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Zweifel an der Niedrigzinspolitik wachsen
26.02.16 08:59
Baader Bank
Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Die Sorgen um die Folgen der anhaltenden Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) nehmen zu, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.
So kämen selbst innerhalb der EZB Zweifel an der eigenen Strategie auf. Zumindest die EZB-Bankenaufsicht mache sich wegen der davon massiv tangierten Gewinnsituation der Banken in der Euro-Zone ihre Gedanken. Die geringe Profitabilität sei offensichtlich eine große Sorge für die Aktionäre der Banken, so die oberste Bankenaufseherin der EZB, Daniele Nouy. Längerfristig bedrohe dies den Zugang der Institute zu den Kapitalmärkten. Damit sei für Nouy klar: "Mangelnde Profitabilität beeinflusst die Stabilität der Banken."
Auf der Suche nach Rendite würden die Banken nach ihrer Beobachtung inzwischen wieder mehr Risiken auf sich nehmen, was die Gefahr einer abrupten Wende berge. Auch die Bundesbank sehe insbesondere Risiken bei den Instituten, die stark auf das Kreditgeschäft angewiesen seien. Und nicht zuletzt mache sich auch die Finanzaufsicht BaFin Gedanken zum aktuellen Marktumfeld. So kämen auf die deutschen Lebensversicherer laut ihres obersten Aufsehers für die Branche deutlich höhere Sonderrückstellungen zu. 2016 werde die Zinszusatzreserve sicher nicht sinken, so Frank Grund, der Exekutivdirektor der BaFin-Versicherungsaufsicht, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Er rechne vielmehr mit einem "signifikanten" Anstieg. Und nicht nur das, 2018 und 2019 käme dann noch ein "zusätzlicher Schub" hinzu, rechne Grund, weshalb sich die Versicherer auf eine lange Niedrigzinsphase einstellen müssten.
Um ihre Zinsversprechen aus Hochzinszeiten einlösen zu können, hätten die deutschen Lebensversicherer auf Anordnung der BaFin allein 2015 gut 10 Mrd. Euro zurückgestellt. Seit 2011 summiere sich diese Zinszusatzreserve damit auf 32 Mrd. Euro, was die Branche allmählich an ihre Grenzen bringe. "Als Medizin ist sie auch völlig richtig", werde Grund zitiert. Sie werde aber "zunehmend anspruchsvoll" für die Versicherer.
Mit der Politik des billigen Geldes beschäftige sich auch der Chef der Schweizer Notenbank (SNB). So fürchte Thomas Jordan, dass die Zentralbanken auf diese Weise ihre Handlungsfähigkeit aufs Spiel setzen würden. Der oberste Schweizer Währungshüter warne vor unerwünschten Nebenwirkungen der herrschenden Geldschwemme durch die Zentralbanken. Diese könnten ihre Zinsen nicht unbegrenzt weiter senken. Daher müssten die Notenbanken das Kosten-Nutzen-Verhältnis ihrer außergewöhnlichen Maßnahmen abwägen. Die Geldpolitik müsse angepasst werden, wenn die langfristigen Kosten den kurzfristigen Nutzen übersteigen würden, habe er in Frankfurt gesagt. Wie Jordan sei vielen Bankern sehr wohl klar, dass irgendwann der Zeitpunkt komme, an dem eine massive Flucht ins Bargeld einsetzen werde.
Indessen male auf der anderen Seite des Erdballs mit Takeshi Fujimaki ein prominenter japanischer Banker das Gespenst der Hyperinflation als Folge einer verfehlten Notenbankpolitik an die Wand. Das Land sitze auf einem Schuldenberg und der sei von der japanischen Notenbank Bank of Japan (BoJ) finanziert worden, laute sein Vorwurf. Der Fehler der Bank of Japan habe nach Fujimakis Überzeugung darin bestanden, zuerst die Märkte mit Geld zu fluten und dann Negativzinsen zu erheben, welche die Banken für das Geld zahlen müssten, das sie von der Zentralbank erhalten hätten.
Seine Sorge: Im Fall einer Zinswende werde das System kollabieren. In Europa sei es zwar umgekehrt gewesen, denn dort seien zuerst die Zinsen gesenkt und dann die Märkte geflutet worden. Aber dennoch gelte für beide Notenbanken: Ein Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes werde immer schwerer, weil sich die beiden Notenbanken, EZB und BoJ, zunehmend selbst behindern würden.
Die Berg- und Talfahrt portugiesischer Staatsanleihen habe kein Ende. Ok, die Bonds aus Lissabon würden wieder über ihren Zwölfmonatstiefs notieren. Sie würden aber auch deutlich hinter dem höheren Niveau zurückbleiben, das sie bis etwa Januar dieses Jahres erreicht hätten.
Ursache der erneuten Schwäche sei der Kurs der linksgerichteten Regierung, die eine Abkehr von den bisherigen Sparanstrengungen vorsehe. Das Budget zeige, dass ein besseres Leben in Portugal möglich sei, so der sozialistische Ministerpräsident Antonio Costa, während Oppositionschef Pedro Passos Coelho den gerade beschlossenen Etat ein "vergiftetes Geschenk" genannt habe, welches das Land anfälliger für Krisen mache. Laut Costa entspreche der Haushalt trotz Abkehr von der strikten Sparpolitik den internationalen Verpflichtungen des Landes. Den Plänen zufolge sollten Einschnitte bei Löhnen zurückgenommen und Lohnsteuern gesenkt werden. Steuern auf Benzin und Tabak sollten dagegen steigen. Die Nettoneuverschuldung solle dennoch von 4,3% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in 2015 auf 2,2% in 2016 sinken.
Dass man diesen Zielen am Kapitalmarkt nicht so recht trauen möge, zeige die Kursentwicklung portugiesischer Bonds. Im fünfjährigen Bereich seien die Kurse am 11. Februar auf ein neues Jahrestief abgesackt, was am Beispiel eines bis 4/2021 laufenden Titels (A0DY6V) klar werde. Nachdem der Bond zum Jahresbeginn noch auf einem Level von über 112% notiert habe, sei er Anfang Februar auf 103,16% eingebrochen, um sich aktuell auf rund 107,40% zu erholen. Damit rentiere der Titel mit rund 2,30%. Auch eine rund zehn Jahre bis 7/2026 laufende Staatsanleihe (ISIN PTOTETOE0012 / WKN A18W15) habe sich nach ihrem Jahrestief bei 90,152% vom 11. Februar wieder auf 95,53% erholt und rentiere dabei mit ca. 3,40%.
Solche Kursverläufe seien ein eindeutiges Indiz fehlender Zuversicht seitens der Investoren, die jeden Tag aufs Neue ihre Engagements überdenken würden.
Wer habe Angst vor dem Brexit, also dem Austritt von Großbritannien aus der EU? Die Antwort laute: Alle, zumindest fast alle - Gegner wie auch Befürworter, aber vor allem die Länder der restlichen EU. Immerhin sei man Premierminister David Cameron weitgehend entgegengekommen. Auch die Befürworter würden gewisse Risiken sehen, seien aber unterm Strich der Meinung, dass ein Austritt die beste Lösung für UK wäre. Allerdings habe sich mit Boris Johnson, dem Bürgermeister von London, ein politisches Schwergewicht als Brexit-Anhänger geoutet, was zugleich verdeutliche, wie zerrissen Camerons Tories seien. Es sei nicht auszuschließen, dass sich noch weitere konservative Politiker offen gegen das von ihrem Premierminister ausgehandelte Paket stellen würden.
Am 23. Juni dieses Jahres würden die Bürger im Vereinigten Königreich nun also über den Verbleib in der EU entscheiden. Bis zu diesem Zeitpunkt werde ein offener Schlagabtausch zwischen beiden Lagern nicht nur die Stimmung in England und dem restlichen Europa, sondern auch in den USA prägen. Noch habe nur David Cameron den ersten Schritt Richtung Verbleib in der EU machen können. In seinem Fall wisse die Bevölkerung, was auf sie zukommen werde. Die Brexit-Befürworter seien dagegen die Darstellung ihrer Vision bisher schuldig geblieben. Denn ein Loslösen von der EU würde viele Veränderungen nach sich ziehen, deren Auswirkungen nicht bis ins Detail vorhersehbar seien.
Aber nicht nur der Verlauf der Referendumsdebatte werde über den Ausgang der Abstimmung entscheiden, sondern auch die Höhe der Wahlbeteiligung. Aktuell werde das Brexit-Risiko auf eine Wahrscheinlichkeit von ca. 45% geschätzt, doch dieser Wert werde bei einer hohen Wahlbeteiligung eher tiefer liegen. Somit komme es auch darauf an, die Bevölkerung von der Abgabe ihrer Stimme zu überzeugen. Im Zweifelsfall würden davon eher die Brexit-Gegner Gebrauch machen.
Grundsätzlich sei zu dem Entgegenkommen, das Brüssel gegenüber Großbritannien gezeigt habe, zu sagen, dass es schon beschämend sei, wenn man ein Land mit finanziellen Anreizen zum Verbleib in einer Gemeinschaft bewegen müsse. Sicherlich sei in der EU vieles reformbedürftig, und wenn die Experten ehrlich seien, dann sei es auch mal Zeit geworden, dass sich jemand der Probleme angenommen habe. Nur sollten diese Zugeständnisse von allen Mitgliedern aufgegriffen werden und nicht nur einem Land zum Vorteil gereichen. Sollte das nicht eintreten, dann wäre ein neues Ungleichgewicht erzeugt, das wiederum nur mit Hilfe eines historisch vorbelasteten Partners zu stemmen wäre. Die anderen europäischen Wirtschaftsgroßmächte hätten genug mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen.
Ein deutlicher Beweis hierzu sei in der vergangenen Woche von Standard & Poor's mit dem Beibehalten des negativen Ausblicks für den Rettungsfonds EFSM erbracht worden. Hierbei hätten die wirtschaftlichen Probleme Frankreichs, dem zweitgrößten Garantiegeber des Europäischen Finanzstabilitätsmechanismus (EFSM), als Begründung gedient.
Das System kranke anscheinend an allen Ecken und Kanten und sei in der jetzigen Form nicht dauerhaft überlebensfähig. Infolge eines möglichen Brexit würden in einer ersten Reaktion sicherlich die restlichen EU-Staaten zusammenrücken und die Nähe zu Deutschland suchen. Allerdings könne nicht ausgeschlossen werden, dass lediglich monetäre Gründe dafür verantwortlich wären. Sollten aber insbesondere die in der Flüchtlingskrise zutage getretenen Differenzen die Szenerie beherrschen, dann würde sich der Brexit als Beginn des Auseinanderbrechens der EU erweisen. Doch Angst sei schon immer ein schlechter Ratgeber gewesen, und das sollten auch die europäischen Politiker endlich verinnerlicht haben. Wenn schlussendlich der "Liebesbeweis" eines Partners mittels finanzieller Unterstützung erkauft werden solle, dann sollte man sich daran erinnern, dass dieses Modell in jeder menschlichen Beziehung früher oder später zum Scheitern verurteilt sei.
Saudi-Arabien habe den Ölpreis auf Talfahrt geschickt. Nachdem Ölminister Ali Al-Naimi einen baldigen Rückgang der Fördermengen ausgeschlossen habe, seien die Kurse eingebrochen. Noch vor einer Woche hätten sich die Förderländer Russland, Saudi-Arabien, Venezuela und Katar darauf verständigt, die Produktion auf dem Niveau vom Januar einzufrieren.
Al-Naimi gehe nach eigenen Worten zwar davon aus, dass sich weitere Staaten dem Vorhaben anschließen würden. Aber sein Land, Saudi-Arabien, setze nicht auf Kürzungen, weil das Vertrauen fehle. Nach seinen Äußerungen sei der Preis für die Sorte Brent um mehr als 4% gefallen und habe auf die Aktienmärkte gedrückt.
Offenbar sei im Ringen um den Absatz von Erdöl jeder sich selbst der Nächste, worauf auch Äußerungen aus dem Iran hindeuten würden. Das wichtige Öl-Förderland wolle sich ebenfalls nicht an einer Begrenzung der Fördermenge beteiligen. Irans Ölminister Bijan Namdar Zangeneh habe das Einfrieren der Fördermenge als eine "unrealistische Forderung" tituliert.
Und so würden sich die Förderstaaten gegenseitig belauern, weil angesichts des Preisverfalls für Erdöl jeder eigentlich noch mehr als bisher würde fördern wollen. Doch bereits heute würden zwischen einer und zwei Millionen Barrel pro Tag mehr produziert als verbraucht. Zumindest teilweise dürften die Ölproduzenten die Malaise sich selbst zuzuschreiben haben, weil sie durch höhere Fördermengen mit der Fracking-Industrie einen unliebsamen Konkurrenten aus dem Markt hätten drängen wollen. Der Ölpreisverfall könnte die Budgets der Förderstaaten nun so stark unter Druck setzen, dass sie weniger Güter von den Industrieländern nachfragen und so auch zu einer weltweiten Konjunkturabkühlung beitragen würden. Aus diesem Grund würden die Börsen derzeit im Banne der Ölpreisentwicklung bleiben.
Indessen würden die niedrigen Ölpreise auch Banken in Bedrängnis bringen. So gelte die Rückzahlung eines Teils der an Ölfirmen vergebenen Kredite als unwahrscheinlich, weshalb die US-Großbank J.P. Morgan ihre Risikoreserven deutlich aufgestockt habe. 500 Mio. USD wolle das Institut im ersten Quartal 2016 zusätzlich zurücklegen. J.P. Morgan habe bereits Ende 2015 für faule Kredite in der Öl- und Gasbranche 815 Mio. USD zurückgelegt. Wie groß das Risiko der Branche sei, mache eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte klar, der zufolge annähernd fast einem Drittel der Ölfirmen in den USA die Insolvenz drohe.
Die Investoren hätten in den vergangenen Tagen einem breiten Angebot an neuen und als solide eingeschätzten Unternehmensanleihen gegenübergestanden. Vor allem bekannte und große Unternehmen hätten den Weg an den Primärmarkt gefunden. Dieser Umstand dürfte den Anlegern die Wahl der "richtigen" Geldanlage nicht einfach gemacht haben.
Allen voran habe sich das in der Telekommunikations- und Mobilfunksparte tätige britische Unternehmen Vodafone refinanziert. Hierbei sei ein Quartett von neuen Anleihen mit insgesamt 6 Mrd. Euro begeben worden. Die erste Anleihe sei ein dreijähriger Floater (ISIN XS1372838083 / WKN A18YCM) im Volumen von 1,75 Mrd. Euro, der zu pari begeben worden sei. Der Emittent zahle bis zum Laufzeitende am 25.02.2019 einen vierteljährlichen Kupon in Höhe des Drei-Monats-Euribor +95 bps. Der zweite Bond sei als fünfjährige Anleihe (ISIN XS1372838240 / WKN A18YCN) mit Fälligkeit am 25.08.2021 im Volumen von 1,25 Mrd. Euro und einem jährlichen Kupon von 1,25% aufgelegt worden. Der Emissionspreis von 99,723% habe einem Spread von +123 bps über Mid Swap entsprochen.
Die dritte im Bunde sei ein siebenjähriger Bond (ISIN XS1372838679 / WKN A18YCP) im Volumen von ebenfalls 1,25 Mrd. Euro. Die Anleger würden bis zur Fälligkeit am 25.08.2023 jährlich Zinsen in Höhe von 1,75% erhalten. Das Papier sei mit +148 bps über Mid Swap gepreist worden und folglich habe sich der Ausgabepreis auf 99,851% belaufen. Eine 10,5-jährige Anleihe (ISIN XS1372839214 / WKN A18YCQ) im Volumen von 1,75 Mrd. Euro und Laufzeitende am 25.08.2026 komplettiere das Quartett. Während der Laufzeit würden jährlich Zinsen in Höhe von 2,2% gezahlt. Der Ausgabepreis habe bei 99,01% gelegen, was einen Emissionsspread von +172 bps über Mid Swap bedeutet habe. Bei allen diesen Emissionen habe sich Vodafone für einer Mindestanlagesumme von 100.000 Euro entschieden.
Aber auch die Deutsche Bahn habe die Gunst der Stunde genutzt und eine zehnjährige Benchmark-Anleihe im Volumen 500 Mio. Euro am Primärmarkt aufgelegt. Das Unternehmen zahle dem Anleger einen jährlichen Kupon in Höhe von 0,75% bis zum Laufzeitende am 2.03.2026. Die Anleihe sei zu einem Kurs von 99,064% bzw. einem Spread von +28 bps über Mid Swap emittiert worden. Durch die gewählte Mindeststückelung von 1.000 Euro richte sich diese Anleihe auch an private Investoren.
Frisches Geld habe allerdings auch der Hersteller von Pharmazeutika Roche gebraucht und aus diesem Grunde sei eine siebenjährige Anleihe (ISIN XS1371715118 / WKN A18X7C) im Volumen von 650 Mio. Euro mit Laufzeitende am 27.02.2023 begeben worden. Der Investor erhalte einen jährlichen Zins von 0,5%. Der Reoffer habe bei 99,35% und somit mit +32 bps über Mid Swap gelegen. Der Bond besitze ein Kündigungsrecht zugunsten des Emittenten (Make-Whole-Option). Auch bei dieser Anleihe sei die "privatanleger-freundliche" Mindestanlagesumme von 1.000 Euro durch Roche gewählt worden.
In der vergangenen Woche hätten sich die Rentenhändler noch die Frage gestellt, ob denn nun endlich die lang erwartete Korrektur stattfinden würde. Inzwischen könnte man sagen: Nein, das sei nur ein Täuschungsmanöver gewesen und am gestrigen Tag sei mit 166% die nächste psychologische Marke gefallen.
Man nähere sich also mit großen Schritten der bisherigen "Bestmarke" bei der Rendite zehnjähriger deutscher Staatsanleihen. Diese sei am 17.04.2015 mit 0,049% erreicht worden und inzwischen habe man sich bis auf ca. 0,10 Prozentpunkte angenähert. Im Kurs der aktuellen Bundesanleihe würde dies noch einen Kursanstieg um etwas mehr als einen Prozentpunkt ausmachen. Es sei also noch Luft vorhanden, auch wenn zum Handelsschluss hin, dem Rentenbarometer Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) vorerst die Luft ausgegangen sei. Somit sei zumindest mit dem gestrigen Allzeithoch bei 166,25% wieder ein neuer Widerstand "geboren" worden. Nach unten seien Unterstützungslinien bei 165,50% (Hochs am 19. und 23.02.) sowie bei 163,72% (Hochs und Tiefs in den ersten Handelstagen des Februars) zu registrieren.
Aber die Frage der Fragen werde alle Rentenhändler auch in den kommenden Tagen beschäftigen. Sei es auch in Deutschland möglich, die Rendite im Zehn-Jahres-Bereich in den negativen Bereich zu drücken? Auszuschließend sei in diesen Zeiten nichts mehr.
In den USA wurden bzw. werden in dieser Handelswoche Geld- und Kapitalmarktpapiere für insgesamt 223 Mrd. US-Dollar zum Verkauf angeboten, so Klaus Stopp. Bei Laufzeiten zwischen vier Wochen und sieben Jahren sei sicherlich für jeden Interessenten die gewünschte Endfälligkeit darstellbar.
In Euroland hingegen seien trotz Endfälligkeiten von fast 50 Mrd. Euro lediglich Mittelaufnahmen von ca. 13 Mrd. Euro eingeplant. Mittels Aufstockungen von Altemissionen seien hierbei Belgien (ISIN BE0000337460 / WKN A18W1U/ 2026; ISIN BE0000335449 / WKN A1ZWX5/ 2031; ISIN BE0000320292 / WKN A1AWF4/ 2041), Deutschland (ISIN DE0001135481 / WKN 113548/ 2044) und Italien am Primärmarkt aktiv gewesen.
Die Aufstockung der lang laufenden Bundesanleihe (ISIN DE0001135481 / WKN 113548) sei am Mittwoch entsprechend dem Emissionskalender um 1 Mrd. Euro auf nun insgesamt 17 Mrd. Euro umgesetzt worden, obwohl ausgerechnet an diesem Tag bekannt gegeben worden sei, dass der Bundesfinanzminister einen Scheck über fast 3,2 Mrd. Euro erhalten werde. Diese Mittel würden aus dem Bundesbankgewinn für das Jahr 2015 stammen und würden sicherlich im neuen Haushalt Verwendung finden. Erwähnenswert im Zusammenhang mit dem Tender sei allerdings auch, dass die sonst sehr zögerliche Nachfrage für Gattungen mit einer solch langen Laufzeit, gestern nicht zum Tragen gekommen sei. Insgesamt seien Gebote für nominal 1,279 Mrd. Euro abgegeben worden und die Zuteilung sei bei einer Durchschnittsrendite von 0,77% erfolgt.
Spätestens seit vergangenem Sonntag drehe sich bei den Devisenhändlern sehr viel um das neue Dauerthema "Brexit". Der Ausgang des Referendums stehe zwar noch aus, aber die englischen CL-Mannschaften scheinen schon den Ernstfall, das diesjährige Ausscheiden aus der europäischen Fußball-Elite zu proben. Zumindest für ein Team werde das Weiterkommen nur in Verbindung mit einem Kraftakt möglich sein.
Somit habe "Brexit-bedingt" in dieser Handelswoche erwartungsgemäß ein Währungspaar besonders im Fokus der Devisenhändler gestanden. Gegenüber dem US-Dollar habe das Britische Pfund dramatisch an Wert verloren und mit 1,3876 USD ein Sieben-Jahres-Tief markiert. Ähnlich habe sich das Pfund Sterling gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung entwickelt und notiere aktuell mit 0,7924 GBP so schwach wie seit über 13 Monaten nicht mehr.
Doch Privatanleger hätten ihre Blicke nicht nur nach England gerichtet, sondern hätten auch weiterhin den US-Dollar im Visier. Infolge der europäischen "Chaostage" und die Zuspitzung diverser politischer Entscheidungen habe der Greenback erstarkt und handle gegenüber dem Euro aktuell bei 1,1030 USD.
Weitere Handelsaktivitäten hätten darüber hinaus insbesondere in Fremdwährungsanleihen auf Australischen Dollar, Brasilianische Real und Russische Rubel registriert werden können.
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Der Vorsitzende des Aufsichtsrats ist Dr. Horst Schiessl. Die Mitglieder des Vorstands sind Uto Baader (Vorsitzender), Nico Baader und Dieter Brichmann. (26.02.2016/alc/a/a)
So kämen selbst innerhalb der EZB Zweifel an der eigenen Strategie auf. Zumindest die EZB-Bankenaufsicht mache sich wegen der davon massiv tangierten Gewinnsituation der Banken in der Euro-Zone ihre Gedanken. Die geringe Profitabilität sei offensichtlich eine große Sorge für die Aktionäre der Banken, so die oberste Bankenaufseherin der EZB, Daniele Nouy. Längerfristig bedrohe dies den Zugang der Institute zu den Kapitalmärkten. Damit sei für Nouy klar: "Mangelnde Profitabilität beeinflusst die Stabilität der Banken."
Auf der Suche nach Rendite würden die Banken nach ihrer Beobachtung inzwischen wieder mehr Risiken auf sich nehmen, was die Gefahr einer abrupten Wende berge. Auch die Bundesbank sehe insbesondere Risiken bei den Instituten, die stark auf das Kreditgeschäft angewiesen seien. Und nicht zuletzt mache sich auch die Finanzaufsicht BaFin Gedanken zum aktuellen Marktumfeld. So kämen auf die deutschen Lebensversicherer laut ihres obersten Aufsehers für die Branche deutlich höhere Sonderrückstellungen zu. 2016 werde die Zinszusatzreserve sicher nicht sinken, so Frank Grund, der Exekutivdirektor der BaFin-Versicherungsaufsicht, gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Er rechne vielmehr mit einem "signifikanten" Anstieg. Und nicht nur das, 2018 und 2019 käme dann noch ein "zusätzlicher Schub" hinzu, rechne Grund, weshalb sich die Versicherer auf eine lange Niedrigzinsphase einstellen müssten.
Um ihre Zinsversprechen aus Hochzinszeiten einlösen zu können, hätten die deutschen Lebensversicherer auf Anordnung der BaFin allein 2015 gut 10 Mrd. Euro zurückgestellt. Seit 2011 summiere sich diese Zinszusatzreserve damit auf 32 Mrd. Euro, was die Branche allmählich an ihre Grenzen bringe. "Als Medizin ist sie auch völlig richtig", werde Grund zitiert. Sie werde aber "zunehmend anspruchsvoll" für die Versicherer.
Mit der Politik des billigen Geldes beschäftige sich auch der Chef der Schweizer Notenbank (SNB). So fürchte Thomas Jordan, dass die Zentralbanken auf diese Weise ihre Handlungsfähigkeit aufs Spiel setzen würden. Der oberste Schweizer Währungshüter warne vor unerwünschten Nebenwirkungen der herrschenden Geldschwemme durch die Zentralbanken. Diese könnten ihre Zinsen nicht unbegrenzt weiter senken. Daher müssten die Notenbanken das Kosten-Nutzen-Verhältnis ihrer außergewöhnlichen Maßnahmen abwägen. Die Geldpolitik müsse angepasst werden, wenn die langfristigen Kosten den kurzfristigen Nutzen übersteigen würden, habe er in Frankfurt gesagt. Wie Jordan sei vielen Bankern sehr wohl klar, dass irgendwann der Zeitpunkt komme, an dem eine massive Flucht ins Bargeld einsetzen werde.
Indessen male auf der anderen Seite des Erdballs mit Takeshi Fujimaki ein prominenter japanischer Banker das Gespenst der Hyperinflation als Folge einer verfehlten Notenbankpolitik an die Wand. Das Land sitze auf einem Schuldenberg und der sei von der japanischen Notenbank Bank of Japan (BoJ) finanziert worden, laute sein Vorwurf. Der Fehler der Bank of Japan habe nach Fujimakis Überzeugung darin bestanden, zuerst die Märkte mit Geld zu fluten und dann Negativzinsen zu erheben, welche die Banken für das Geld zahlen müssten, das sie von der Zentralbank erhalten hätten.
Seine Sorge: Im Fall einer Zinswende werde das System kollabieren. In Europa sei es zwar umgekehrt gewesen, denn dort seien zuerst die Zinsen gesenkt und dann die Märkte geflutet worden. Aber dennoch gelte für beide Notenbanken: Ein Ausstieg aus der Politik des billigen Geldes werde immer schwerer, weil sich die beiden Notenbanken, EZB und BoJ, zunehmend selbst behindern würden.
Die Berg- und Talfahrt portugiesischer Staatsanleihen habe kein Ende. Ok, die Bonds aus Lissabon würden wieder über ihren Zwölfmonatstiefs notieren. Sie würden aber auch deutlich hinter dem höheren Niveau zurückbleiben, das sie bis etwa Januar dieses Jahres erreicht hätten.
Ursache der erneuten Schwäche sei der Kurs der linksgerichteten Regierung, die eine Abkehr von den bisherigen Sparanstrengungen vorsehe. Das Budget zeige, dass ein besseres Leben in Portugal möglich sei, so der sozialistische Ministerpräsident Antonio Costa, während Oppositionschef Pedro Passos Coelho den gerade beschlossenen Etat ein "vergiftetes Geschenk" genannt habe, welches das Land anfälliger für Krisen mache. Laut Costa entspreche der Haushalt trotz Abkehr von der strikten Sparpolitik den internationalen Verpflichtungen des Landes. Den Plänen zufolge sollten Einschnitte bei Löhnen zurückgenommen und Lohnsteuern gesenkt werden. Steuern auf Benzin und Tabak sollten dagegen steigen. Die Nettoneuverschuldung solle dennoch von 4,3% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) in 2015 auf 2,2% in 2016 sinken.
Dass man diesen Zielen am Kapitalmarkt nicht so recht trauen möge, zeige die Kursentwicklung portugiesischer Bonds. Im fünfjährigen Bereich seien die Kurse am 11. Februar auf ein neues Jahrestief abgesackt, was am Beispiel eines bis 4/2021 laufenden Titels (A0DY6V) klar werde. Nachdem der Bond zum Jahresbeginn noch auf einem Level von über 112% notiert habe, sei er Anfang Februar auf 103,16% eingebrochen, um sich aktuell auf rund 107,40% zu erholen. Damit rentiere der Titel mit rund 2,30%. Auch eine rund zehn Jahre bis 7/2026 laufende Staatsanleihe (ISIN PTOTETOE0012 / WKN A18W15) habe sich nach ihrem Jahrestief bei 90,152% vom 11. Februar wieder auf 95,53% erholt und rentiere dabei mit ca. 3,40%.
Solche Kursverläufe seien ein eindeutiges Indiz fehlender Zuversicht seitens der Investoren, die jeden Tag aufs Neue ihre Engagements überdenken würden.
Wer habe Angst vor dem Brexit, also dem Austritt von Großbritannien aus der EU? Die Antwort laute: Alle, zumindest fast alle - Gegner wie auch Befürworter, aber vor allem die Länder der restlichen EU. Immerhin sei man Premierminister David Cameron weitgehend entgegengekommen. Auch die Befürworter würden gewisse Risiken sehen, seien aber unterm Strich der Meinung, dass ein Austritt die beste Lösung für UK wäre. Allerdings habe sich mit Boris Johnson, dem Bürgermeister von London, ein politisches Schwergewicht als Brexit-Anhänger geoutet, was zugleich verdeutliche, wie zerrissen Camerons Tories seien. Es sei nicht auszuschließen, dass sich noch weitere konservative Politiker offen gegen das von ihrem Premierminister ausgehandelte Paket stellen würden.
Am 23. Juni dieses Jahres würden die Bürger im Vereinigten Königreich nun also über den Verbleib in der EU entscheiden. Bis zu diesem Zeitpunkt werde ein offener Schlagabtausch zwischen beiden Lagern nicht nur die Stimmung in England und dem restlichen Europa, sondern auch in den USA prägen. Noch habe nur David Cameron den ersten Schritt Richtung Verbleib in der EU machen können. In seinem Fall wisse die Bevölkerung, was auf sie zukommen werde. Die Brexit-Befürworter seien dagegen die Darstellung ihrer Vision bisher schuldig geblieben. Denn ein Loslösen von der EU würde viele Veränderungen nach sich ziehen, deren Auswirkungen nicht bis ins Detail vorhersehbar seien.
Aber nicht nur der Verlauf der Referendumsdebatte werde über den Ausgang der Abstimmung entscheiden, sondern auch die Höhe der Wahlbeteiligung. Aktuell werde das Brexit-Risiko auf eine Wahrscheinlichkeit von ca. 45% geschätzt, doch dieser Wert werde bei einer hohen Wahlbeteiligung eher tiefer liegen. Somit komme es auch darauf an, die Bevölkerung von der Abgabe ihrer Stimme zu überzeugen. Im Zweifelsfall würden davon eher die Brexit-Gegner Gebrauch machen.
Grundsätzlich sei zu dem Entgegenkommen, das Brüssel gegenüber Großbritannien gezeigt habe, zu sagen, dass es schon beschämend sei, wenn man ein Land mit finanziellen Anreizen zum Verbleib in einer Gemeinschaft bewegen müsse. Sicherlich sei in der EU vieles reformbedürftig, und wenn die Experten ehrlich seien, dann sei es auch mal Zeit geworden, dass sich jemand der Probleme angenommen habe. Nur sollten diese Zugeständnisse von allen Mitgliedern aufgegriffen werden und nicht nur einem Land zum Vorteil gereichen. Sollte das nicht eintreten, dann wäre ein neues Ungleichgewicht erzeugt, das wiederum nur mit Hilfe eines historisch vorbelasteten Partners zu stemmen wäre. Die anderen europäischen Wirtschaftsgroßmächte hätten genug mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen.
Ein deutlicher Beweis hierzu sei in der vergangenen Woche von Standard & Poor's mit dem Beibehalten des negativen Ausblicks für den Rettungsfonds EFSM erbracht worden. Hierbei hätten die wirtschaftlichen Probleme Frankreichs, dem zweitgrößten Garantiegeber des Europäischen Finanzstabilitätsmechanismus (EFSM), als Begründung gedient.
Das System kranke anscheinend an allen Ecken und Kanten und sei in der jetzigen Form nicht dauerhaft überlebensfähig. Infolge eines möglichen Brexit würden in einer ersten Reaktion sicherlich die restlichen EU-Staaten zusammenrücken und die Nähe zu Deutschland suchen. Allerdings könne nicht ausgeschlossen werden, dass lediglich monetäre Gründe dafür verantwortlich wären. Sollten aber insbesondere die in der Flüchtlingskrise zutage getretenen Differenzen die Szenerie beherrschen, dann würde sich der Brexit als Beginn des Auseinanderbrechens der EU erweisen. Doch Angst sei schon immer ein schlechter Ratgeber gewesen, und das sollten auch die europäischen Politiker endlich verinnerlicht haben. Wenn schlussendlich der "Liebesbeweis" eines Partners mittels finanzieller Unterstützung erkauft werden solle, dann sollte man sich daran erinnern, dass dieses Modell in jeder menschlichen Beziehung früher oder später zum Scheitern verurteilt sei.
Saudi-Arabien habe den Ölpreis auf Talfahrt geschickt. Nachdem Ölminister Ali Al-Naimi einen baldigen Rückgang der Fördermengen ausgeschlossen habe, seien die Kurse eingebrochen. Noch vor einer Woche hätten sich die Förderländer Russland, Saudi-Arabien, Venezuela und Katar darauf verständigt, die Produktion auf dem Niveau vom Januar einzufrieren.
Al-Naimi gehe nach eigenen Worten zwar davon aus, dass sich weitere Staaten dem Vorhaben anschließen würden. Aber sein Land, Saudi-Arabien, setze nicht auf Kürzungen, weil das Vertrauen fehle. Nach seinen Äußerungen sei der Preis für die Sorte Brent um mehr als 4% gefallen und habe auf die Aktienmärkte gedrückt.
Offenbar sei im Ringen um den Absatz von Erdöl jeder sich selbst der Nächste, worauf auch Äußerungen aus dem Iran hindeuten würden. Das wichtige Öl-Förderland wolle sich ebenfalls nicht an einer Begrenzung der Fördermenge beteiligen. Irans Ölminister Bijan Namdar Zangeneh habe das Einfrieren der Fördermenge als eine "unrealistische Forderung" tituliert.
Und so würden sich die Förderstaaten gegenseitig belauern, weil angesichts des Preisverfalls für Erdöl jeder eigentlich noch mehr als bisher würde fördern wollen. Doch bereits heute würden zwischen einer und zwei Millionen Barrel pro Tag mehr produziert als verbraucht. Zumindest teilweise dürften die Ölproduzenten die Malaise sich selbst zuzuschreiben haben, weil sie durch höhere Fördermengen mit der Fracking-Industrie einen unliebsamen Konkurrenten aus dem Markt hätten drängen wollen. Der Ölpreisverfall könnte die Budgets der Förderstaaten nun so stark unter Druck setzen, dass sie weniger Güter von den Industrieländern nachfragen und so auch zu einer weltweiten Konjunkturabkühlung beitragen würden. Aus diesem Grund würden die Börsen derzeit im Banne der Ölpreisentwicklung bleiben.
Indessen würden die niedrigen Ölpreise auch Banken in Bedrängnis bringen. So gelte die Rückzahlung eines Teils der an Ölfirmen vergebenen Kredite als unwahrscheinlich, weshalb die US-Großbank J.P. Morgan ihre Risikoreserven deutlich aufgestockt habe. 500 Mio. USD wolle das Institut im ersten Quartal 2016 zusätzlich zurücklegen. J.P. Morgan habe bereits Ende 2015 für faule Kredite in der Öl- und Gasbranche 815 Mio. USD zurückgelegt. Wie groß das Risiko der Branche sei, mache eine Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte klar, der zufolge annähernd fast einem Drittel der Ölfirmen in den USA die Insolvenz drohe.
Die Investoren hätten in den vergangenen Tagen einem breiten Angebot an neuen und als solide eingeschätzten Unternehmensanleihen gegenübergestanden. Vor allem bekannte und große Unternehmen hätten den Weg an den Primärmarkt gefunden. Dieser Umstand dürfte den Anlegern die Wahl der "richtigen" Geldanlage nicht einfach gemacht haben.
Die dritte im Bunde sei ein siebenjähriger Bond (ISIN XS1372838679 / WKN A18YCP) im Volumen von ebenfalls 1,25 Mrd. Euro. Die Anleger würden bis zur Fälligkeit am 25.08.2023 jährlich Zinsen in Höhe von 1,75% erhalten. Das Papier sei mit +148 bps über Mid Swap gepreist worden und folglich habe sich der Ausgabepreis auf 99,851% belaufen. Eine 10,5-jährige Anleihe (ISIN XS1372839214 / WKN A18YCQ) im Volumen von 1,75 Mrd. Euro und Laufzeitende am 25.08.2026 komplettiere das Quartett. Während der Laufzeit würden jährlich Zinsen in Höhe von 2,2% gezahlt. Der Ausgabepreis habe bei 99,01% gelegen, was einen Emissionsspread von +172 bps über Mid Swap bedeutet habe. Bei allen diesen Emissionen habe sich Vodafone für einer Mindestanlagesumme von 100.000 Euro entschieden.
Aber auch die Deutsche Bahn habe die Gunst der Stunde genutzt und eine zehnjährige Benchmark-Anleihe im Volumen 500 Mio. Euro am Primärmarkt aufgelegt. Das Unternehmen zahle dem Anleger einen jährlichen Kupon in Höhe von 0,75% bis zum Laufzeitende am 2.03.2026. Die Anleihe sei zu einem Kurs von 99,064% bzw. einem Spread von +28 bps über Mid Swap emittiert worden. Durch die gewählte Mindeststückelung von 1.000 Euro richte sich diese Anleihe auch an private Investoren.
Frisches Geld habe allerdings auch der Hersteller von Pharmazeutika Roche gebraucht und aus diesem Grunde sei eine siebenjährige Anleihe (ISIN XS1371715118 / WKN A18X7C) im Volumen von 650 Mio. Euro mit Laufzeitende am 27.02.2023 begeben worden. Der Investor erhalte einen jährlichen Zins von 0,5%. Der Reoffer habe bei 99,35% und somit mit +32 bps über Mid Swap gelegen. Der Bond besitze ein Kündigungsrecht zugunsten des Emittenten (Make-Whole-Option). Auch bei dieser Anleihe sei die "privatanleger-freundliche" Mindestanlagesumme von 1.000 Euro durch Roche gewählt worden.
In der vergangenen Woche hätten sich die Rentenhändler noch die Frage gestellt, ob denn nun endlich die lang erwartete Korrektur stattfinden würde. Inzwischen könnte man sagen: Nein, das sei nur ein Täuschungsmanöver gewesen und am gestrigen Tag sei mit 166% die nächste psychologische Marke gefallen.
Man nähere sich also mit großen Schritten der bisherigen "Bestmarke" bei der Rendite zehnjähriger deutscher Staatsanleihen. Diese sei am 17.04.2015 mit 0,049% erreicht worden und inzwischen habe man sich bis auf ca. 0,10 Prozentpunkte angenähert. Im Kurs der aktuellen Bundesanleihe würde dies noch einen Kursanstieg um etwas mehr als einen Prozentpunkt ausmachen. Es sei also noch Luft vorhanden, auch wenn zum Handelsschluss hin, dem Rentenbarometer Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) vorerst die Luft ausgegangen sei. Somit sei zumindest mit dem gestrigen Allzeithoch bei 166,25% wieder ein neuer Widerstand "geboren" worden. Nach unten seien Unterstützungslinien bei 165,50% (Hochs am 19. und 23.02.) sowie bei 163,72% (Hochs und Tiefs in den ersten Handelstagen des Februars) zu registrieren.
Aber die Frage der Fragen werde alle Rentenhändler auch in den kommenden Tagen beschäftigen. Sei es auch in Deutschland möglich, die Rendite im Zehn-Jahres-Bereich in den negativen Bereich zu drücken? Auszuschließend sei in diesen Zeiten nichts mehr.
In den USA wurden bzw. werden in dieser Handelswoche Geld- und Kapitalmarktpapiere für insgesamt 223 Mrd. US-Dollar zum Verkauf angeboten, so Klaus Stopp. Bei Laufzeiten zwischen vier Wochen und sieben Jahren sei sicherlich für jeden Interessenten die gewünschte Endfälligkeit darstellbar.
In Euroland hingegen seien trotz Endfälligkeiten von fast 50 Mrd. Euro lediglich Mittelaufnahmen von ca. 13 Mrd. Euro eingeplant. Mittels Aufstockungen von Altemissionen seien hierbei Belgien (ISIN BE0000337460 / WKN A18W1U/ 2026; ISIN BE0000335449 / WKN A1ZWX5/ 2031; ISIN BE0000320292 / WKN A1AWF4/ 2041), Deutschland (ISIN DE0001135481 / WKN 113548/ 2044) und Italien am Primärmarkt aktiv gewesen.
Die Aufstockung der lang laufenden Bundesanleihe (ISIN DE0001135481 / WKN 113548) sei am Mittwoch entsprechend dem Emissionskalender um 1 Mrd. Euro auf nun insgesamt 17 Mrd. Euro umgesetzt worden, obwohl ausgerechnet an diesem Tag bekannt gegeben worden sei, dass der Bundesfinanzminister einen Scheck über fast 3,2 Mrd. Euro erhalten werde. Diese Mittel würden aus dem Bundesbankgewinn für das Jahr 2015 stammen und würden sicherlich im neuen Haushalt Verwendung finden. Erwähnenswert im Zusammenhang mit dem Tender sei allerdings auch, dass die sonst sehr zögerliche Nachfrage für Gattungen mit einer solch langen Laufzeit, gestern nicht zum Tragen gekommen sei. Insgesamt seien Gebote für nominal 1,279 Mrd. Euro abgegeben worden und die Zuteilung sei bei einer Durchschnittsrendite von 0,77% erfolgt.
Spätestens seit vergangenem Sonntag drehe sich bei den Devisenhändlern sehr viel um das neue Dauerthema "Brexit". Der Ausgang des Referendums stehe zwar noch aus, aber die englischen CL-Mannschaften scheinen schon den Ernstfall, das diesjährige Ausscheiden aus der europäischen Fußball-Elite zu proben. Zumindest für ein Team werde das Weiterkommen nur in Verbindung mit einem Kraftakt möglich sein.
Somit habe "Brexit-bedingt" in dieser Handelswoche erwartungsgemäß ein Währungspaar besonders im Fokus der Devisenhändler gestanden. Gegenüber dem US-Dollar habe das Britische Pfund dramatisch an Wert verloren und mit 1,3876 USD ein Sieben-Jahres-Tief markiert. Ähnlich habe sich das Pfund Sterling gegenüber der europäischen Gemeinschaftswährung entwickelt und notiere aktuell mit 0,7924 GBP so schwach wie seit über 13 Monaten nicht mehr.
Doch Privatanleger hätten ihre Blicke nicht nur nach England gerichtet, sondern hätten auch weiterhin den US-Dollar im Visier. Infolge der europäischen "Chaostage" und die Zuspitzung diverser politischer Entscheidungen habe der Greenback erstarkt und handle gegenüber dem Euro aktuell bei 1,1030 USD.
Weitere Handelsaktivitäten hätten darüber hinaus insbesondere in Fremdwährungsanleihen auf Australischen Dollar, Brasilianische Real und Russische Rubel registriert werden können.
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