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Der lange und schmerzliche Kampf gegen die Inflation
20.10.22 11:45
Fürst Fugger Privatbank
Augsburg (www.anleihencheck.de) - So sehr wir uns ein wirtschaftlich starkes und bedeutendes Europa wünschen, so deutlich müssen wir feststellen, dass die Musik schon seit längerem auf der anderen Seite des Atlantiks spielt, so Rainer Weyrauch, Mitglied des Managementgremiums für die Vermögensverwaltungen und Leiter der Niederlassung Köln der Fürst Fugger Privatbank Aktiengesellschaft.
Teilweise noch in China. Europa hinke hinterher - und zwar mit erheblichem Abstand, der sich weiter vergrößere.
In den USA habe sich die Notenbank zum Ziel gesetzt, die Inflation mit allen Mitteln zu bekämpfen. Dafür nehme sie zumindest vorübergehend auch erhebliche wirtschaftliche Einbußen in Kauf. Die Folgen seien bereits in vielen Branchen zu spüren. So lägen die Preise für Rohstoffe wie Weizen, Kupfer, Aluminium oder Öl teilweise bereits deutlich unter dem Niveau vor Kriegsausbruch. Nicht jedoch in Europa, wo der Euro gegenüber dem Dollar stark verloren habe. Dort würden die Effekte später eintreten.
Gleichzeitig bekämen die US-Amerikaner wieder über 4% Zinsen für kurze sichere Anlagen. Das sauge Geld aus den Investitionen, den Immobilienmärkten und auch aus den Aktienmärkten - aber auch aus den Entwicklungsländern. Seien Investitionen bislang durch Verschuldung mit billigem Geld gehebelt worden, habe nun in vielen Finanz- und Wirtschaftsbereichen die große Enthebelung (deleverage) eingesetzt. Damit werde ein klares Ziel verfolgt: Die Überhitzung der Wirtschaft und damit die Inflation sollten eingefangen werden. Bislang noch ohne sichtbaren Erfolg. Dies liege nicht zuletzt daran, dass der US-Arbeitsmarkt nach wie vor überhitzt sei. Es würden die Arbeitskräfte fehlen. Wir würden uns daher noch ein paar Monate gedulden müssen, bis die Maßnahmen wirken würden.
Wenn Europa in einem Punkt schneller sei als die USA, dann ist es die Rezession. Die werde in der Eurozone aller Voraussicht nach früher eintreten als in den USA. Erneut zeige sich, dass die europäische Wirtschaft weniger robust sei als die amerikanische. Zusätzlich anfällig sei sie durch die schwierigere und damit teurere Energieversorgung. Immer mehr Unternehmen würden mittlerweile ernsthaft darüber nachdenken, Teile ihrer Produktion in die USA zu verlegen. Neben vielen regulatorischen und bürokratischen Aspekten sei allein die Energie-Autarkie der USA ein nachhaltiger Wettbewerbsvorteil. Seine Folgen würden langfristig unübersehbar sein.
Der US-Zins und die US-Inflation würden auf Sicht die wesentlichen Einflussfaktoren für die Märkte bleiben. Wer jetzt längere, solide Unternehmensanleihen kaufe, könne sich attraktive Renditelevels von fast 4% für die kommenden Jahre sichern. Auf der Aktienseite hätten die Anleger alles richtig gemacht, die auf Substanzwerte mit stabilen Geschäftsmodellen und eigener Preissetzungsmacht gesetzt hätten. Sie sollten diese behalten. Wenn nämlich die ersten Signale der Entspannung kämen, dürfte es an den Aktienmärkten sehr schnell nach oben gehen. Wer ausreichend Liquidität auf der Seite habe, könne die kommenden Monaten nutzen, um sein Portfolio um weitere günstige Werte zu ergänzen. Einer alten Kaufmannsregel zufolge liege ja der Gewinn bekanntlich im Einkauf. (20.10.2022/alc/a/a)
Teilweise noch in China. Europa hinke hinterher - und zwar mit erheblichem Abstand, der sich weiter vergrößere.
Gleichzeitig bekämen die US-Amerikaner wieder über 4% Zinsen für kurze sichere Anlagen. Das sauge Geld aus den Investitionen, den Immobilienmärkten und auch aus den Aktienmärkten - aber auch aus den Entwicklungsländern. Seien Investitionen bislang durch Verschuldung mit billigem Geld gehebelt worden, habe nun in vielen Finanz- und Wirtschaftsbereichen die große Enthebelung (deleverage) eingesetzt. Damit werde ein klares Ziel verfolgt: Die Überhitzung der Wirtschaft und damit die Inflation sollten eingefangen werden. Bislang noch ohne sichtbaren Erfolg. Dies liege nicht zuletzt daran, dass der US-Arbeitsmarkt nach wie vor überhitzt sei. Es würden die Arbeitskräfte fehlen. Wir würden uns daher noch ein paar Monate gedulden müssen, bis die Maßnahmen wirken würden.
Wenn Europa in einem Punkt schneller sei als die USA, dann ist es die Rezession. Die werde in der Eurozone aller Voraussicht nach früher eintreten als in den USA. Erneut zeige sich, dass die europäische Wirtschaft weniger robust sei als die amerikanische. Zusätzlich anfällig sei sie durch die schwierigere und damit teurere Energieversorgung. Immer mehr Unternehmen würden mittlerweile ernsthaft darüber nachdenken, Teile ihrer Produktion in die USA zu verlegen. Neben vielen regulatorischen und bürokratischen Aspekten sei allein die Energie-Autarkie der USA ein nachhaltiger Wettbewerbsvorteil. Seine Folgen würden langfristig unübersehbar sein.
Der US-Zins und die US-Inflation würden auf Sicht die wesentlichen Einflussfaktoren für die Märkte bleiben. Wer jetzt längere, solide Unternehmensanleihen kaufe, könne sich attraktive Renditelevels von fast 4% für die kommenden Jahre sichern. Auf der Aktienseite hätten die Anleger alles richtig gemacht, die auf Substanzwerte mit stabilen Geschäftsmodellen und eigener Preissetzungsmacht gesetzt hätten. Sie sollten diese behalten. Wenn nämlich die ersten Signale der Entspannung kämen, dürfte es an den Aktienmärkten sehr schnell nach oben gehen. Wer ausreichend Liquidität auf der Seite habe, könne die kommenden Monaten nutzen, um sein Portfolio um weitere günstige Werte zu ergänzen. Einer alten Kaufmannsregel zufolge liege ja der Gewinn bekanntlich im Einkauf. (20.10.2022/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 27.03./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


