gamigo-Anleihe überdurchschnittlich attraktiv


28.05.13 14:46
GBC AG

Augsburg (www.anleihencheck.de) - Cosmin Filker und Felix Gode, Analysten der GBC AG, halten die Unternehmensanleihe (ISIN DE000A1TNJY0 / WKN A1TNJY) der gamigo AG, die man vom 05.06.2013 bis zum 18.06.2013 zeichnen kann, für überdurchschnittlich attraktiv.

Die gamigo AG weise als Betreiber und Vermarkter von internationalen Computerspielen aus dem Segment der so genannten Massively Multiplayer Online Games (MMOGs) einen langjährigen Track Rekord auf. Mit dem regionalen Schwerpunkt auf Europa und Nordamerika biete das im Jahr 2000 gegründete Unternehmen derzeit zehn Spiele. Gemäß Unternehmensangaben verfüge die gamigo-Gruppe über mindestens 10,0 Mio. Spielkonten (im Eigenbestand) mit einer täglichen durchschnittlichen Besucherzahl von mehr als 70.000 Nutzern.

Die Gesellschaft trete dabei nicht mehr als Entwickler auf, sie sei ab 2013 gemäß ihrem Geschäftsmodell als Bindeglied zwischen Spieleentwickler und Spieler mit den Kernkompetenzen Technologie, Spielmanagement und Vertrieb zu verstehen. Die Kunden der gamigo AG könnten dabei die angebotenen Spiele, welche extern entwickelt worden seien, sowohl direkt im Browser oder als Clientgame online spielen. Die Gesellschaft übernehme dabei das komplette Spielmanagement, die Abwicklung, das Marketing sowie den technischen Support. Hierbei verfüge die gamigo AG über Spiellizenzen von verschiedenen Entwicklern weltweit.

Im Rahmen der Lizenznutzung würden so genannte Royalties an den Lizenzgeber in Höhe von ca. 30% der entsprechenden Umsätze abgeführt. Da es sich bei den angebotenen Spielen um so genannte Free-to-Play-Spiele handle, sei die Haupteinnahmequelle der Gesellschaft der Verkauf virtueller Güter, womit entweder einen schnellerer Spielfortschritt oder ein individuelleres Spielerlebnis ermöglicht werde. Die Einnahmen der Gesellschaft sollten in den kommenden Geschäftsjahren um Einnahmen aus den Bereichen Merchandising und Werbung erweitert werden.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 habe die gamigo AG damit Umsatzerlöse in Höhe von 14,87 Mio. EUR erzielt, wobei der wesentliche Erlösanteil mit den derzeit drei wichtigsten Titeln "Last Chaos", "Fiesta Online" und "Cultures Online" generiert worden sei. Die operative Entwicklung des Geschäftsjahres 2012 sei dabei vor dem Hintergrund einer vorgenommenen Neufokussierung im Nachgang der Anteilsveräußerung durch die Axel Springer AG zu verstehen. Demnach sei sowohl das risikoreiche Entwicklungsgeschäft als auch nicht erfolgsversprechende Spiele aufgegeben worden, was in erster Linie einen signifikanten Anstieg der Abschreibungen zur Folge gehabt habe. Diese Belastungen hätten jedoch durch Sondererträge im Zusammenhang mit dem Darlehensverzicht der Axel Springer AG aufgefangen werden können, so dass im Geschäftsjahr 2012 ein positives operatives Ergebnis (EBIT: 1,48 Mio. EUR) erzielt worden sei.

Gemäß Unternehmensstrategie solle das Wachstum der kommenden Geschäftsjahre sowohl durch organisches (Ausweitung des Spieleportfolios, Erwerb zusätzlicher Spiellizenzen) als auch anorganisches Wachstum (Erwerb von Gesellschaften aus dem Bereich der MMOG) realisiert werden. Um die hierfür notwendigen Investitionen stemmen zu können, befinde sich die gamigo AG derzeit in der Emissionsphase einer 8,50%igen Unternehmensanleihe mit einem geplanten Emissionsvolumen von 15,00 Mio. EUR. Unter der Voraussetzung würden die Analysten für die kommenden Geschäftsjahre ein dynamisches Umsatzwachstum bei einem überproportionalen Ergebnisanstieg erwarten. Nicht berücksichtigt hätten sie hierhin mögliche positive Ergebniseffekte aus den Bereichen Merchandising und Werbung. Diese Bereiche würden als verhältnismäßig margenstark gelten.

Zugleich dürften sich die für die Anleihegläubiger wichtigen Bonitätskennzahlen sukzessive verbessern, so dass EBITDA-Zinsdeckungsgrade oberhalb von 4,0 möglich erscheinen würden. Analog hierzu würden die Analysten mit einer deutlichen Verbesserung der Eigenkapitalquote rechnen.

Die Analysten hätten für die gamigo AG eine Risikoeinstufung vorgenommen, welche sie anschließend um die Ausgestaltungsmerkmale der Unternehmensanleihe adjustiert hätten. Von wesentlicher Bedeutung hierfür sei sowohl das erwartete Unternehmenswachstum als auch die in den Anleihebedingungen verankerten, umfangreichen Investorenschutzrechte. Das bereinigte Rendite-/Risikoprofil der gamigo-Anleihe liege oberhalb des Marktdurchschnitts.

Nach der vorgenommenen Adjustierung liegt die gamigo-Anleihe um +8,6% oberhalb der Regressionsgeraden und ist damit als überdurchschnittlich attraktiv einzustufen, so die Analysten der GBC AG. Daher würden sie 4 von 5 GBC-Falken vergeben. (Ausgabe vom 27.05.2013) (28.05.2013/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.