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Das größte Problem für europäische Versicherungs-CIOs sind niedrige Zinsen
05.06.13 13:58
AXA Investment Managers
Köln (www.anleihencheck.de) - Versicherungen passen ihre Investmentansätze an, durch mehr Diversifikation und Absicherungsstrategien, so die Experten von AXA Investment Managers (AXA IM).
Viele hätten aber noch nicht ausreichend auf die Herausforderungen durch niedrige Zinsen, Regulierungsänderungen und neue Anforderungen an das Risikomanagement reagiert.
Eine aktuelle Studie von der Boston Consulting Group (BCG) und AXA Investment Managers mit dem Titel "Adapting asset management strategies to the current market environment" zeige die großen Herausforderungen für europäische Versicherungen und beschreibe, wie sie ihre Investmentansätze anpassen würden. Dazu hätten BCG und AXA IM die Chief Investment Officers (CIOs) von fast 30 europäischen Versicherungen mit einem verwalteten Vermögen von insgesamt 3 Billionen Euro befragt.
Mehr als zwei Drittel von ihnen (68%) hätten die niedrigen Zinsen als wichtigstes Problem genannt, gefolgt von Regulierungsänderungen (58%) und komplexen Risikomanagementanforderungen (47%). Konjunkturunsicherheit und die damit verbundene Volatilität der Finanzmärkte hätten weniger CIOs beunruhigt (26% bzw. 16%). Offenbar würden sich die Versicherungen an die "neue Normalität" gewöhnen. Was ihnen aber wirklich Sorgen mache, seien die Aussichten auf anhaltende politische Interventionen in die Wirtschaft: Fast 30% der Versicherungen hätten sie als ein sehr großes Problem bezeichnet und hinzugefügt, dass sie aufgrund dieser Eingriffe weder Prognosen noch Investmententscheidungen treffen könnten.
Nach der Studie würden zwar immer mehr CIOs planen, in alternative Ertragsquellen zu investieren, um die Folgen des Niedrigzinsumfelds zu mindern, doch in der Praxis hätten sie ihre Portfolios bislang nur wenig diversifiziert. Die Mehrzahl der Versicherer möchten bis zu 10% ihrer Portfolios in alternative Assetklassen investieren, doch an den meisten Portfolios hätten alternative Investments bislang nur einen Anteil von 2 bis 3%.
Laurent Seyer, Global Head of Multi-Asset Client Solutions bei AXA IM, sage dazu: "Wer sein Anlageportfolio als erstes diversifiziert und dazu in die attraktivsten Assetklassen investiert, ist klar im Vorteil. Wie diese Umfrage deutlich zeigt, reden die Versicherungsunternehmen zwar über Diversifikation, aber umgesetzt wurde bislang nur wenig. Wegen der Finanzkrise und aufsichtsrechtlicher Änderungen halten die Versicherer an ihren festverzinslichen Wertpapieren fest."
"Durch Diversifikation können Versicherungen ihr Risiko-Ertrags-Profil verbessern. Satellitenanlagen bieten möglicherweise stetigere Cashflows als börsennotierte Wertpapiere. Das ist wichtig, weil es auch die nach IFRS erstellten Bilanzen stabilisiert."
Der Umfrage zufolge hätten die europäischen Versicherer auch erkannt, dass sie mit Absicherungsstrategien für mehr Bilanzstabilität sorgen müssten. Fast die Hälfte von ihnen (45%) betreibe aber derzeit aber noch keinerlei Absicherung und begründe dies vor allem mit fehlendem eigenen Know-how, mangelnden Ressourcen und einer unzureichenden Infrastruktur. Dies werfe die Frage auf, wie sie die Volatilität ihrer Bilanzen unter Kontrolle bringen möchten, wenn IFRS 4 und Solvency II in den nächsten Jahren in Kraft treten würden.
Versicherungen würden sich nach wie vor schwer tun, ein optimales Gleichgewicht zwischen eigenem und externem Assetmanagement zu finden. Zurzeit würden weniger als 5% des von europäischen Versicherungen verwalteten Vermögens von externen unabhängigen Anbietern gemanagt. In den USA seien es 20%. Interessanterweise habe kein europäischer CIO einen strukturellen Grund für den Verzicht auf Outsourcing genannt. Vielmehr hätten die Befragten darauf verwiesen, dass sie "die Kontrolle über ihr Investmentportfolio nicht verlieren möchten" und "weniger Transparenz und Risikokontrolle" befürchtet hätten. Den Ideen- und Gedankenaustausch mit einem kompetenten Partner würden sie hingegen für erstrebenswert halten.
Angesichts der Schwierigkeiten, die angestrebten Erträge zu erzielen, spiele das Asset-Liability-Management (ALM) für Versicherungsunternehmen eine immer wichtigere Rolle. 75% der befragten großen Versicherungen würden ihre ALM-Aktivitäten aus den Niederlassungen auf die Konzernebene verlegen. Sie würden große Abteilungen bilden, die sämtliche Forderungen und Verbindlichkeiten aller Unternehmenseinheiten zentral managen würden.
Davide Corradi, Partner and Managing Director at The Boston Consulting Group, sage: "Nach unserer Erfahrung haben die fortschrittlichsten Versicherungen bereits viel getan, um ihre ALM-Prozesse zu zentralisieren und zu optimieren und entsprechende Mitarbeiter eingestellt. Da die Bilanzierung zu Marktpreisen zur Regel wird, ist ein diszipliniertes Asset-Liability-Management ein wichtiger Wettbewerbsvorteil. Versicherungen, die dies leisten, können ihren Kunden Produkte mit Mehrwertpotenzial bieten."
"Ein zentrales ALM oder auch nur das Verständnis für die Bedeutung von ALM ist bei weitem noch nicht für alle Versicherungen selbstverständlich. Viele Versicherungsunternehmen haben nach wie vor keinen ALM-Prozess. Unsere Analysen haben auch ergeben, dass es klare Unterschiede zwischen großen Versicherern auf der einen und mittleren bis kleinen Instituten auf der anderen Seite gibt, die sicherlich noch am Anfang des Wegs stehen."
"Die Zentralisierung des Asset-Liability-Managements ist keine unbedeutende Veränderung für ein Unternehmen. Einige unserer Kunden hatten erhebliche Umsetzungsschwierigkeiten: interne Widerstände, notwendige Veränderungen der Performanceanalyse, neue Leistungskennziffern für Führungskräfte, umfangreiche Umbesetzungen von Stellen und der Mut, das Investmentportfolio an die angestrebte Asset-Liability-Struktur anzupassen. Um das ALM zu zentralisieren, müssen neue Führungskräfte gewonnen und ein spezielles Projektteam aufgebaut werden, um echten Wandel zu erreichen."
"Die Studie zeigt, dass die zurzeit vorbildlichen Versicherungen viel in die Zentralisierung und Optimierung ihrer ALM-Prozesse investiert haben und ihre Anlage- und Absicherungsanforderungen genau analysieren, um Zins- und Deckungsrisiken aktiv zu managen. Es ist interessant zu beobachten, ob Mehrertrag im Investmentmanagement für Versicherungen ein nettes Extra bleibt oder zu einem echten Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz wird." (05.06.2013/alc/a/a)
Viele hätten aber noch nicht ausreichend auf die Herausforderungen durch niedrige Zinsen, Regulierungsänderungen und neue Anforderungen an das Risikomanagement reagiert.
Eine aktuelle Studie von der Boston Consulting Group (BCG) und AXA Investment Managers mit dem Titel "Adapting asset management strategies to the current market environment" zeige die großen Herausforderungen für europäische Versicherungen und beschreibe, wie sie ihre Investmentansätze anpassen würden. Dazu hätten BCG und AXA IM die Chief Investment Officers (CIOs) von fast 30 europäischen Versicherungen mit einem verwalteten Vermögen von insgesamt 3 Billionen Euro befragt.
Mehr als zwei Drittel von ihnen (68%) hätten die niedrigen Zinsen als wichtigstes Problem genannt, gefolgt von Regulierungsänderungen (58%) und komplexen Risikomanagementanforderungen (47%). Konjunkturunsicherheit und die damit verbundene Volatilität der Finanzmärkte hätten weniger CIOs beunruhigt (26% bzw. 16%). Offenbar würden sich die Versicherungen an die "neue Normalität" gewöhnen. Was ihnen aber wirklich Sorgen mache, seien die Aussichten auf anhaltende politische Interventionen in die Wirtschaft: Fast 30% der Versicherungen hätten sie als ein sehr großes Problem bezeichnet und hinzugefügt, dass sie aufgrund dieser Eingriffe weder Prognosen noch Investmententscheidungen treffen könnten.
Nach der Studie würden zwar immer mehr CIOs planen, in alternative Ertragsquellen zu investieren, um die Folgen des Niedrigzinsumfelds zu mindern, doch in der Praxis hätten sie ihre Portfolios bislang nur wenig diversifiziert. Die Mehrzahl der Versicherer möchten bis zu 10% ihrer Portfolios in alternative Assetklassen investieren, doch an den meisten Portfolios hätten alternative Investments bislang nur einen Anteil von 2 bis 3%.
Laurent Seyer, Global Head of Multi-Asset Client Solutions bei AXA IM, sage dazu: "Wer sein Anlageportfolio als erstes diversifiziert und dazu in die attraktivsten Assetklassen investiert, ist klar im Vorteil. Wie diese Umfrage deutlich zeigt, reden die Versicherungsunternehmen zwar über Diversifikation, aber umgesetzt wurde bislang nur wenig. Wegen der Finanzkrise und aufsichtsrechtlicher Änderungen halten die Versicherer an ihren festverzinslichen Wertpapieren fest."
Der Umfrage zufolge hätten die europäischen Versicherer auch erkannt, dass sie mit Absicherungsstrategien für mehr Bilanzstabilität sorgen müssten. Fast die Hälfte von ihnen (45%) betreibe aber derzeit aber noch keinerlei Absicherung und begründe dies vor allem mit fehlendem eigenen Know-how, mangelnden Ressourcen und einer unzureichenden Infrastruktur. Dies werfe die Frage auf, wie sie die Volatilität ihrer Bilanzen unter Kontrolle bringen möchten, wenn IFRS 4 und Solvency II in den nächsten Jahren in Kraft treten würden.
Versicherungen würden sich nach wie vor schwer tun, ein optimales Gleichgewicht zwischen eigenem und externem Assetmanagement zu finden. Zurzeit würden weniger als 5% des von europäischen Versicherungen verwalteten Vermögens von externen unabhängigen Anbietern gemanagt. In den USA seien es 20%. Interessanterweise habe kein europäischer CIO einen strukturellen Grund für den Verzicht auf Outsourcing genannt. Vielmehr hätten die Befragten darauf verwiesen, dass sie "die Kontrolle über ihr Investmentportfolio nicht verlieren möchten" und "weniger Transparenz und Risikokontrolle" befürchtet hätten. Den Ideen- und Gedankenaustausch mit einem kompetenten Partner würden sie hingegen für erstrebenswert halten.
Angesichts der Schwierigkeiten, die angestrebten Erträge zu erzielen, spiele das Asset-Liability-Management (ALM) für Versicherungsunternehmen eine immer wichtigere Rolle. 75% der befragten großen Versicherungen würden ihre ALM-Aktivitäten aus den Niederlassungen auf die Konzernebene verlegen. Sie würden große Abteilungen bilden, die sämtliche Forderungen und Verbindlichkeiten aller Unternehmenseinheiten zentral managen würden.
Davide Corradi, Partner and Managing Director at The Boston Consulting Group, sage: "Nach unserer Erfahrung haben die fortschrittlichsten Versicherungen bereits viel getan, um ihre ALM-Prozesse zu zentralisieren und zu optimieren und entsprechende Mitarbeiter eingestellt. Da die Bilanzierung zu Marktpreisen zur Regel wird, ist ein diszipliniertes Asset-Liability-Management ein wichtiger Wettbewerbsvorteil. Versicherungen, die dies leisten, können ihren Kunden Produkte mit Mehrwertpotenzial bieten."
"Ein zentrales ALM oder auch nur das Verständnis für die Bedeutung von ALM ist bei weitem noch nicht für alle Versicherungen selbstverständlich. Viele Versicherungsunternehmen haben nach wie vor keinen ALM-Prozess. Unsere Analysen haben auch ergeben, dass es klare Unterschiede zwischen großen Versicherern auf der einen und mittleren bis kleinen Instituten auf der anderen Seite gibt, die sicherlich noch am Anfang des Wegs stehen."
"Die Zentralisierung des Asset-Liability-Managements ist keine unbedeutende Veränderung für ein Unternehmen. Einige unserer Kunden hatten erhebliche Umsetzungsschwierigkeiten: interne Widerstände, notwendige Veränderungen der Performanceanalyse, neue Leistungskennziffern für Führungskräfte, umfangreiche Umbesetzungen von Stellen und der Mut, das Investmentportfolio an die angestrebte Asset-Liability-Struktur anzupassen. Um das ALM zu zentralisieren, müssen neue Führungskräfte gewonnen und ein spezielles Projektteam aufgebaut werden, um echten Wandel zu erreichen."
"Die Studie zeigt, dass die zurzeit vorbildlichen Versicherungen viel in die Zentralisierung und Optimierung ihrer ALM-Prozesse investiert haben und ihre Anlage- und Absicherungsanforderungen genau analysieren, um Zins- und Deckungsrisiken aktiv zu managen. Es ist interessant zu beobachten, ob Mehrertrag im Investmentmanagement für Versicherungen ein nettes Extra bleibt oder zu einem echten Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz wird." (05.06.2013/alc/a/a)


