Erweiterte Funktionen
Der allgemeine Inflationsdruck in den USA scheint weiterhin abzunehmen
13.10.23 15:23
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - Neben den Notenbank-Protokollen stellte die Veröffentlichung der September-Verbraucherpreisinflation in den USA das Datenhighlight dieser Woche dar, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).
Während die Gesamtinflationsrate mit einer Veränderung von 0,4% p.m. zwar unter dem Vormonatswert von 0,6% p.m., aber über den Konsenserwartungen von 0,3% p.m. zu liegen gekommen sei, habe die Änderungsrate der Kerninflation mit 0,3% p.m. auf derselben Höhe wie die Vormonatsveröffentlichung gelegen und gleichzeitig den Erwartungen entsprochen. Hinsichtlich der Gesamtinflation hätten abermals die Treibstoffpreise den stärksten Inflationstreiber dargestellt - wenn auch in einem weniger starken Ausmaß als noch im August.
Bei der Kerninflation, welche Energie- und Nahrungsmittelpreise ausklammere, hätten hingegen die Wohnkosten negativ überrascht. Dies sollte allerdings ein vorübergehender Effekt bleiben. Es werde weiterhin erwartet, dass sich die Wohnkosteninflation in naher Zukunft deutlich abkühlen werde. Exkludiere man die Wohnkosten, so habe die Veränderungsrate der Kerninflation im September sogar bei nur 0,1% p.m. gelegen. In der Gesamtbetrachtung scheine der allgemeine Inflationsdruck trotz der genannten Negativüberraschungen also weiterhin abzunehmen.
Mit der September-Schnellschätzung der Inflation für den Euroraum lägen nun Daten für drei Quartale des Jahres vor, und ein Blick auf die Prognose der Analysten sei naheliegend. Die Einschätzung der Analysten vom Mai bleibe aufrecht - für 2023 sei die Gesamtinflation auf dem besten Weg, ihre Prognose eines jährlichen Anstiegs von 5,6% p.a. zu erreichen. Ihre Prognose für die Kerninflation würden die Analysten leicht nach unten revidieren, von 5,1% auf 5,0% im Jahresvergleich. Im September selbst sei es zu einer starken Verlangsamung der Kerninflation gekommen, die sich als Basiseffekt über den größten Teil des Jahres 2024 auswirken werde.
Aus diesem Grund würden die Analysten ihre Prognose für die durchschnittliche jährliche Kerninflation von 3,8% auf 3,6% p.a. revidieren. Was die Gesamtinflation anbelange, so werde der jüngste Anstieg der Ölpreise dazu führen, dass die Energiepreisinflation weniger stark zurückgehe als erwartet, sodass die Analysten ihre Prognose für die Gesamtinflation im Jahr 2024 von 2,9% auf 3,1% p.a. anheben würden. Ihre Prognose für 2025 bleibe unverändert und liege im Durchschnitt bei 2,3% p.a. für die Gesamtinflation und 2,9% p.a. für die Kerninflation.
Nächste Woche stünden in den USA mit der Industrieproduktion und den Einzelhandelsumsätzen für September interessante Datenpunkte zur Wirtschaftsaktivität in der größten Volkswirtschaft der Welt auf der Agenda. Die Industrieproduktion habe mit einem Wachstum von 0,4% p.m. im August für eine positive Überraschung sorgen können (Konsenserwartung: 0,1% p.m.). Für den September würden aktuelle Schätzungen aber abermals von einer Abschwächung auf 0,1% p.m. ausgehen.
Besonders interessant werde die Frage sein, wie sich der seit dem 15. September anhaltende Streik in der US-Autoindustrie auf die Komponente für das Verarbeitende Gewerbe ausgewirkt habe. Die Einzelhandelsumsätze (nominale Größe!) hätten im August um 0,6% im Monatsvergleich zulegen können, was allerdings zu einem großen Teil durch Sondereffekte wie die hohen Kraftstoffpreise bedingt gewesen sei. Die Konsensschätzungen würden auch hier von einer Abschwächung ausgehen, aktuell stehe ein Wachstum von 0,2% p.m. zu Buche.
Generell bleibe abzuwarten, wie sich das derzeitige sehr restriktive wirtschaftliche Umfeld auf den Konsum und somit auch die Einzelhandelsumsätze auswirken werde. Eine Abschwächung des vormals überraschend starken Konsums wäre keine große Überraschung. In der Eurozone stünden nächste Woche indessen abermals Stimmungsindikatoren im Mittelpunkt. Hier sei insbesondere auf die Zahlen zum deutschen ZEW im Oktober zu verweisen. Die Analysten würden bei der Komponente für die aktuelle Lage eine leichte Eintrübung auf -81 Punkte (von -79,4 Punkten) erwarten, während die Erwartungskomponente ihrer Einschätzung nach deutlich zulegen sollte (von -11,4 Punkte auf -5 Punkte).
Nach dem Beschäftigungsbericht in der Vorwoche habe nun auch die US-Verbraucherpreisinflation für eine Marktüberraschung gesorgt, welche mit steigenden Renditen einhergegangen sei. Die US-Treasury Kurve habe sich über alle Laufzeitensegmente nach oben orientiert und die deutsche Bund Kurve habe ihr das gleich getan. Der US-Dollar habe aufgewertet und EUR/USD habe sich erneut Werten nahe 1,05 genähert. In Summe stelle sich die Frage, wie viel Gewicht die US-Notenbank FED den Details der Veröffentlichungen schenken werde. Denn für beide Berichte gilt, dass diese auf den zweiten Blick weniger falkenhaft erscheinen als man vermuten würde, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI). Beim Beschäftigungsbericht sei das Lohnwachstum moderat gewesen und beim Inflationsbericht habe sich die Kerninflations-Dynamik exklusive Wohnen verhalten gezeigt.
Aus dem FED-Protokoll der September-Zinssitzung würden die Analysten wissen, dass eine Mehrheit der Mitglieder des Offenmarktausschusses eine weiter Zinserhöhung als angemessen erachtet hätten. Auf Basis der zuletzt veröffentlichten Daten hätten diese ihre Meinung wohl nicht geändert. Aber, die seit der Zinssitzung erfolgten Renditeanstiege bei längerfristigen Laufzeiten würden aus geldpolitischer Sicht restriktiv wirken. Und so hätten einige Mitglieder des Offenmarktausschusses zuletzt betont, dass sie die jüngsten Marktbewegungen in ihre Entscheidung miteinfließen lassen würden. Die Analysten würden an ihrer Prognose keiner weiteren Zinserhöhung der Federal Reserve festhalten, diese aber im Licht der jüngsten Datenveröffentlichungen als etwas wahrscheinlicher als noch zuvor erachten.
Für die EZB treffe dies weniger zu. Auch hier sei das Protokoll zur September-Zinssitzung veröffentlicht worden. Die Beweggründe für die Zinserhöhung seien klar dargelegt worden. Jene Mehrheit, die sich für eine Zinserhöhung ausgesprochen habe, habe im Lichte der anhaltend hohen Inflation, der großen Unsicherheit des Inflationsausblicks und der langen Zeit bis das Inflationsziel laut EZB-Prognose (Ende 2025) wieder erfüllt sei, ein deutliches Signal senden wollen, dass es der EZB ernst sei. Weiterhin solle der Zinsschritt als Puffer gegen Inflationsrisiken dienen.
Wie erwartet hätten jene Ratsmitglieder, welche sich für konstante Leitzinsen ausgesprochen hätten, die Abwärtsrisiken für den Konjunkturausblick und die Tatsache betont, dass Inflationsdaten zuletzt den Erwartungen der EZB(-Prognosen) entsprochen hätten. Das EZB-Protokoll habe keine Anzeichen einer beginnenden Diskussion um bilanzpolitische Maßnahmen enthalten, welche aber zweifelsohne zuletzt an Fahrt zugenommen habe. Nach Meinung der Analysten habe die EZB den Schwenk hin zum Fokus auf die Dauer der Leitzinsen auf dem aktuellen Niveau vollzogen und nun gelte es sich dem Thema Überschussliquidität eingehender zu widmen. (13.10.2023/alc/a/a)
Während die Gesamtinflationsrate mit einer Veränderung von 0,4% p.m. zwar unter dem Vormonatswert von 0,6% p.m., aber über den Konsenserwartungen von 0,3% p.m. zu liegen gekommen sei, habe die Änderungsrate der Kerninflation mit 0,3% p.m. auf derselben Höhe wie die Vormonatsveröffentlichung gelegen und gleichzeitig den Erwartungen entsprochen. Hinsichtlich der Gesamtinflation hätten abermals die Treibstoffpreise den stärksten Inflationstreiber dargestellt - wenn auch in einem weniger starken Ausmaß als noch im August.
Bei der Kerninflation, welche Energie- und Nahrungsmittelpreise ausklammere, hätten hingegen die Wohnkosten negativ überrascht. Dies sollte allerdings ein vorübergehender Effekt bleiben. Es werde weiterhin erwartet, dass sich die Wohnkosteninflation in naher Zukunft deutlich abkühlen werde. Exkludiere man die Wohnkosten, so habe die Veränderungsrate der Kerninflation im September sogar bei nur 0,1% p.m. gelegen. In der Gesamtbetrachtung scheine der allgemeine Inflationsdruck trotz der genannten Negativüberraschungen also weiterhin abzunehmen.
Mit der September-Schnellschätzung der Inflation für den Euroraum lägen nun Daten für drei Quartale des Jahres vor, und ein Blick auf die Prognose der Analysten sei naheliegend. Die Einschätzung der Analysten vom Mai bleibe aufrecht - für 2023 sei die Gesamtinflation auf dem besten Weg, ihre Prognose eines jährlichen Anstiegs von 5,6% p.a. zu erreichen. Ihre Prognose für die Kerninflation würden die Analysten leicht nach unten revidieren, von 5,1% auf 5,0% im Jahresvergleich. Im September selbst sei es zu einer starken Verlangsamung der Kerninflation gekommen, die sich als Basiseffekt über den größten Teil des Jahres 2024 auswirken werde.
Aus diesem Grund würden die Analysten ihre Prognose für die durchschnittliche jährliche Kerninflation von 3,8% auf 3,6% p.a. revidieren. Was die Gesamtinflation anbelange, so werde der jüngste Anstieg der Ölpreise dazu führen, dass die Energiepreisinflation weniger stark zurückgehe als erwartet, sodass die Analysten ihre Prognose für die Gesamtinflation im Jahr 2024 von 2,9% auf 3,1% p.a. anheben würden. Ihre Prognose für 2025 bleibe unverändert und liege im Durchschnitt bei 2,3% p.a. für die Gesamtinflation und 2,9% p.a. für die Kerninflation.
Besonders interessant werde die Frage sein, wie sich der seit dem 15. September anhaltende Streik in der US-Autoindustrie auf die Komponente für das Verarbeitende Gewerbe ausgewirkt habe. Die Einzelhandelsumsätze (nominale Größe!) hätten im August um 0,6% im Monatsvergleich zulegen können, was allerdings zu einem großen Teil durch Sondereffekte wie die hohen Kraftstoffpreise bedingt gewesen sei. Die Konsensschätzungen würden auch hier von einer Abschwächung ausgehen, aktuell stehe ein Wachstum von 0,2% p.m. zu Buche.
Generell bleibe abzuwarten, wie sich das derzeitige sehr restriktive wirtschaftliche Umfeld auf den Konsum und somit auch die Einzelhandelsumsätze auswirken werde. Eine Abschwächung des vormals überraschend starken Konsums wäre keine große Überraschung. In der Eurozone stünden nächste Woche indessen abermals Stimmungsindikatoren im Mittelpunkt. Hier sei insbesondere auf die Zahlen zum deutschen ZEW im Oktober zu verweisen. Die Analysten würden bei der Komponente für die aktuelle Lage eine leichte Eintrübung auf -81 Punkte (von -79,4 Punkten) erwarten, während die Erwartungskomponente ihrer Einschätzung nach deutlich zulegen sollte (von -11,4 Punkte auf -5 Punkte).
Nach dem Beschäftigungsbericht in der Vorwoche habe nun auch die US-Verbraucherpreisinflation für eine Marktüberraschung gesorgt, welche mit steigenden Renditen einhergegangen sei. Die US-Treasury Kurve habe sich über alle Laufzeitensegmente nach oben orientiert und die deutsche Bund Kurve habe ihr das gleich getan. Der US-Dollar habe aufgewertet und EUR/USD habe sich erneut Werten nahe 1,05 genähert. In Summe stelle sich die Frage, wie viel Gewicht die US-Notenbank FED den Details der Veröffentlichungen schenken werde. Denn für beide Berichte gilt, dass diese auf den zweiten Blick weniger falkenhaft erscheinen als man vermuten würde, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI). Beim Beschäftigungsbericht sei das Lohnwachstum moderat gewesen und beim Inflationsbericht habe sich die Kerninflations-Dynamik exklusive Wohnen verhalten gezeigt.
Aus dem FED-Protokoll der September-Zinssitzung würden die Analysten wissen, dass eine Mehrheit der Mitglieder des Offenmarktausschusses eine weiter Zinserhöhung als angemessen erachtet hätten. Auf Basis der zuletzt veröffentlichten Daten hätten diese ihre Meinung wohl nicht geändert. Aber, die seit der Zinssitzung erfolgten Renditeanstiege bei längerfristigen Laufzeiten würden aus geldpolitischer Sicht restriktiv wirken. Und so hätten einige Mitglieder des Offenmarktausschusses zuletzt betont, dass sie die jüngsten Marktbewegungen in ihre Entscheidung miteinfließen lassen würden. Die Analysten würden an ihrer Prognose keiner weiteren Zinserhöhung der Federal Reserve festhalten, diese aber im Licht der jüngsten Datenveröffentlichungen als etwas wahrscheinlicher als noch zuvor erachten.
Für die EZB treffe dies weniger zu. Auch hier sei das Protokoll zur September-Zinssitzung veröffentlicht worden. Die Beweggründe für die Zinserhöhung seien klar dargelegt worden. Jene Mehrheit, die sich für eine Zinserhöhung ausgesprochen habe, habe im Lichte der anhaltend hohen Inflation, der großen Unsicherheit des Inflationsausblicks und der langen Zeit bis das Inflationsziel laut EZB-Prognose (Ende 2025) wieder erfüllt sei, ein deutliches Signal senden wollen, dass es der EZB ernst sei. Weiterhin solle der Zinsschritt als Puffer gegen Inflationsrisiken dienen.
Wie erwartet hätten jene Ratsmitglieder, welche sich für konstante Leitzinsen ausgesprochen hätten, die Abwärtsrisiken für den Konjunkturausblick und die Tatsache betont, dass Inflationsdaten zuletzt den Erwartungen der EZB(-Prognosen) entsprochen hätten. Das EZB-Protokoll habe keine Anzeichen einer beginnenden Diskussion um bilanzpolitische Maßnahmen enthalten, welche aber zweifelsohne zuletzt an Fahrt zugenommen habe. Nach Meinung der Analysten habe die EZB den Schwenk hin zum Fokus auf die Dauer der Leitzinsen auf dem aktuellen Niveau vollzogen und nun gelte es sich dem Thema Überschussliquidität eingehender zu widmen. (13.10.2023/alc/a/a)
Aktuelle Kursinformationen mehr >
| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 2,70 % | 1,90 % | 0,80 % | +42,11% | 24.04./22:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| 2,70 % | 1,80 % | |||


