Schürrle lässt Mainz auf Europa hoffen Jungnationalspieler Schürrle hat kurz vor Schluss einen lichten Moment und sichert Mainz 05 gute Aussichten auf einen Platz in der Europa League. Mönchengladbach stürzt er mit seinem Volltreffer tief in den Tabellenkeller.
15. April 2011
Dank eines glänzenden Augenblicks, den Jungnationalspieler André Schürrle mit dem Tor des Tages zum 1:0 abschloss (87. Minute), gewann Mainz 05 am Freitagabend doch noch sein Fußball-Bundesligaspiel gegen den bis dahin aufopferungsvoll kämpfenden Ligaletzten Borussia Mönchengladbach. Es war der erste Heimerfolg seit November für den Tabellenfünften, der sich spät, dafür aber um so ausgiebiger über diesen wertvollen Sieg gegen die nun fast aussichtslos im Tabellenkeller festsitzenden Gladbacher freuen konnte.
Lange schien es, als sollte es mal wieder nichts werden mit drei Punkten in dem mit 20.300 Zuschauern ausverkauften Stadion am Bruchweg. Selbst aus der Überzahl nach Hankes Platzverweis (53.) machten die bis zur 87. Minute unkonzentrierten, verkrampften Mainzer nichts. Nun aber sind die Aussichten, in der kommenden Spielzeit in der neuen Arena sogar international, in der Europa League, mitspielen zu können, glänzend.
Favre hatte viel Optimismus verbreitet
Unnötiger Platzverweis: Mike Hanke (r.) sieht zwei Mal gelb gleich rot
Gegen Mainz fing im Herbst das ganze Elend an, genauer mit einer 2:3-Heimniederlage der Mönchengladbacher Borussia nach einem 4:0-Triumph in Köln. Danach rutschte der fünfmalige deutsche Meister auf den letzten Platz der Tabelle, von wo er bis jetzt nicht mehr nach oben krabbeln konnte. Diesmal lag der glänzende 5:1-Heimsieg über die Kölner hinter den Gladbachern, die mit frischem Mut nach Rheinhessen gereist waren. Nun sollten dem Erfolg in der Not drei weitere Punkte folgen und damit ein weithin sichtbares Zeichen neuer Zuversicht gesetzt werden. Trainer Lucien Favre hatte während der Woche viel Optimismus verbreitet in der Hoffnung, mit der eigenen, gegen die Kölner starken Offensive die zu einem defensiven Totalumbau gezwungenen Mainzer überraschen zu können.
Im Tor ersetzte Wetklo den an einer Bauchmuskelzerrung leidenden Müller; rechts probierte Trainer Thomas Tuchel Clagiuri aus, links kehrte der vorige Woche gesperrte Fuchs auf seinen Stammplatz zurück; innen verteidigten Bungert und Kirchhoff anstelle der gesperrten Noveski und Svensson. Und noch ein Handikap hatten die 05er zu überwinden, denn der letzte Heimsieg lag lange zurück. Dem 3:0 über den 1. FC Nürnberg am 26. November 2010 schloss sich bis zum Freitag kein weiterer Gewinn der ganzen Beute an. Gelb-Rot in der 53. Minute für Hanke
Auch gegen die Borussia war bis zur Pause nichts Weltbewegendes passiert. Mainz attackierte, drückte aufs Tempo und brachte damit die eine Spur zu langsame Viererkette der Gladbacher immer wieder in Verlegenheit, doch es fehlte die nötige Lockerheit, der letzte Pass, der rechtzeitige Abschluss, die professionelle Abgeklärtheit vor dem Tor des Gegners. Die Westdeutschen waren in den ersten 45 Minuten die zwar deutlich unterlegene Mannschaft, besaßen aber durch Reus nach einem Doppelpass mit Hanke die beste Gelegenheit. Nur knapp verfehlte der Flachschuss des rechten Flügelflitzers sein Ziel (21.). Für ein Team indes, das einen Sieg dringend brauchte, wirkte die Elf vom Niederrhein zu bieder.
Nach dem Wechsel verschlechterten sich die Aussichten der Borussia auf ein kleines Frühlingsfest in Rheinhessen weiter. Der schon verwarnte Mike Hanke musste nach seinem zweiten Foul - an Polanski, dem besten Mainzer und ehemaligen Mönchengladbacher - gehen. Gelb-Rot in der 53. Minute, das musste erst einmal verkraftet werden - zumal der Tabellenletzte gerade angefangen hatte, seine Verteidigungslinien etwas stärker nach vorn zu verschieben, um so schneller zu Gegenangriffen zu kommen. Tuchels Spieler aber schlugen kein Kapital aus der Überzahl. Jungnationalspieler Holtby, vor dem Tor der Gladbacher ähnlich unentschlossen wie sein stürmischer Kollege Schürrle, tändelte bei der besten Gelegenheit (57.) - und schon war die Chance dahin. Der Mönchengladbacher Jungtorwart ter Stegen brauchte kaum einmal selbst einzugreifen, so rasch versandeten die Attacken des Tabellenfünften. Bis Schürrle kam und dem Achtzehnjährigen mit seinem Distanzschuss zum guten Schluss für Mainz (87.) keine Chance ließ.
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