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Die höheren Teuerungsraten sind da


12.03.21 12:15
BlueBay Asset Management

London (www.anleihencheck.de) - Die Preisteuerung wird nun zum Zünglein an der Waage für die Marktentwicklung, so Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay Asset Management.

Bleibe die Inflation auf niedrigem Niveau, werde es wenig Druck auf die US-Notenbank geben, die Zinsen zu erhöhen. "Sofern jedoch die Inflation nach oben tendiert, werden die Anleiherenditen und Leitzinsen steigen, was zu einer heiklen Marktdynamik führen könnte."

Die erwarteten höheren Teuerungsraten seien da: Die Verbraucherpreise seien im Februar im Vergleich zum Vorjahresmonat um 1,7 Prozent gestiegen, wie das Arbeitsministerium in Washington jüngst mitgeteilt habe. Niedrigere Treasury-Renditen, die sich im Gefolge des erhöhten Preisauftriebs eingestellt hätten, hätten für eine neue Rally bei Risikoanlagen gesorgt, wobei US-Aktien wieder in die Nähe historischer Höchststände gestiegen seien. Der Eindruck dürfte nicht trügen, dass der Verlauf der Inflation letztendlich der Schlüssel für die Leitzinsen, Anleiherenditen und die breitere Marktrichtung in den kommenden Monaten und Quartalen sein werde.

Einfach ausgedrückt: Bleibe die Inflation auf niedrigem Niveau, werde es wenig Druck auf die US-Notenbank geben, die Zinsen zu erhöhen. In einem solchen Szenario könnten ein robustes Wirtschaftswachstum und reichlich Liquidität die Märkte weiter nach oben treiben. Sofern jedoch die Inflation nach oben tendiere, würden die Anleiherenditen und Leitzinsen steigen, was zu einer heiklen Marktdynamik führen könnte.

Die Experten würden dazu neigen, einen mittelfristigen Anstieg der Inflation zu erwarten: Die Fiskalpolitik übe sich weiterhin in einer expansiven Rolle und die Federal Reserve reagiere gerne auf Veränderungen der Preisentwicklung, anstatt ihnen zuvorzukommen.

Nachdem US-Präsident Joe Biden das 1,9 Billionen US-Dollar umfassende Corona-Konjunkturpaket mit seiner Unterschrift in Kraft gesetzt habe, werde es nicht mehr lange dauern, bis die US-Haushalte Schecks per Post erhalten würden. Weil ein großer Teil früherer staatlicher Zuwendungen aufgrund der unübersichtlichen Corona-Lage gespart worden sei, dürften die Bilanzen vieler Verbraucher, die über weitere Rücklagen verfügen würden, salopp formuliert, solide aussehen.

Sobald sich die wirtschaftliche Aktivität normalisiere, würde es die Experten daher nicht überraschen, wenn eine ausgeprägte Konsumbereitschaft die bisherige Sparneigung in den Schatten stelle. Ein Leben ohne Öffentlichkeit schrecke vom Geldausgeben ab - wer wolle schon in neue Kleidung investieren, wenn man nirgendwo hingehen könne? Sobald jedoch die Eindämmungsmaßnahmen gegen Covid-19 zurückgenommen werden könnten, werde es kein Halten mehr geben, um an die Kleiderstangen zu kommen. (12.03.2021/alc/a/a)