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Die große Abkoppelung: Divergieren Euro- und US-Zinsen in der Zukunft?
26.11.13 09:30
Bank J. Safra Sarasin AG
Basel (www.anleihencheck.de) - Eines der großen, wiederkehrenden Themen im Bereich der festverzinslichen Anlagen ist die Abkoppelung der Zinsentwicklung in Euroland - womit die deutschen Renditen gemeint sind - von den USA, so Alessandro Bee, Ökonom der Bank J. Safra Sarasin AG.
Dieses Thema habe nun von verschiedener Seite Aufwind erhalten. In den USA habe ein starker Arbeitsmarktbericht für den Oktober ein frühzeitiges Ende der Anleihenankäufe durch die US-Zentralbank FED wieder auf das Tapet gebracht. In Euroland zeige der Konsumentenpreisindex eine starke Verlangsamung der Inflation an. Die Europäische Zentralbank (EZB) habe umgehend auf diese Inflationsverlangsamung reagiert und ihre Leitzinsen von 0,5% auf 0,25% gesenkt.
Die Wirtschaftsdaten würden in das Bild einer pragmatischen FED und einer dogmatischen EZB passen. Während die FED zu Beginn der großen Rezession rasch entschlossen zu neuen geldpolitischen Instrumenten gegriffen und geholfen habe, strukturelle Ungleichgewichte zu überwinden, habe eine dogmatische EZB mit ihrer zögerlichen Geldpolitik zur Paralyse der Euroland-Wirtschaft beigetragen. Das bedeute für die Zukunft, dass die FED - dank der strukturellen Erholung der US-Wirtschaft - schon bald mit einer Normalisierung der US-Leitzinsen beginnen könne. Eurolands lethargische Wirtschaft hingegen werde die EZB noch für Jahre zu einer Nullzinspolitik zwingen. Das Resultat wäre eine Abkoppelung der Geldpolitik und damit auch der langfristigen Zinsen.
Ein Blick zurück auf die Zinsentwicklung der letzten 25 Jahre stimme allerdings skeptisch bezüglich einer Abkoppelung der Zinsen. So seien die deutsche und US-Anleihenrenditen in diesem Zeitraum stark korreliert. Das gelte sowohl für das Niveau der Renditen als auch für deren zyklisches Verhalten. Die Zinsdifferenz für 10-jährige Papiere liege denn heute auch im historischen Vergleich mit ca. 100 Basispunkten bereits am oberen Ende der Bandbreite. Der Gang der US- und der Euroland-Wirtschaft könne zuweilen stark divergieren, letztendlich habe jedoch immer wieder eine Angleichung der zwei Konjunkturzyklen stattgefunden. Dank Exporten und dem Kapitalmarkt übertrage sich das Wachstum der einen Region auf die andere. Damit synchronisiere sich auch die Geldpolitik der Zentralbanken und sorge dafür, dass sich auch die langfristigen Zinsen nicht entkoppeln würden.
In der Regel sei eine konjunkturelle Abkühlung in den USA mit einem geringeren Zinsdifferential verbunden, da die FED bei schwächerer Konjunktur rasch die Geldpolitik lockere. Eine solche Konjunkturabkühlung drohe uns im nächsten Jahr. Der wichtige US-Konjunkturindikator ISM manufacturing habe in den vergangenen Monaten ein derart hohes Niveau erreicht, dass er langfristig nicht halten könne. Die darauf folgende Konjunktureintrübung dürfte mit einer vorsichtigeren Geldpolitik der FED einhergehen, was wiederum gegen eine Abkoppelung von Euro- und US-Zinsen spreche. (26.11.2013/alc/a/a)
Dieses Thema habe nun von verschiedener Seite Aufwind erhalten. In den USA habe ein starker Arbeitsmarktbericht für den Oktober ein frühzeitiges Ende der Anleihenankäufe durch die US-Zentralbank FED wieder auf das Tapet gebracht. In Euroland zeige der Konsumentenpreisindex eine starke Verlangsamung der Inflation an. Die Europäische Zentralbank (EZB) habe umgehend auf diese Inflationsverlangsamung reagiert und ihre Leitzinsen von 0,5% auf 0,25% gesenkt.
Ein Blick zurück auf die Zinsentwicklung der letzten 25 Jahre stimme allerdings skeptisch bezüglich einer Abkoppelung der Zinsen. So seien die deutsche und US-Anleihenrenditen in diesem Zeitraum stark korreliert. Das gelte sowohl für das Niveau der Renditen als auch für deren zyklisches Verhalten. Die Zinsdifferenz für 10-jährige Papiere liege denn heute auch im historischen Vergleich mit ca. 100 Basispunkten bereits am oberen Ende der Bandbreite. Der Gang der US- und der Euroland-Wirtschaft könne zuweilen stark divergieren, letztendlich habe jedoch immer wieder eine Angleichung der zwei Konjunkturzyklen stattgefunden. Dank Exporten und dem Kapitalmarkt übertrage sich das Wachstum der einen Region auf die andere. Damit synchronisiere sich auch die Geldpolitik der Zentralbanken und sorge dafür, dass sich auch die langfristigen Zinsen nicht entkoppeln würden.
In der Regel sei eine konjunkturelle Abkühlung in den USA mit einem geringeren Zinsdifferential verbunden, da die FED bei schwächerer Konjunktur rasch die Geldpolitik lockere. Eine solche Konjunkturabkühlung drohe uns im nächsten Jahr. Der wichtige US-Konjunkturindikator ISM manufacturing habe in den vergangenen Monaten ein derart hohes Niveau erreicht, dass er langfristig nicht halten könne. Die darauf folgende Konjunktureintrübung dürfte mit einer vorsichtigeren Geldpolitik der FED einhergehen, was wiederum gegen eine Abkoppelung von Euro- und US-Zinsen spreche. (26.11.2013/alc/a/a)


