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Vor und zurück im CEE-Bankgeschäft - plus Geopolitik
19.12.22 14:49
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - Ein dramatisches Jahr für Europa und das CEE-Bankwesen brachten eine gemischte Bilanz, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).
Kräftige Zinserhöhungen hätten die Rentabilität der CEE-Banken in CE/SEE gestärkt, während die Auswirkungen des Krieges und der Sanktionen Ökonomien und Banken in Osteuropa Schwierigkeiten bereiten würden. Für 2023 sei kein ruhiges Fahrwasser zu erwarten, da die Konjunkturabschwächung, steigende Finanzierungskosten und staatliche Abgaben/Interventionen die Ertragsseite beeinträchtigen dürften. Trotz drastischen Abbaus von Engagements und/oder Marktausstiegen seien einige westliche CEE-Banken noch direkt vom Krieg und den Sanktionen in der Ukraine und Russland betroffen. Dennoch seien die Analysten der RBI der Meinung, dass die wichtigsten CE/SEE-Bankensektoren gut positioniert seien, um 2023 ein schwierigeres Umfeld zu meistern.
Ironischerweise haben grenzüberschreitend tätige regionale CEE-Banken ex-post noch mehr und indirekt von der COVID-19-Krise profitiert, als wir letztes Jahr dachten, so die Analysten der RBI. Die starke und politisch unterstützte Kreditexpansion in CE/SEE der letzten Jahre, wo westliche Akteure viel größere Marktanteile hätten als in Russland, habe noch mehr dazu beigetragen, dass die osteuropäischen Anteile am CEE-Bankgeschäft (durch starkes Wachstum anderswo) in den letzten Jahren (inklusive 2020 und 2021) auf ein krisenverträgliches Maß gesunken seien. Der Russland-Anteil in den CEE-Exposures sei von knapp 12% auf unter 9% gefallen. Derweil hätten CEE-Banken von der mutigen geldpolitischen Straffung in CE/SEE profitiert. So weit so gut, denn der solide und breit angelegte Post-Corona-Aufschwung der europäischen Wirtschaft sei durch den Ukraine-Krieg zum Erliegen gekommen.
Insofern würden die Analysten der RBI denken, dass man die sehr positive Entwicklung des CE/SEE-Bankensektors der Jahre 2021/2022 nicht einfach extrapolieren könne. Dies gelte umso mehr, als die unterstützenden Wirkungen drastischer Zinserhöhungen in CE/SEE abklingen würden. Insofern sähen die Analysten der RBI einen vorsichtig optimistischen Ausblick für den Bankenmarkt. Es gebe Herausforderungen bei der Refinanzierung, den Refinanzierungskosten, der Kapitalpuffer bzw. die Analysten der RBI sähen partiell ein Gesamtumfeld, das ein wenig an die herausfordernden Jahre 2012/2013 im CE/ SEE-Bankgeschäft erinnere.
Aus regionaler Sicht habe die belgische KBC dank eines aktiven organischen Wachstums in Tschechien die führende Position unter den ausländischen und grenzüberschreitend tätigen Kreditgebern sowohl in Zentraleuropa (CE) als auch in der CE-3-Ländergruppe (CZ, HU, SK) von der Ersten Bank Gruppe übernommen. Auch die RBI sei im CE-3-Ranking um eine Position auf Platz vier vorgerückt (und habe damit die Société Générale, die der UniCredit dicht auf den Fersen sei, überholt), was auf Übernahmen in Tschechien und solides Wachstum in der Slowakei und Ungarn zurückzuführen sei. In SEE lägen UniCredit und Erste weiterhin vor den anderen Markakteuren. Interessant sei, dass es auch neue Herausforderer auf dem Markt gebe.
Die großen österreichischen CEE-Banken Erste Bank und Raiffeisen Bank International würden weiterhin das regionale Ranking der größten CEE-Kreditinstitute anführen. Die belgische KBC-Gruppe, die Nummer Drei, hole stark auf und sei nun der größte Akteur in Zentraleuropa, während die ungarische OTP nun die fünftgrößte regionale CEE-Bank sei (noch hinter der UniCredit, aber vor der Société Générale).
Die Analysten der RBI sähen die skizzierten Expansionsstrategien als Bestätigung der allgemeinen Attraktivität der regionalen Bankenmärkte für gut etablierte regionale Akteure. Die Markttrends in Osteuropa würden sich aufgrund der derzeit eingeschränkten Offenlegung durch russische Banken (die letzten Sektordaten stammen vom Januar 2022) viel schwerer beurteilen lassen. Bemerkenswert an den jüngsten Entwicklungen seien jedoch die Stärkung der Position der VTB aufgrund der von der Regierung genehmigten Übernahme der Bank Otkritie FC, der Rückzug von Société Générale aus dem Kapital der Rosbank und die Verkleinerung der russischen Tochtergesellschaften von RBI und UniCredit (Schrumpfung der Kreditportfolien in Lokalwährung um 20-40%). Je nach weiterer Rubel (RUB)-Wechselkursentwicklung, möglicher weiterer lokaler Bilanzreduktion und/oder aktivem Exposureabbau (bis zum Marktverlassen), könnte der Fortgang der Russland-Geschäfte bei RBI und UniCredit das CEE-Bankenranking 2023 nochmals deutlich verschieben.
Besonders hervorzuheben sei für das Jahr 2022 aus dem regionalen Bankenblickwinkel die aufsichtsrechtliche Schließung der Sberbank Europe Gruppe (ca. 11 Mrd. EUR Vermögenswerte in CE/SEE), die auf dem Markt für Aufsehen gesorgt habe, indem sie die nationalen Abwicklungsrahmenwerke (sowohl innerhalb als auch außerhalb der EU) auf die Probe gestellt und auch zur M&A-Welle beigetragen habe. Ironischerweise sei die Gruppe bereits auf dem Weg zu einem geordneten Verkauf ausgewählter CEE-Tochtergesellschaften Ende 2021 gewesen, doch seien diese Transaktionen erstmal weitgehend gescheitert, als die Krise der Bank und die Sanktionen im Februar/März 2022 eingesetzt hätten. Schließlich habe es unter den Erwerbern im Zuge selektiver Rettungsaktionen lokale Akteure gegeben, die in der Lage gewesen seien, eine rasche Übernahme-Entscheidungen zu treffen und damit Marktanteile zu gewinnen, darunter in Märkten wie Kroatien, Slowenien oder Bosnien und Herzegowina.
Insgesamt sähen die Analysten der RBI, dass die dringend benötigte Abwicklung der Sberbank Europe im Summe reibungslos verlaufen sei. Der (erzwungene) Rückzug der Sberbank habe dazu beigetragen, dass sich das Gleichgewicht der Marktkräfte in den kleineren Märkten des Westbalkans zugunsten einheimischer Bankengruppen verschoben habe, was bereits in den letzten fünf Jahren zu beobachten gewesen sei. Ansonsten habe der lebhafte Konsolidierungstrend in den größeren CE/SEE-Märkten die Beteiligungsquote ausländischer Marktteilnehmer 2021/2022 nicht wesentlich verändert, d.h. die jüngsten Umverteilungen und Kombinationen von Marktanteilen seien größtenteils innerhalb der Gruppen entweder ausländischer oder lokaler Marktteilnehmer erfolgt.
Längerfristig gesehen sei Serbien hier eine Ausnahme, wo der Marktanteil ausländischer Banken in den letzten fünf Jahren aufgrund der Übernahmen lokaler Banken durch OTP und NLB deutlich auf über 75% gestiegen sei. Entsprechend der regen Fusions- und Übernahmeaktivität in den letzten Jahren habe sich die Marktkonzentration (Top-5-Banken) in den größten CE/SEE-Märkten tendenziell erhöht, was wiederum bedeute, dass es jetzt weniger "einfache" Optionen gebe, um Geschäftsanteile zu übernehmen, sodass bei der Auswahl künftiger Fusions- und Übernahmeziele ein umsichtigeres Vorgehen geboten sei.
Russische Banken hätten sich 2022 mit Sanktionen konfrontiert gesehen, die strenger gewesen seien als erwartet, was dem Sektor zunächst insgesamt Verluste in ungeahnter Höhe beschert habe. Gegenwärtig seien ca. 60% des russischen Bankensektors vom SWIFT-System abgeschnitten ("De-Swifted"). Das Einfrieren von Vermögenswerten, von den USA, der EU oder dem Vereinigten Königreich verhängt, betreffe fast 80% des russischen Bankensektors und habe im ersten Halbjahr 2022 zu einem hohen Verlust von 1,5 Mrd. RUB geführt (ca. 18 Mrd. EUR), der unter anderem auf die erzwungene Liquidierung von Derivatpositionen zurückzuführen sei. Nach Angaben der russischen Notenbank (CBR) habe sich der Verlust bis zum Oktober 2022 auf 400 Mrd. RUB (ca. 5,6 Mrd. EUR) verringert, aber die Analysten der RBI würden davon ausgehen, dass der Sektor für das gesamte Jahr noch in den roten Zahlen bleiben werde.
In der Ukraine nähmen die notleidenden Kredite zu, aber auch hier würden sich die Reformen der letzten Jahre auszahlen. Es sei keine Überraschung, dass sich die Kreditqualität aufgrund des Krieges verschlechtere. Der Anteil der notleidenden Kredite im Bankensektor sei in sieben Kriegsmonaten von 31,5% auf 37,5% im Unternehmenssektor und von 15,9% auf 27,6% im Haushaltssektor gestiegen. Die Analysten der RBI würden davon ausgehen, dass die notleidenden Kredite kriegsbedingt weiter ansteigen würden. Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass sie den nach der letzten Krise 2014-15 verzeichneten Höchststand von 55% überschreiten würden, da die Zentralbank seitdem entschlossen und erfolgreich umfassende Reformen im Bankensektor durchgeführt habe.
Positiv zu vermerken sei, dass die geopolitischen Verwerfungen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg keine existenzielle Bedrohung für die großen westlichen CEE-Banken darstellen würden, von denen einige auch in Russland aktiv seien. Die Analysten der RBI würden dies auf vorsichtige regionale Marktstrategien zurückführen, die seit 2014/2015 umgesetzt würden. Seit 2014/2015 sei der Anteil Russlands und Osteuropas in den Portfolios der westlichen CEE-Banken von knapp über 20% (2014/2015) auf unter 10% gesunken. Geopolitische Blauäugigkeit sei hier nicht zu erkennen. Seit 2013/2014 hätten westliche Großbanken ihre regionale Portfolioallokation so angepasst, dass eine signifikante geopolitische Eskalation im osteuropäischen Raum die Existenz regionaler CEE-Geschäftsstrategien nicht gefährde. (19.12.2022/alc/a/a)
Kräftige Zinserhöhungen hätten die Rentabilität der CEE-Banken in CE/SEE gestärkt, während die Auswirkungen des Krieges und der Sanktionen Ökonomien und Banken in Osteuropa Schwierigkeiten bereiten würden. Für 2023 sei kein ruhiges Fahrwasser zu erwarten, da die Konjunkturabschwächung, steigende Finanzierungskosten und staatliche Abgaben/Interventionen die Ertragsseite beeinträchtigen dürften. Trotz drastischen Abbaus von Engagements und/oder Marktausstiegen seien einige westliche CEE-Banken noch direkt vom Krieg und den Sanktionen in der Ukraine und Russland betroffen. Dennoch seien die Analysten der RBI der Meinung, dass die wichtigsten CE/SEE-Bankensektoren gut positioniert seien, um 2023 ein schwierigeres Umfeld zu meistern.
Ironischerweise haben grenzüberschreitend tätige regionale CEE-Banken ex-post noch mehr und indirekt von der COVID-19-Krise profitiert, als wir letztes Jahr dachten, so die Analysten der RBI. Die starke und politisch unterstützte Kreditexpansion in CE/SEE der letzten Jahre, wo westliche Akteure viel größere Marktanteile hätten als in Russland, habe noch mehr dazu beigetragen, dass die osteuropäischen Anteile am CEE-Bankgeschäft (durch starkes Wachstum anderswo) in den letzten Jahren (inklusive 2020 und 2021) auf ein krisenverträgliches Maß gesunken seien. Der Russland-Anteil in den CEE-Exposures sei von knapp 12% auf unter 9% gefallen. Derweil hätten CEE-Banken von der mutigen geldpolitischen Straffung in CE/SEE profitiert. So weit so gut, denn der solide und breit angelegte Post-Corona-Aufschwung der europäischen Wirtschaft sei durch den Ukraine-Krieg zum Erliegen gekommen.
Insofern würden die Analysten der RBI denken, dass man die sehr positive Entwicklung des CE/SEE-Bankensektors der Jahre 2021/2022 nicht einfach extrapolieren könne. Dies gelte umso mehr, als die unterstützenden Wirkungen drastischer Zinserhöhungen in CE/SEE abklingen würden. Insofern sähen die Analysten der RBI einen vorsichtig optimistischen Ausblick für den Bankenmarkt. Es gebe Herausforderungen bei der Refinanzierung, den Refinanzierungskosten, der Kapitalpuffer bzw. die Analysten der RBI sähen partiell ein Gesamtumfeld, das ein wenig an die herausfordernden Jahre 2012/2013 im CE/ SEE-Bankgeschäft erinnere.
Aus regionaler Sicht habe die belgische KBC dank eines aktiven organischen Wachstums in Tschechien die führende Position unter den ausländischen und grenzüberschreitend tätigen Kreditgebern sowohl in Zentraleuropa (CE) als auch in der CE-3-Ländergruppe (CZ, HU, SK) von der Ersten Bank Gruppe übernommen. Auch die RBI sei im CE-3-Ranking um eine Position auf Platz vier vorgerückt (und habe damit die Société Générale, die der UniCredit dicht auf den Fersen sei, überholt), was auf Übernahmen in Tschechien und solides Wachstum in der Slowakei und Ungarn zurückzuführen sei. In SEE lägen UniCredit und Erste weiterhin vor den anderen Markakteuren. Interessant sei, dass es auch neue Herausforderer auf dem Markt gebe.
Die großen österreichischen CEE-Banken Erste Bank und Raiffeisen Bank International würden weiterhin das regionale Ranking der größten CEE-Kreditinstitute anführen. Die belgische KBC-Gruppe, die Nummer Drei, hole stark auf und sei nun der größte Akteur in Zentraleuropa, während die ungarische OTP nun die fünftgrößte regionale CEE-Bank sei (noch hinter der UniCredit, aber vor der Société Générale).
Besonders hervorzuheben sei für das Jahr 2022 aus dem regionalen Bankenblickwinkel die aufsichtsrechtliche Schließung der Sberbank Europe Gruppe (ca. 11 Mrd. EUR Vermögenswerte in CE/SEE), die auf dem Markt für Aufsehen gesorgt habe, indem sie die nationalen Abwicklungsrahmenwerke (sowohl innerhalb als auch außerhalb der EU) auf die Probe gestellt und auch zur M&A-Welle beigetragen habe. Ironischerweise sei die Gruppe bereits auf dem Weg zu einem geordneten Verkauf ausgewählter CEE-Tochtergesellschaften Ende 2021 gewesen, doch seien diese Transaktionen erstmal weitgehend gescheitert, als die Krise der Bank und die Sanktionen im Februar/März 2022 eingesetzt hätten. Schließlich habe es unter den Erwerbern im Zuge selektiver Rettungsaktionen lokale Akteure gegeben, die in der Lage gewesen seien, eine rasche Übernahme-Entscheidungen zu treffen und damit Marktanteile zu gewinnen, darunter in Märkten wie Kroatien, Slowenien oder Bosnien und Herzegowina.
Insgesamt sähen die Analysten der RBI, dass die dringend benötigte Abwicklung der Sberbank Europe im Summe reibungslos verlaufen sei. Der (erzwungene) Rückzug der Sberbank habe dazu beigetragen, dass sich das Gleichgewicht der Marktkräfte in den kleineren Märkten des Westbalkans zugunsten einheimischer Bankengruppen verschoben habe, was bereits in den letzten fünf Jahren zu beobachten gewesen sei. Ansonsten habe der lebhafte Konsolidierungstrend in den größeren CE/SEE-Märkten die Beteiligungsquote ausländischer Marktteilnehmer 2021/2022 nicht wesentlich verändert, d.h. die jüngsten Umverteilungen und Kombinationen von Marktanteilen seien größtenteils innerhalb der Gruppen entweder ausländischer oder lokaler Marktteilnehmer erfolgt.
Längerfristig gesehen sei Serbien hier eine Ausnahme, wo der Marktanteil ausländischer Banken in den letzten fünf Jahren aufgrund der Übernahmen lokaler Banken durch OTP und NLB deutlich auf über 75% gestiegen sei. Entsprechend der regen Fusions- und Übernahmeaktivität in den letzten Jahren habe sich die Marktkonzentration (Top-5-Banken) in den größten CE/SEE-Märkten tendenziell erhöht, was wiederum bedeute, dass es jetzt weniger "einfache" Optionen gebe, um Geschäftsanteile zu übernehmen, sodass bei der Auswahl künftiger Fusions- und Übernahmeziele ein umsichtigeres Vorgehen geboten sei.
Russische Banken hätten sich 2022 mit Sanktionen konfrontiert gesehen, die strenger gewesen seien als erwartet, was dem Sektor zunächst insgesamt Verluste in ungeahnter Höhe beschert habe. Gegenwärtig seien ca. 60% des russischen Bankensektors vom SWIFT-System abgeschnitten ("De-Swifted"). Das Einfrieren von Vermögenswerten, von den USA, der EU oder dem Vereinigten Königreich verhängt, betreffe fast 80% des russischen Bankensektors und habe im ersten Halbjahr 2022 zu einem hohen Verlust von 1,5 Mrd. RUB geführt (ca. 18 Mrd. EUR), der unter anderem auf die erzwungene Liquidierung von Derivatpositionen zurückzuführen sei. Nach Angaben der russischen Notenbank (CBR) habe sich der Verlust bis zum Oktober 2022 auf 400 Mrd. RUB (ca. 5,6 Mrd. EUR) verringert, aber die Analysten der RBI würden davon ausgehen, dass der Sektor für das gesamte Jahr noch in den roten Zahlen bleiben werde.
In der Ukraine nähmen die notleidenden Kredite zu, aber auch hier würden sich die Reformen der letzten Jahre auszahlen. Es sei keine Überraschung, dass sich die Kreditqualität aufgrund des Krieges verschlechtere. Der Anteil der notleidenden Kredite im Bankensektor sei in sieben Kriegsmonaten von 31,5% auf 37,5% im Unternehmenssektor und von 15,9% auf 27,6% im Haushaltssektor gestiegen. Die Analysten der RBI würden davon ausgehen, dass die notleidenden Kredite kriegsbedingt weiter ansteigen würden. Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass sie den nach der letzten Krise 2014-15 verzeichneten Höchststand von 55% überschreiten würden, da die Zentralbank seitdem entschlossen und erfolgreich umfassende Reformen im Bankensektor durchgeführt habe.
Positiv zu vermerken sei, dass die geopolitischen Verwerfungen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg keine existenzielle Bedrohung für die großen westlichen CEE-Banken darstellen würden, von denen einige auch in Russland aktiv seien. Die Analysten der RBI würden dies auf vorsichtige regionale Marktstrategien zurückführen, die seit 2014/2015 umgesetzt würden. Seit 2014/2015 sei der Anteil Russlands und Osteuropas in den Portfolios der westlichen CEE-Banken von knapp über 20% (2014/2015) auf unter 10% gesunken. Geopolitische Blauäugigkeit sei hier nicht zu erkennen. Seit 2013/2014 hätten westliche Großbanken ihre regionale Portfolioallokation so angepasst, dass eine signifikante geopolitische Eskalation im osteuropäischen Raum die Existenz regionaler CEE-Geschäftsstrategien nicht gefährde. (19.12.2022/alc/a/a)


