Erweiterte Funktionen

Zinssenkungen passen nicht ins Konzept


22.04.24 15:02
DekaBank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Langsam ziehen Wolken über den Aktienmärkten auf, so die Analysten der DekaBank.

Obwohl die Unternehmen für das abgelaufene Quartal weiterhin gute Geschäftsergebnisse berichten würden, sei dies erst einmal kein weiterer Treibstoff für die Unternehmenswerte. Ein Grund könnte sein, dass die steigenden Gewinne in den starken Kursanstiegen der ver gangenen Monate bereits vorweggenommen wurden. Dazu kämen die geopolitischen Spannungen - insbesondere im Nahostkonflikt. Der Rohölpreis habe sich in den vergangenen Wochen spürbar erhöht, teilweise als Reaktion auf die geo politischen Unsicherheiten, teilweise aber auch als Reaktion auf eine zunehmende Nachfrage durch die anziehende Weltkonjunktur. Dies werde dazu führen, dass eine weitere Beruhigung bei den Inflationsraten in den kommenden Wochen zunehmend unwahrscheinlicher werde. Auch die Preisberuhigung bei Industriegütern, die durch die vollständige Wiederherstellung der internationalen Lieferketten zustande gekommen sei, neige sich ihrem Ende.

Zwar steige die Inflation aus Verbrauchersicht im weiteren Jahresverlauf nicht nennenswert an, doch die Notenbanken müssten dafür sorgen, dass sich die Inflationsrate weiter auf den Zielwert von 2% zurückbilde. Da würden Zinssenkungen nicht ins Konzept passen. Am stärksten dämmere dies der US-amerikanischen Notenbank. Hier hätten auch die ansonsten optimistischen Finanzmärkte ihre Zinssenkungserwartungen zurzeit auf nur noch zwei Schritte in diesem Jahr zurückgeschraubt. Anders sehe dies die Europäische Zentralbank. Sie werde wohl im Juni den ersten Abwärtsschritt wagen, die Zinsen aber auch nur sehr behutsam nach unten führen können.

In dieser Woche stünden neben Stimmungsindikatoren vor allem US-Preiszahlen sowie die Unternehmensberichtssaison in den USA und in Europa im Fokus der Märkte. (22.04.2024/alc/a/a)