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Der globale Zinstrend ist aufwärts gerichtet
10.02.20 08:30
National-Bank AG
Essen (www.anleihencheck.de) - Wir halten grundsätzlich an unserer Einschätzung fest, dass der globale Zinstrend aufwärts gerichtet ist, berichten die Analysten der National-Bank AG.
Allerdings würden die internationalen Notenbanken zunächst abwarten wollen, wie sich der unterliegende Preistrend weiter entwickle. Aus Sicht der Analysten der National-Bank AG erkläre sich das hartnäckige Unterschiessen der Inflation primär aus der massiven Abweichungen des globalen Expansionspfades vom Potenzialpfad seit dem Jahre 2009, wenn auch sicherlich in Kombination mit den Effekten, die durch den Begriff der der "Amazonisierung" der Weltwirtschaft umschrieben würden. Daraus folge nach Erachten der Analysten der National-Bank AG, dass eine generelle Neueinschätzung der Inflationsentwicklung nicht angezeigt sei: Die Adjustierung der geldpolitischen Linie sollte jedenfalls extrem behutsam vorgenommen werden, vor allem in den USA, wo sich die Anzeichen verdichten würden, dass sich Kapazitäten derzeit noch stärker anspannen würden.
Allerdings hätten die Sorgen um den Ausbruch des Corona Virus naturgemäß erhebliche Effekte auf den Inflationsausblick - und damit auch auf den weiteren Kurs der internationalen Notenbanken: So wirke bereits der signifikante Rückgang des Ölpreises stark preisdämpfend, sodass schon dieser Effekt ausreiche, um die Kapitalmarktzinsen spürbar zu drücken. Conditio sine qua non für einen stärkeren Rebound der Zinssätze sei daher sowohl eine weitere Rückbildung der geopolitischen Risiken als auch eine nicht weiter exponenziell verlaufende Corona-Epidemie. Eine geldpolitische Zinswende in den USA nach oben würde also voraussetzen, dass die Weltwirtschaft auch eine gewisse Zeit ohne exogene Schocks expandieren könne. Die Analysten der National-Bank AG würden ihre Projektionen für die US-Kapitalmarktsätze marginal ermäßigen und sich mit ihrer Projektion von 1,93% nunmehr fast exakt auf dem Konsensus für Q1 2021 bewegen. Sie würden zudem ihre Bundprojektion auf nunmehr -30 Basispunkte senken und seien damit etwas bullisher für die Bunds als der Konsensus mit zuletzt -23 Basispunkten.
Wie von uns zusammen mit den meisten Marktbeobachtern erwartet, hat die FED den Leitzins in der Spanne von 1,50 bis 1,75 Prozent belassen, so die Analysten der National-Bank AG. Auch habe sie für die kommenden Monate ein unverändertes Leitzinsniveau signalisiert. Derweil verlängere die US-Notenbank ihre Repo-Geschäfte zur Stützung des Geldmarkts bis mindestens Ende April. Dabei sehe sich die Notenbank mehr oder minder exakt auf Kurs: "Der Ausschuss ist der Ansicht, dass der derzeitige geldpolitische Kurs angemessen ist, um eine nachhaltige Expansion der Wirtschaftstätigkeit, starke Arbeitsmarktbedingungen und eine Inflation nahe dem Zwei-Prozent-Ziel zu unterstützen", heiße es im Statement des Offenmarktausschusses der FED zum Zinsentscheid. Allerdings führe die FED dem Markt abermals hohe Milliardenbeträge zu, um die Volatilität auf dem Repo-Markt einzudämmen. Diese Maßnahmen sollten mindestens bis zum Ende des zweiten Quartals 2020 fortgesetzt werden.
Für die FED sei diese auf den ersten Blick unspektakuläre Entwicklung derzeit besonders willkommen: Die US-Wirtschaft wachse moderat, der Preisdruck sei eher zu gering als zu hoch, obwohl sich der Arbeitsmarkt weiterhin sehr robust entwickle. So könne sich die Notenbank im Wahljahr weiter im Hintergrund halten. Damit bleibe der FED vor allem auch mehr Spielraum, um zu eruieren, wie sie ihre geldpolitischen Ziele weiter adjustieren wolle: Groß sei hier die Unsicherheit, welchen Pfad die Notenbank weiter einschlagen solle, da vor allem die Diagnose der hartnäckig unterschiessenden Inflation weiterhin sehr umstritten sei. Die Analysten der National-Bank AG sähen die niedrige Inflationsentwicklung auch weiterhin primär als Folge einer langanhaltenden globalen Unterauslastung. Demzufolge liefe die FED Gefahr, auf den aktuellen Niveaus eine zu geringe Zinsvorgabe zu machen. Bislang könne sie sich dies leisten und werde die Zwischenzeit nutzen, um weitere Analysen durchzuführen: Im Ergebnis würden die Analysten der National-Bank AG auch weiterhin für das gesamte Jahr von einer Seitwärtsbewegung bei den Leitzinssätzen ausgehen.
Wie von den meisten Marktbeobachtern erwartet, habe die EZB auf ihrer ersten Sitzung in diesem Jahr weder ihre Leitzinsen noch ihre Forward Guidance verändert. Die Analysten der National-Bank AG würden auch weiterhin davon ausgehen, dass die EZB bis auf weiteres an ihrer bisherigen Linie festhalten werde: Zwar werde auch innerhalb der EZB sicherlich wahrgenommen, dass sich der Ausblick für die europäische Konjunktur derzeit wieder spürbar festige. Grundsätzlich werde eine Notenbank aber abwarten wollen, ob die besseren wirtschaftlichen Perspektiven auch tatsächlich in einer breiten Palette an Indikatoren zum Ausdruck kämen. Zuletzt hätten sich zwar die Anzeichen dafür gemehrt, dass der Lohndruck auch in der Inflationsentwicklung spürbar geworden sei - das wäre ein gutes Zeichen.
Es sei aber viel zu früh hier von einer Wende zu sprechen: Die Analysten der National-Bank AG würden weiterhin davon ausgehen, dass das Euroland ein im Vergleich zum Ausland signifikantes Disinflationsbias habe. Es bleibe damit abzuwarten, wie sich die Inflation in Europa auch in einem möglicherweise spürbar besseren makroökonomischen Fahrwasser entwickle: Wenn schon in den USA kein nachhaltiger Preisdruck aufkomme, obwohl der Arbeitsmarkt seit langem geräumt sei, könne es durchaus sein, dass die Inflationsentwicklung in Europa ihren Abwärtstrend weiter fortsetze. Die Analysten der National-Bank AG würden daher der grundsätzlichen Auffassung bleiben, dass die EZB bis auf weiteres keinen Kurswechsel vornehmen werde und ihr Augenmerk auf die Überprüfung der EZB-Strategie ausrichten werde, die bis zum Jahresende 2020 abgeschlossen sein dürfte. Mit Blick auf die Dominanz der Interessen der Länder mit stabilitätspolitischen Problemen bleibe eine geldpolitische Kehrtwende zurück zum Geist der Verträge von Maastricht sehr unwahrscheinlich.
Die Corporate Spreads sind - gemessen am 5-jährigen Markit-iTraxx-Europe - zuletzt weiter gesunken und rangieren somit fast exakt an der von uns ins Auge gefassten Zielmarke um 40 Basispunkte, so die Analysten der National-Bank AG. Der sich festigende etwas robustere konjunkturelle Ausblick für das Euroland in Verbindung mit der Fortsetzung des ultraexpansiven geldpolitischen Kurses sollte bewirken, dass der Abwärtstrend der Risikoprämien erhalten bleibe. Die nächste Zielgröße bleibe nach Erachten der Analysten der National-Bank AG die Marke von 40 Basispunkten. (Ausgabe vom 07.02.2020) (10.02.2020/alc/a/a)
Allerdings würden die internationalen Notenbanken zunächst abwarten wollen, wie sich der unterliegende Preistrend weiter entwickle. Aus Sicht der Analysten der National-Bank AG erkläre sich das hartnäckige Unterschiessen der Inflation primär aus der massiven Abweichungen des globalen Expansionspfades vom Potenzialpfad seit dem Jahre 2009, wenn auch sicherlich in Kombination mit den Effekten, die durch den Begriff der der "Amazonisierung" der Weltwirtschaft umschrieben würden. Daraus folge nach Erachten der Analysten der National-Bank AG, dass eine generelle Neueinschätzung der Inflationsentwicklung nicht angezeigt sei: Die Adjustierung der geldpolitischen Linie sollte jedenfalls extrem behutsam vorgenommen werden, vor allem in den USA, wo sich die Anzeichen verdichten würden, dass sich Kapazitäten derzeit noch stärker anspannen würden.
Allerdings hätten die Sorgen um den Ausbruch des Corona Virus naturgemäß erhebliche Effekte auf den Inflationsausblick - und damit auch auf den weiteren Kurs der internationalen Notenbanken: So wirke bereits der signifikante Rückgang des Ölpreises stark preisdämpfend, sodass schon dieser Effekt ausreiche, um die Kapitalmarktzinsen spürbar zu drücken. Conditio sine qua non für einen stärkeren Rebound der Zinssätze sei daher sowohl eine weitere Rückbildung der geopolitischen Risiken als auch eine nicht weiter exponenziell verlaufende Corona-Epidemie. Eine geldpolitische Zinswende in den USA nach oben würde also voraussetzen, dass die Weltwirtschaft auch eine gewisse Zeit ohne exogene Schocks expandieren könne. Die Analysten der National-Bank AG würden ihre Projektionen für die US-Kapitalmarktsätze marginal ermäßigen und sich mit ihrer Projektion von 1,93% nunmehr fast exakt auf dem Konsensus für Q1 2021 bewegen. Sie würden zudem ihre Bundprojektion auf nunmehr -30 Basispunkte senken und seien damit etwas bullisher für die Bunds als der Konsensus mit zuletzt -23 Basispunkten.
Für die FED sei diese auf den ersten Blick unspektakuläre Entwicklung derzeit besonders willkommen: Die US-Wirtschaft wachse moderat, der Preisdruck sei eher zu gering als zu hoch, obwohl sich der Arbeitsmarkt weiterhin sehr robust entwickle. So könne sich die Notenbank im Wahljahr weiter im Hintergrund halten. Damit bleibe der FED vor allem auch mehr Spielraum, um zu eruieren, wie sie ihre geldpolitischen Ziele weiter adjustieren wolle: Groß sei hier die Unsicherheit, welchen Pfad die Notenbank weiter einschlagen solle, da vor allem die Diagnose der hartnäckig unterschiessenden Inflation weiterhin sehr umstritten sei. Die Analysten der National-Bank AG sähen die niedrige Inflationsentwicklung auch weiterhin primär als Folge einer langanhaltenden globalen Unterauslastung. Demzufolge liefe die FED Gefahr, auf den aktuellen Niveaus eine zu geringe Zinsvorgabe zu machen. Bislang könne sie sich dies leisten und werde die Zwischenzeit nutzen, um weitere Analysen durchzuführen: Im Ergebnis würden die Analysten der National-Bank AG auch weiterhin für das gesamte Jahr von einer Seitwärtsbewegung bei den Leitzinssätzen ausgehen.
Wie von den meisten Marktbeobachtern erwartet, habe die EZB auf ihrer ersten Sitzung in diesem Jahr weder ihre Leitzinsen noch ihre Forward Guidance verändert. Die Analysten der National-Bank AG würden auch weiterhin davon ausgehen, dass die EZB bis auf weiteres an ihrer bisherigen Linie festhalten werde: Zwar werde auch innerhalb der EZB sicherlich wahrgenommen, dass sich der Ausblick für die europäische Konjunktur derzeit wieder spürbar festige. Grundsätzlich werde eine Notenbank aber abwarten wollen, ob die besseren wirtschaftlichen Perspektiven auch tatsächlich in einer breiten Palette an Indikatoren zum Ausdruck kämen. Zuletzt hätten sich zwar die Anzeichen dafür gemehrt, dass der Lohndruck auch in der Inflationsentwicklung spürbar geworden sei - das wäre ein gutes Zeichen.
Es sei aber viel zu früh hier von einer Wende zu sprechen: Die Analysten der National-Bank AG würden weiterhin davon ausgehen, dass das Euroland ein im Vergleich zum Ausland signifikantes Disinflationsbias habe. Es bleibe damit abzuwarten, wie sich die Inflation in Europa auch in einem möglicherweise spürbar besseren makroökonomischen Fahrwasser entwickle: Wenn schon in den USA kein nachhaltiger Preisdruck aufkomme, obwohl der Arbeitsmarkt seit langem geräumt sei, könne es durchaus sein, dass die Inflationsentwicklung in Europa ihren Abwärtstrend weiter fortsetze. Die Analysten der National-Bank AG würden daher der grundsätzlichen Auffassung bleiben, dass die EZB bis auf weiteres keinen Kurswechsel vornehmen werde und ihr Augenmerk auf die Überprüfung der EZB-Strategie ausrichten werde, die bis zum Jahresende 2020 abgeschlossen sein dürfte. Mit Blick auf die Dominanz der Interessen der Länder mit stabilitätspolitischen Problemen bleibe eine geldpolitische Kehrtwende zurück zum Geist der Verträge von Maastricht sehr unwahrscheinlich.
Die Corporate Spreads sind - gemessen am 5-jährigen Markit-iTraxx-Europe - zuletzt weiter gesunken und rangieren somit fast exakt an der von uns ins Auge gefassten Zielmarke um 40 Basispunkte, so die Analysten der National-Bank AG. Der sich festigende etwas robustere konjunkturelle Ausblick für das Euroland in Verbindung mit der Fortsetzung des ultraexpansiven geldpolitischen Kurses sollte bewirken, dass der Abwärtstrend der Risikoprämien erhalten bleibe. Die nächste Zielgröße bleibe nach Erachten der Analysten der National-Bank AG die Marke von 40 Basispunkten. (Ausgabe vom 07.02.2020) (10.02.2020/alc/a/a)


