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Die schwierige Rolle der Bank of England im Brexit


21.10.19 09:00
State Street Global Markets

Boston (www.anleihencheck.de) - Die drohenden Folgen des Brexit waren eine besonders schwierige Herausforderung für die Bank von England (BoE), so Michael Metcalfe, Head of Global Macro Strategy bei State Street Global Markets.

Sie habe entschieden nach dem Referendum 2016 agiert, aber die Wirtschaft im Vereinigten Königreich habe weitaus besser abgeschnitten als vorhergesagt. Im Nachhinein sei es schwer zu sagen, ob es an der Pro-Aktivität der BoE oder daran gelegen habe, dass die schlechte Stimmung unter den Investoren dadurch ausgeglichen worden sei, dass UK die EU ja noch nicht verlassen habe. Außerdem gab es - und es gibt sie noch - eine erhebliche Unsicherheit darüber, wie hart der Brexit sein würde und welchen Schaden die Beziehungen zur EU, dem wichtigsten Handelspartner des Vereinigten Königreichs, nehmen würden, so die Experten von State Street Global Markets.

Wie man höre, hätten die Entscheider der BoE diesen Monat sowohl für steigende als auch fallende Zinsen Vorkehrungen getroffen. Das Szenario für fallende Zinsen wäre, dass die vom Brexit verursachte Unsicherheit die Investitionsbereitschaft dämpfen werde. Dies ähnele der Begründung der FED für pro-aktive Zinssenkungen im Hinblick auf die durch den US-chinesischen Handelskrieg ausgelöste Unsicherheit.

Gleichzeitig habe die BoE argumentiert, dass eine parlamentarische Beschlussfassung zum Brexit, die zur Stunde nicht garantiert sei, die Unsicherheit erhöhen und damit einen Anstieg der Zinsen begründen könnte. Der Kurspfad des Pfund Sterling vor dem Hintergrund dieser möglichen Entwicklungen schaffe zusätzliche Komplikationen für die BoE und habe das Potenzial, jede mögliche Zinsverschiebung zu verstärken. Aber hierin liege die Ironie: Ein Land, das im Zentrum einer der größten globalen Unsicherheiten liege, habe noch immer eine der wenigen Zentralbanken, in denen das Zinsrisiko offenbar symmetrisch sei. (Ausgabe vom 18.10.2019) (21.10.2019/alc/a/a)