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Zu aggressive Marktpreise für künftige EZB-Erhöhungen


27.10.21 10:45
Generali Investments

Köln (www.anleihencheck.de) - Seit August haben die Finanzmärkte das künftige Leitzinsniveau der Europäischen Zentralbank (EZB) auf Sicht von drei Jahren um rund 40 Basispunkte nach oben korrigiert, so die Experten von Generali Investments.

Inzwischen werde eine Anhebung des Zinssatzes über 0,0 Prozent vom Markt eingepreist. Das Research-Team von Generali Investments teile diese Ansicht nicht: Die Experten würden dies für zu aggressiv halten und davon ausgehen, dass die EZB bis 2024 in der Warteschleife bleibe. Es scheine, dass die Märkte die sich abzeichnenden Zinserhöhungen in anderen Ländern (z. B. im Vereinigten Königreich und in den USA) fälschlicherweise auf die EZB übertragen würden. Diese Entwicklung sei hauptsächlich auf die steigenden Rohstoffpreise und die stark korrelierten Inflationserwartungen zurückzuführen. Die 10-jährigen Euroraum-Inflationsswaps hätten mit 2,1 Prozent den höchsten Stand seit 2013 erreicht.

Auch wenn es unwahrscheinlich sei, dass die tatsächlichen Inflationsraten wieder das Niveau von vor der Covid-Krise erreichen würden, sei zumindest ein Teil des Anstiegs vorübergehend und werde sich im Laufe der Zeit abschwächen. Außerdem könne die Geldpolitik den durch Lieferkettenprobleme und steigende Rohstoffpreise ausgelösten Preisanstieg ohnehin nicht wirksam bekämpfen. Daher würden die Experten in Kürze eine Korrektur der prognostizierten EZB-Leitzinsschritte erwarten. Dies werde sich auch auf die Renditen langlaufender Anleihen auswirken. Der Trend zeige zwar immer noch nach oben, aber der weitere Renditeanstieg werde deutlich langsamer verlaufen. (27.10.2021/alc/a/a)