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Die geldpolitische Unsicherheit nimmt in Europa zu
14.02.22 16:30
Generali Investments
Köln (www.anleihencheck.de) - Nach dem Kurswechsel der EZB im Februar haben wir gelernt, dass alles von Bedingungen abhängig ist, so Martin Wolburg, Senior Economist bei Generali Investments.
Obwohl sich der EZB-Rat bereits auf seiner Dezembersitzung der Aufwärtsrisiken für die Inflation bewusst gewesen sei, habe er sich dennoch zu APP-Käufen (Asset Purchase Programme) bis mindestens Oktober 2022 verpflichtet. Und Präsidentin Lagarde habe eine Zinserhöhung im Jahr 2022 weiterhin als "sehr unwahrscheinlich" bezeichnet. Mit Blick auf die Zukunft könne man nicht sicher sein, ob die Erkenntnis von Risiken für ein bestimmtes Szenario die EZB nicht dazu veranlasse, von kühnen Aussagen Abstand zu nehmen. In diesem Wissen werde der EZB-Rat wahrscheinlich sparsamer mit solchen Aussagen umgehen, da sie einen Teil ihrer Macht verloren hätten und die Glaubwürdigkeit wieder verbessert werden müsse.
Es sei auch deutlich geworden, dass die EZB nicht mehr über den aktuellen Inflationsanstieg hinwegsehen werde und sich auf eine vorübergehende Inflationsperspektive einlasse. Die Ungewissheit über die Zukunft der Inflation erhöhe den Druck auf die politischen Entscheidungsträger. Die Experten von Generali Investments gehen davon aus, dass die Gesamtinflation zumindest im ersten Quartal in der Nähe der derzeitigen Höchststände liegen und danach nur langsam zurückgehen wird. Angesichts des sich abzeichnenden Drucks auf breiter Front würden die Inflationsprognosen auf der März-Sitzung stark nach oben korrigiert werden, und eine Neukalibrierung der Anleihenkäufe werde wahrscheinlich dazu führen, dass ihre Laufzeit zunächst unbefristet sein werde. Da sich der Aufschwung fortsetze und der Aufwärtspfad der Inflation mehr Anzeichen für eine Realisierung aufweise, werde auf der Juni-Sitzung wahrscheinlich ein Ende der quantitativen Lockerung im dritten Quartal angekündigt.
Die Experten würden davon ausgehen, dass die Nettokäufe von Vermögenswerten im August enden würden. Auf der September-Sitzung sollte es zudem Anzeichen für eine deutlichere Stärkung des Lohnwachstums geben, die auch die Gemäßigten im EZB-Rat dazu veranlassen würden, zumindest eine erste Zinserhöhung um 25 Basispunkte zu akzeptieren. Die Dezember-Sitzung werde erstmals auch Prognosen für das Jahr 2025 umfassen, was eine weitere Zinserhöhung um 25 Basispunkte begünstigen dürfte. (14.02.2022/alc/a/a)
Obwohl sich der EZB-Rat bereits auf seiner Dezembersitzung der Aufwärtsrisiken für die Inflation bewusst gewesen sei, habe er sich dennoch zu APP-Käufen (Asset Purchase Programme) bis mindestens Oktober 2022 verpflichtet. Und Präsidentin Lagarde habe eine Zinserhöhung im Jahr 2022 weiterhin als "sehr unwahrscheinlich" bezeichnet. Mit Blick auf die Zukunft könne man nicht sicher sein, ob die Erkenntnis von Risiken für ein bestimmtes Szenario die EZB nicht dazu veranlasse, von kühnen Aussagen Abstand zu nehmen. In diesem Wissen werde der EZB-Rat wahrscheinlich sparsamer mit solchen Aussagen umgehen, da sie einen Teil ihrer Macht verloren hätten und die Glaubwürdigkeit wieder verbessert werden müsse.
Es sei auch deutlich geworden, dass die EZB nicht mehr über den aktuellen Inflationsanstieg hinwegsehen werde und sich auf eine vorübergehende Inflationsperspektive einlasse. Die Ungewissheit über die Zukunft der Inflation erhöhe den Druck auf die politischen Entscheidungsträger. Die Experten von Generali Investments gehen davon aus, dass die Gesamtinflation zumindest im ersten Quartal in der Nähe der derzeitigen Höchststände liegen und danach nur langsam zurückgehen wird. Angesichts des sich abzeichnenden Drucks auf breiter Front würden die Inflationsprognosen auf der März-Sitzung stark nach oben korrigiert werden, und eine Neukalibrierung der Anleihenkäufe werde wahrscheinlich dazu führen, dass ihre Laufzeit zunächst unbefristet sein werde. Da sich der Aufschwung fortsetze und der Aufwärtspfad der Inflation mehr Anzeichen für eine Realisierung aufweise, werde auf der Juni-Sitzung wahrscheinlich ein Ende der quantitativen Lockerung im dritten Quartal angekündigt.
Die Experten würden davon ausgehen, dass die Nettokäufe von Vermögenswerten im August enden würden. Auf der September-Sitzung sollte es zudem Anzeichen für eine deutlichere Stärkung des Lohnwachstums geben, die auch die Gemäßigten im EZB-Rat dazu veranlassen würden, zumindest eine erste Zinserhöhung um 25 Basispunkte zu akzeptieren. Die Dezember-Sitzung werde erstmals auch Prognosen für das Jahr 2025 umfassen, was eine weitere Zinserhöhung um 25 Basispunkte begünstigen dürfte. (14.02.2022/alc/a/a)


