzusammeln. Da spielt Farage, der zwar beim Verhältniswahlrecht (wie Europawahl) was absahnen kann, nicht diese Rolle. Das Mehrheitswahlrecht ist Personenwahl, da kam Farages Ein-Mann-Partei immer schlecht weg mangels geeigneter Kandidaten in der Breite. Einfache Mehrheit genügt, keine Stichwahl. Die Brexiter werden die Torykandidaten wählen. Die Opposition der No-Brexiter bzw. Deal-Brexiter ist eben auf mehrere Parteien verteilt, die sich gegenseitig die Stimmen wegnehmen. Da reichen dann u.U. 25-30%, um den Wahlkreis einzusacken, wenn die Labours und die Liberalen und Grünen usw. jeweils zwiaxhen 10-25% abgreifen. Zusammen zwar die Mehrheit, aber eben einzeln nicht.
Letztlich ist Johnson nur die Spitze des Problems. Ebenso problematisch ist Corbyn. Ein sturer, unbeliebter linker Säger. Einer der Typen alla "eigentlich dafür, aber aus Prinzip dagegen". Er hätte es in der Hand gehabt, Mays Deal durchzubringen. Damit hätte er die Torys mehr blamiert als mit seinem Rumgeeiere: Deal eigentlich ok, aber wir wollen noch mehr Nähe zur EU. Was im Nachhinein ja mit entsprechender Mehrheit hätte erreicht werden können. Aber für so einen sturen Hund zu viel der Taktik. Will alles und zwar sofort, um am Ende nix zu haben, außer persönlicher Befriedigung. Kürzlich haben in einer Umfrage bei den Briten deutlich mehr gesagt: Lieber einen No-Deal-Brexit (obwohl wir das doof finden) als einen Corbyn als MP. Mit so einer Opposition ist für Johnson gut Kirschen essen. Einen wie Corbyn vernascht der zum Nachtisch... ----------- Alles ist relativ. |