Zollpolitik als Inflationsrisiko: Was erwarten die US-Konsumenten?


11.04.25 08:37
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Zustimmungswerte für den Präsidenten bröckeln in den USA allmählich (Stand Mittwoch) und die Entwicklungen der letzten Tage dürften Einige mit wachsender Besorgnis zur Kenntnis genommen haben, so die Analysten der Helaba.

Angesichts dessen könnte den heutigen Umfragewerten zur Verbraucherstimmung (Michigan Sentiment) eine große Bedeutung zukommen. Es würden zwei unterschiedliche Effekte wirken. Zum einen würden sich die US-Amerikaner bei sinkenden Benzinpreisen zumeist in guter Laune zeigen, schließlich verbessere sich die Kaufkraft, auch die Kerninflation habenachgelassen. Dagegen seien die seit Mitte Februar bereits und zuletzt beschleunigt sinkenden Aktienkurse ein Stimmungskiller. Insofern sollte ein erneuter Rückgang des Michigan Sentiments nicht ausgeschlossen werden.

Andere Umfragen unter den Verbrauchern wie die IP-SOS- und die TIPP-Erhebungen hätten im April bereits rückläufige Werte mit sich gebracht. Mit den Märzdaten hätten sich die Unterbefragungen zu den Inflationserwartungen deutlich erhöht. Fraglich sei, ob sich dies im laufenden Monat zurückgebildet habe, zumal die Zollpolitik mit ihren potenziellen Risiken für die Preisniveaustabilität fast den gesamten öffentlichen Diskurs dominiert haben dürfte. Die Ergebnisse zu den neuen Inflationserwartungen der US-Bürger würden daher wohl ebenso mit Spannung erwartet.

Da die US-Verbraucherpreise gestern schon veröffentlicht worden seien, würden die US-Erzeugerpreise des Monats März dagegen kaum für Bewegung bei Inflations- und Zinserwartungen sorgen. Abseitig der Datenveröffentlichungen würden die Pressemitteilungen und Social-Media-Posts des US-Präsidenten ein Quell der Unsicherheit bleiben und vor dem Wochenende könnten sich Investoren wieder etwas vorsichtiger zeigen, um nicht am Montag auf dem falschen Fuß erwischt zu werden. (11.04.2025/alc/a/a)