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Zurückhaltung vor wichtigen Zinsentscheiden


17.06.19 13:15
XTB

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In dieser Woche dreht sich alles um die Geldpolitik, da zahlreiche Zentralbanken (u.a. FED, Bank of Japan (BoJ) und Bank of England (BoE)) ein Update liefern, so die Experten von XTB.

Die Wall Street habe am Freitag mit leichten Verlusten geschlossen, sodass das technische Bild auf eine klare Wartehaltung der Anleger hindeute. Der marktbreite S&P 500 habe ausschließlich von seiner höheren Eröffnung zu Beginn der vergangenen Woche profitiert und die Futures würden im heutigen frühen Handel mit 2.895 Punkten weiterhin auf ähnlich hohem Niveau notieren. Auch die heutige Asien-Sitzung sei insgesamt gemischt gewesen, wobei chinesische Aktien flach gehandelt würden.

Die soliden US-Daten zum Einzelhandel am Freitag hätten nicht sonderlich helfen können. Eine verbesserte Datenlage könnte sogar mehr Zweifeln an einer dovischen FED aufkommen lassen. In den letzten Wochen seien am Geldmarkt einige Erwartungen an Zinssenkungen bis zum Ende des Jahres aufgebaut worden, sodass ein gewisser Teil bereits von den Marktteilnehmern eingepreist sein dürfte. Aus diesem Grund würden sich die Anleger am Mittwoch mehr Hinweise auf den geldpolitischen Kurs der US-Notenbank erhoffen. Andererseits verpasse der anhaltende Handelsstreit zwischen den USA und China sowie die Spannungen im Nahen Osten der Risikobereitschaft einen Dämpfer. US-Handelsminister Wilbur Ross habe bekräftigt, dass ein Handelsabkommen bei einem möglichen Trump-Xi-Treffen beim G20-Gipfel in Japan Ende des Monats unwahrscheinlich sei.

Am Devisenmarkt sei die erneute Abwärtsbewegung des EUR/USD hervorzuheben. Das Paar habe zum ersten Mal seit Januar einen Test der 200-Tage-Linie (EMA) vorgenommen, sei jedoch vergangene Woche an einem Ausbruch gescheitert. Der Mittwoch habe eine Umkehrkerze mit sich gebracht und auch die steile Trendlinie ausgehend vom Tief von Ende Mai sei kurze Zeit später gebrochen worden. Die übergeordnete Abwärtstrendstruktur bleibe intakt, wobei sich am Freitag der Rückgang beschleunigt habe und der EUR/USD die Woche nur leicht oberhalb der 1,12er Marke geschlossen habe. Der EUR habe nur kurzzeitig von einer weniger dovischen Kommunikation der EZB profitieren können. Die heute im portugiesischen Sintra stattfindende Notenbankkonferenz mit EZB-Präsident Mario Draghi könnte jedoch den EUR-Markt bewegen. Eine Vorbereitung der FED auf eine potenzielle Zinssenkung im Juli könnte wiederum mit einem EUR/USD-Anstieg verbunden sein.

Die DE30-Bären hätten in der vergangenen Woche ihr Glück versucht, nachdem die steile Aufwärtsbewegung seit Anfang Juni nicht habe fortgesetzt werden können. Allerdings seien diese seit Mittwoch mehrmals an einer Unterstützung um die 12.060 Punkte gescheitert. Dieser technische Bereich scheine sich zu festigen und könnte den Bullen kurzfristig Halt bieten. Nach der europäischen Eröffnung zu Beginn der neuen Handelswoche habe der deutsche Leitindex einen Rücksetzer erlebt, sodass ein Test der genannten Unterstützungszone recht wahrscheinlich erscheine. Dort wäre mit mehr Druck der Verkäufer zu rechnen.

Bitte beachten Sie auch Informationen zur Offenlegungspflicht bei Interessenskonflikten im Sinne der Richtlinie 2014/57/EU und entsprechender Verordnungen der EU unter folgendem Link. (17.06.2019/alc/a/a)