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Das größte Problem der FED sind die Konsumenten
09.12.22 12:15
LYNX Broker
Berlin (www.anleihencheck.de) - Der Kampf der FED gegen die Inflation scheint weniger erfolgreich zu sein als erhofft, so die Experten vom Online-Broker LYNX.
Das würden die starken Arbeitsmarktdaten für den November 2022 zeigen. Rund 263.000 neue Stellen seien allein in diesem Monat ausgeschrieben worden. Das zeige allen Rezessionsängsten zum Trotz, dass das Ziel, die Wirtschaft zu verlangsamen bislang noch nicht erreicht worden sei. Dabei gehe die FED mit ihren Zinserhöhungen bereits so aggressiv gegen die Preissteigerungen vor wie selten zuvor. Für Sascha Sadowski, Marktexperte beim Online-Broker LYNX, sei am mangelnden Erfolg der FED-Maßnahmen vor allem ein Faktor schuld: Der Konsum.
"Das Ziel der FED für dieses Jahr ist spätestens seit März klar definiert: Die Inflation soll auf einen erträglichen Wert gedrückt werden. Um das jedoch zu erreichen, muss weniger konsumiert werden, sowohl von privaten Haushalten als auch von Unternehmen", fasst der Experte zusammen. "Einem Bericht der Financial Times zufolge sind Unternehmen und Investoren mittlerweile vorsichtiger geworden, auch was die Aussichten für 2023 angeht. Das ist zumindest ein Teilerfolg. Doch auf der Seite der Konsumenten stellt sich die Situation schwieriger dar - und sie sind immerhin für zwei Drittel des Bruttoinlandsprodukts verantwortlich."
In den Bereich des Konsums würden alle Ausgaben von Urlaubsreisen, Kleidung und Lebensmitteln bis hin zu den Wohnkosten fallen. Insbesondere letztere würden besonders ins Gewicht fallen, da sie bei den meisten Konsumenten den größten Posten ausmachen. "Ein Vergleich der geglätteten Kreditkartenzahlungen in den USA mit dem letzten Jahr vor der Pandemie zeigt, dass die Konsumausgaben um fast 10 Prozent gestiegen sind. Es ist durchaus nicht unwahrscheinlich, dass dieser Wert noch eine Weile auf diesem Niveau bleibt", erkläre Sadowski. "Für die FED wäre das ein Problem, denn so wird es umso schwieriger, der steigenden Inflation Herr zu werden."
Natürlich gebe es auch Bereiche, in denen die Verbraucher bereits angefangen hätten zu sparen. Dazu würden insbesondere teure Anschaffungen aus dem Luxusbereich wie High-End-Fernseher oder Schmuck zählen. "Bereits im vergangenen Monat hat Walmart davor gewarnt, dass die hohe Inflation die Verbraucher immer weiter belasten würde. Dazu muss man allerdings sagen, dass eine Änderung des Konsumverhaltens nach dem Jahr 2021 nicht wirklich überraschend ist, denn damals wurde die Wirtschaft nicht nur mit Geld von der Regierung angekurbelt, sondern viele Menschen hatten nach dem Lockdown-Jahr auch einiges an Konsum nachzuholen. Das ist dieses Jahr weit weniger der Fall", so Sadowski. "Trotzdem ist es nicht von der Hand zu weisen, dass der nominale Konsum trotz der Zinserhöhungen der FED praktisch konstant blieb. Das dürfte die FED darin bestärken an ihrem aktuellen Kurs festzuhalten."
(09.12.2022/alc/a/a)
Das würden die starken Arbeitsmarktdaten für den November 2022 zeigen. Rund 263.000 neue Stellen seien allein in diesem Monat ausgeschrieben worden. Das zeige allen Rezessionsängsten zum Trotz, dass das Ziel, die Wirtschaft zu verlangsamen bislang noch nicht erreicht worden sei. Dabei gehe die FED mit ihren Zinserhöhungen bereits so aggressiv gegen die Preissteigerungen vor wie selten zuvor. Für Sascha Sadowski, Marktexperte beim Online-Broker LYNX, sei am mangelnden Erfolg der FED-Maßnahmen vor allem ein Faktor schuld: Der Konsum.
In den Bereich des Konsums würden alle Ausgaben von Urlaubsreisen, Kleidung und Lebensmitteln bis hin zu den Wohnkosten fallen. Insbesondere letztere würden besonders ins Gewicht fallen, da sie bei den meisten Konsumenten den größten Posten ausmachen. "Ein Vergleich der geglätteten Kreditkartenzahlungen in den USA mit dem letzten Jahr vor der Pandemie zeigt, dass die Konsumausgaben um fast 10 Prozent gestiegen sind. Es ist durchaus nicht unwahrscheinlich, dass dieser Wert noch eine Weile auf diesem Niveau bleibt", erkläre Sadowski. "Für die FED wäre das ein Problem, denn so wird es umso schwieriger, der steigenden Inflation Herr zu werden."
Natürlich gebe es auch Bereiche, in denen die Verbraucher bereits angefangen hätten zu sparen. Dazu würden insbesondere teure Anschaffungen aus dem Luxusbereich wie High-End-Fernseher oder Schmuck zählen. "Bereits im vergangenen Monat hat Walmart davor gewarnt, dass die hohe Inflation die Verbraucher immer weiter belasten würde. Dazu muss man allerdings sagen, dass eine Änderung des Konsumverhaltens nach dem Jahr 2021 nicht wirklich überraschend ist, denn damals wurde die Wirtschaft nicht nur mit Geld von der Regierung angekurbelt, sondern viele Menschen hatten nach dem Lockdown-Jahr auch einiges an Konsum nachzuholen. Das ist dieses Jahr weit weniger der Fall", so Sadowski. "Trotzdem ist es nicht von der Hand zu weisen, dass der nominale Konsum trotz der Zinserhöhungen der FED praktisch konstant blieb. Das dürfte die FED darin bestärken an ihrem aktuellen Kurs festzuhalten."
(09.12.2022/alc/a/a)


