Die jüngst robuste US-Konjunktur und was dies für Inflation bedeutet


29.01.24 15:00
Berenberg

Hamburg (www.anleihencheck.de) - Die Sitzung der EZB in der vergangenen Woche brachte wenig neue Impulse, so Prof. Dr. Bernd Meyer, Chefanlagestratege und Leiter Multi Asset im Wealth and Asset Management bei Berenberg.

Der EZB-Rat sei bei seiner Einschätzung geblieben, dass eine Diskussion über Zinssenkungen verfrüht sei. So würden 10-jährige Bundesanleihen weiter rund 30 Basispunkte höher als zu Jahresbeginn notieren. Während der Konsens an den meisten Märkten weiterhin ein "Soft Landing"-Szenario einpreise, sei zumindest die Wahrscheinlichkeit eines "Higher for Longer"-Szenarios aufgrund der robusten US-Konjunktur gestiegen.

Hinzu komme, dass der Ölpreis seit Jahresbeginn um mehr als sechs Prozent gestiegen sei, was unter anderem auf die geopolitischen Konflikte und den kalten Januar zurückzuführen sei. Die eingepreisten US-Inflationserwartungen seien damit zuletzt wieder deutlicher gestiegen. Dementsprechend blicke der Markt in dieser Woche gespannt auf die Reaktion der FED auf die jüngsten, größtenteils besser als erwarteten Konjunkturdaten sowie auf den Neuemissionskalender des US-Finanzministeriums. Von der FED-Sitzung dürften stärkere Impulse auf die Märkte ausgehen als von der EZB.

Die Q4-Berichtssaison sei in vollem Gange - von den bisher berichteten S&P 500-Unternehmen (ca. 25%) hätten knapp 80% die Gewinnerwartungen übertroffen. Nach der EZB-Sitzung in der vergangenen Woche werde es auf (geld-)politischer Ebene am 31. Januar mit dem Zinsentscheid der US-Notenbank und am 1. Februar mit dem Zinsentscheid der Bank of England spannend.

Am 10. Februar finde zudem das chinesische Neujahrsfest statt. Morgen stünden die vorläufigen BIP-Zahlen (Q4) für Deutschland und die Eurozone an. Außerdem würden das europäische und US (Conference Board)-Wirtschaftsvertrauen (Jan.) veröffentlicht. Mittwoch würden die Daten zum chinesischen und US-Chicago-PMI (Jan.), die deutsche Arbeitslosenquote (Jan.) und vorläufige Verbraucherpreisinflation (Jan.) folgen. Donnerstag stünden die PMIs (Jan.) der Eurozone und der ISM-Index (Jan.) der USA, und am Freitag die US-Arbeitslosenquote (Jan.) und die Daten zur US-Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft (Jan.) an. (29.01.2024/alc/a/a)