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Zinsmärkte erleben einen nervösen Sommer
15.08.24 08:30
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - Die Daten zur HVPI-Inflationsentwicklung im August werden in zwei Wochen im Mittelpunkt des Interesses in der Eurozone stehen, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.
Die Analysten würden davon ausgehen, dass die Schnellschätzung eine gewisse Entspannung bei der Gesamtinflation und keine Bewegung bei der Kerninflation erkennen lassen sollte. Die Gesamtinflation dürfte sich auf 2,3% im Jahresvergleich abschwächen (gegenüber 2,6% im Juli), während die Kerninflation bei 2,9% im Jahresvergleich verharren sollte, was hauptsächlich auf die Hartnäckigkeit der Dienstleistungsinflation zurückzuführen sei.
Der Rückgang der Gesamtinflation werde fast ausschließlich auf einen Basiseffekt bei der Energiekomponente zurückzuführen sein: Im August 2023 sei die Energiepreisinflation im Monatsvergleich um 3,3% angestiegen, und dieser Effekt habe sich bis Juli 2024 auf die Jahreswachstumsraten ausgewirkt. Im August 2024 verflüchtige sich dieser Umstand, und die Energieinflation dürfte im Jahresvergleich negativ werden. Ein ähnlicher Effekt mit einem etwas geringeren Ausmaß sollte auch im September eintreten. Da die Lebensmittelpreise und die Kerninflation hingegen wahrscheinlich stabil bleiben würden, werde der genannte Basiseffekt bei den Energiepreisen wohl der Haupttreiber der Inflation im August sein.
Die Zinsmärkte würden einen nervösen Sommer erleben. Zwar sei die Volatilität in den letzten Tagen zurückgegangen, und das allzu "dovishe" FED-Pricing habe sich etwas normalisiert, aber die Marktteilnehmer würden immer noch sehr genau nach Hinweisen darauf suchen, in welche Richtung sich die US-Wirtschaft entwickele. Die Verbraucherpreisinflation für Juli sei ein offensichtlicher Verdächtiger gewesen. Mit einem Wachstum von 0,2% auf Monatsbasis seien die Preise der Kerninflation etwas stärker als im Juni gestiegen, seien aber im Einklang mit den Vorquartalen gewesen. Die Kerngüter seien erneut disinflationär gewesen, während die Wohnkosten unter den Kerndienstleistungen einen Anstieg verzeichnet hätten.
Die Juli-Inflationsdaten stünden dem Beginn des Zinssenkungszyklus der FED im September nicht im Wege, würden aber auch nicht danach schreien, die Zinsen gleich um 50 Basispunkte zu senken. Wie die Zentralbanker die aktuellen Entwicklungen einschätzen würden, werde sich nächste Woche zeigen. Das Highlight werde das geldpolitische Symposium der FED in Jackson Hole liefern, mit der traditionellen Eröffnungsrede des FED-Vorsitzenden Powell am Freitag. Davor würden FED und EZB bereits die Protokolle zu den geldpolitischen Sitzungen im Juli veröffentlichen.
Da im Offenmarktausschuss der FED im Juli sogar eine Zinssenkung diskutiert worden sei, dürften das FED-Protokolle einige Aufschlüsse liefern. Von besonderem Interesse seien auch die Einschätzungen des Gremiums zu Zustand und Aussichten des Arbeitsmarktes. Die negative Überraschung am Arbeitsmarkt sei jedoch erst nach der FED-Sitzung gekommen, weshalb man die Kommentare mit Vorsicht genießen müsse. (Ausgabe vom 14.08.2024) (15.08.2024/alc/a/a)
Die Analysten würden davon ausgehen, dass die Schnellschätzung eine gewisse Entspannung bei der Gesamtinflation und keine Bewegung bei der Kerninflation erkennen lassen sollte. Die Gesamtinflation dürfte sich auf 2,3% im Jahresvergleich abschwächen (gegenüber 2,6% im Juli), während die Kerninflation bei 2,9% im Jahresvergleich verharren sollte, was hauptsächlich auf die Hartnäckigkeit der Dienstleistungsinflation zurückzuführen sei.
Die Zinsmärkte würden einen nervösen Sommer erleben. Zwar sei die Volatilität in den letzten Tagen zurückgegangen, und das allzu "dovishe" FED-Pricing habe sich etwas normalisiert, aber die Marktteilnehmer würden immer noch sehr genau nach Hinweisen darauf suchen, in welche Richtung sich die US-Wirtschaft entwickele. Die Verbraucherpreisinflation für Juli sei ein offensichtlicher Verdächtiger gewesen. Mit einem Wachstum von 0,2% auf Monatsbasis seien die Preise der Kerninflation etwas stärker als im Juni gestiegen, seien aber im Einklang mit den Vorquartalen gewesen. Die Kerngüter seien erneut disinflationär gewesen, während die Wohnkosten unter den Kerndienstleistungen einen Anstieg verzeichnet hätten.
Die Juli-Inflationsdaten stünden dem Beginn des Zinssenkungszyklus der FED im September nicht im Wege, würden aber auch nicht danach schreien, die Zinsen gleich um 50 Basispunkte zu senken. Wie die Zentralbanker die aktuellen Entwicklungen einschätzen würden, werde sich nächste Woche zeigen. Das Highlight werde das geldpolitische Symposium der FED in Jackson Hole liefern, mit der traditionellen Eröffnungsrede des FED-Vorsitzenden Powell am Freitag. Davor würden FED und EZB bereits die Protokolle zu den geldpolitischen Sitzungen im Juli veröffentlichen.
Da im Offenmarktausschuss der FED im Juli sogar eine Zinssenkung diskutiert worden sei, dürften das FED-Protokolle einige Aufschlüsse liefern. Von besonderem Interesse seien auch die Einschätzungen des Gremiums zu Zustand und Aussichten des Arbeitsmarktes. Die negative Überraschung am Arbeitsmarkt sei jedoch erst nach der FED-Sitzung gekommen, weshalb man die Kommentare mit Vorsicht genießen müsse. (Ausgabe vom 14.08.2024) (15.08.2024/alc/a/a)


