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Ein langer Weg der Entschleunigung: Das Tapering der FED und die Inflation in den USA
30.09.21 13:02
Capital Group
Los Angeles (www.anleihencheck.de) - Die Federal Reserve (FED) dürfte nach Einschätzungen von Experten der Capital Group Ende des Jahres damit beginnen die Stimulierungsmaßnahmen zurückzufahren, so die Experten der Capital Group.
2013 habe dies für Unruhe an den Märkten gesorgt. Timothy Ng und Thomas Hollenberg, Portfoliomanager bei Capital Group, würden analysieren, warum die Inflationsrate nicht unbedingt ausschlaggebend sei und warum sie eine erneute Panik für unwahrscheinlich halten würden.
"Das letzte Mal, als die FED ihre Anleihekäufe reduzierte, löste dies das berüchtigte Taper Tantrum von 2013 aus", so Ng. "Die Märkte wurden damals überrumpelt und die Anleiherenditen schnellten in die Höhe." Diesmal seien die Anleger besser auf die Straffung der Geldpolitik vorbereitet, weshalb Ng und Hollenberg keinen Aufruhr erwarten würden. Lediglich der genaue Zeitpunkt für den Ausstieg aus der Zinswende sei noch unbekannt.
"Wir gehen davon aus, dass die FED ihre Absicht, das Programm zu reduzieren, bereits auf ihrer November-Sitzung bekannt geben wird", sage Hollenberg. Voraussetzung dafür sei, dass sich die wirtschaftlichen Bedingungen bis dahin nicht deutlich verschlechtern würden. Demnach würde die US-Notenbank wahrscheinlich in den Wochen nach der Ankündigung mit der Reduzierung der Anleihenkäufe beginnen. "Auf der Grundlage früherer Äußerungen der FED und ihres früheren Tapering-Programms gehen wir davon aus, dass dieser Prozess etwa sechs bis neun Monate dauern wird und höchstwahrscheinlich Mitte 2022 endet", analysiere Hollenberg.
Derzeit kaufe die FED jeden Monat US-Staatsanleihen und Pfandbriefe im Wert von 120 Milliarden US-Dollar. Dieser Betrag würde dann allmählich zurückgeschraubt werden, bis die FED keine weiteren Wertpapiere mehr aufkaufe. Nach dem Ende des Tapering-Prozesses werde die FED dann nur noch Wertpapiere kaufen, die zur Aufrechterhaltung des Umfangs ihrer Bilanz ausreichen würden und alte, fällig werdende Papiere ersetzen.
"Wir glauben, dass die FED frühestens Ende 2022 eine Zinserhöhung in Betracht ziehen wird", sage Ng. Sobald die FED die kurzfristigen Zinssätze ansteigen lasse, würde sie dies demnach schrittweise tun, so wie sie es von 2015 bis 2018 der Fall gewesen sei.
"Wie den meisten Anlegern bekannt ist, hält die Inflationsrate die FED nicht zurück", so Ng. In diesem Jahr sei diese über die von der FED angestrebten zwei Prozent gestiegen. Im Juli habe der Wert noch bei 3,6 Prozent gelegen. Damit liege dieser weit über dem Zielwert - auf einem Niveau, das seit den frühen 1990er Jahren nicht mehr erreicht worden sei.
Die heutige Inflationsrate sei jedoch nicht unbedingt ausschlaggebend, wenn es um Zinserhöhungen gehe. "Die FED wird diesen Schritt wahrscheinlich erst Ende nächsten Jahres in Erwägung ziehen", vermute Hollenberg. Dabei bleibe abzuwarten, ob die derzeit hohe Inflationsrate bis dahin Bestand haben werde. Wenn das Preiswachstum unter das Ziel zurückgehe, müsse die FED möglicherweise länger warten.
Beim ersten Taper Tantrum seien Rentenanleger in Panik geraten, als die FED ihren letzten Zinsschritt angekündigt habe. Das sei diesmal nicht zu erwarten. "Erstens haben die Anleger schon einmal erlebt, dass die FED solche Maßnahmen ergriffen hat", so Ng. "Sie haben die Auswirkungen gesehen und festgestellt, dass die breitere Normalisierung alles andere als katastrophal war." 2013 hätten die Anleger befürchtet, dass die FED den Leitzins im Laufe der Zeit von null auf eine Spanne von vier bis fünf Prozent anheben würde. Das sei nicht eingetreten. Diesmal würden sie nicht damit rechnen, dass die FED die Zinssätze wesentlich über zwei Prozent anheben werde.
"Zweitens dürfte der Markt nicht überrascht sein, sobald der Prozess beginnt", erläutere Hollenberg. "Die FED hat ihre Pläne sehr transparent kommuniziert." Infolgedessen würde der Markt wahrscheinlich nicht so dramatisch reagieren.
Die Klarheit der Notenbank hätte dazu geführt, dass die aktuellen Anleiherenditen bereits die Annahme widerspiegeln würden, dass noch vor Ende des Jahres die Anleihenkäufe gedrosselt würden. Danach würden sich die Bedenken der Anleger darauf verlagern, wie schnell die FED ihre Ankäufe von Vermögenswerten reduziere und wann sie mit der Anhebung der Zinssätze beginnen werde. "Wenn der Inflationsdruck anhält und der Arbeitsmarkt sich positiv entwickelt, könnten die Verzinsungen von US-Staatsanleihen über das gesamte Laufzeitenspektrum hinweg ansteigen", so Hollenberg. (30.09.2021/alc/a/a)
2013 habe dies für Unruhe an den Märkten gesorgt. Timothy Ng und Thomas Hollenberg, Portfoliomanager bei Capital Group, würden analysieren, warum die Inflationsrate nicht unbedingt ausschlaggebend sei und warum sie eine erneute Panik für unwahrscheinlich halten würden.
"Das letzte Mal, als die FED ihre Anleihekäufe reduzierte, löste dies das berüchtigte Taper Tantrum von 2013 aus", so Ng. "Die Märkte wurden damals überrumpelt und die Anleiherenditen schnellten in die Höhe." Diesmal seien die Anleger besser auf die Straffung der Geldpolitik vorbereitet, weshalb Ng und Hollenberg keinen Aufruhr erwarten würden. Lediglich der genaue Zeitpunkt für den Ausstieg aus der Zinswende sei noch unbekannt.
"Wir gehen davon aus, dass die FED ihre Absicht, das Programm zu reduzieren, bereits auf ihrer November-Sitzung bekannt geben wird", sage Hollenberg. Voraussetzung dafür sei, dass sich die wirtschaftlichen Bedingungen bis dahin nicht deutlich verschlechtern würden. Demnach würde die US-Notenbank wahrscheinlich in den Wochen nach der Ankündigung mit der Reduzierung der Anleihenkäufe beginnen. "Auf der Grundlage früherer Äußerungen der FED und ihres früheren Tapering-Programms gehen wir davon aus, dass dieser Prozess etwa sechs bis neun Monate dauern wird und höchstwahrscheinlich Mitte 2022 endet", analysiere Hollenberg.
Derzeit kaufe die FED jeden Monat US-Staatsanleihen und Pfandbriefe im Wert von 120 Milliarden US-Dollar. Dieser Betrag würde dann allmählich zurückgeschraubt werden, bis die FED keine weiteren Wertpapiere mehr aufkaufe. Nach dem Ende des Tapering-Prozesses werde die FED dann nur noch Wertpapiere kaufen, die zur Aufrechterhaltung des Umfangs ihrer Bilanz ausreichen würden und alte, fällig werdende Papiere ersetzen.
"Wie den meisten Anlegern bekannt ist, hält die Inflationsrate die FED nicht zurück", so Ng. In diesem Jahr sei diese über die von der FED angestrebten zwei Prozent gestiegen. Im Juli habe der Wert noch bei 3,6 Prozent gelegen. Damit liege dieser weit über dem Zielwert - auf einem Niveau, das seit den frühen 1990er Jahren nicht mehr erreicht worden sei.
Die heutige Inflationsrate sei jedoch nicht unbedingt ausschlaggebend, wenn es um Zinserhöhungen gehe. "Die FED wird diesen Schritt wahrscheinlich erst Ende nächsten Jahres in Erwägung ziehen", vermute Hollenberg. Dabei bleibe abzuwarten, ob die derzeit hohe Inflationsrate bis dahin Bestand haben werde. Wenn das Preiswachstum unter das Ziel zurückgehe, müsse die FED möglicherweise länger warten.
Beim ersten Taper Tantrum seien Rentenanleger in Panik geraten, als die FED ihren letzten Zinsschritt angekündigt habe. Das sei diesmal nicht zu erwarten. "Erstens haben die Anleger schon einmal erlebt, dass die FED solche Maßnahmen ergriffen hat", so Ng. "Sie haben die Auswirkungen gesehen und festgestellt, dass die breitere Normalisierung alles andere als katastrophal war." 2013 hätten die Anleger befürchtet, dass die FED den Leitzins im Laufe der Zeit von null auf eine Spanne von vier bis fünf Prozent anheben würde. Das sei nicht eingetreten. Diesmal würden sie nicht damit rechnen, dass die FED die Zinssätze wesentlich über zwei Prozent anheben werde.
"Zweitens dürfte der Markt nicht überrascht sein, sobald der Prozess beginnt", erläutere Hollenberg. "Die FED hat ihre Pläne sehr transparent kommuniziert." Infolgedessen würde der Markt wahrscheinlich nicht so dramatisch reagieren.
Die Klarheit der Notenbank hätte dazu geführt, dass die aktuellen Anleiherenditen bereits die Annahme widerspiegeln würden, dass noch vor Ende des Jahres die Anleihenkäufe gedrosselt würden. Danach würden sich die Bedenken der Anleger darauf verlagern, wie schnell die FED ihre Ankäufe von Vermögenswerten reduziere und wann sie mit der Anhebung der Zinssätze beginnen werde. "Wenn der Inflationsdruck anhält und der Arbeitsmarkt sich positiv entwickelt, könnten die Verzinsungen von US-Staatsanleihen über das gesamte Laufzeitenspektrum hinweg ansteigen", so Hollenberg. (30.09.2021/alc/a/a)
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| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 27.03./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


