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Zinserwartungen nur leicht gestiegen


28.08.25 08:30
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Zinserwartungen sind jüngst nur leicht gestiegen, so die Analysten der Helaba.

In den USA werde einer Senkung des US-Leitzinsbandes um 25 Basispunkten im September eine Wahrscheinlichkeit von etwa 88% beigemessen. Mit Blick auf die Europäische Zentralbank werde dagegen weder im September noch im Oktober mit einer geldpolitischen Lockerung gerechnet. In diesem Zusammenhang sei auf das heute anstehende Protokoll der letzten EZB-Ratssitzung hingewiesen, das wohl eher auf die abwartende Haltung der Zentralbanker hinweisen dürfte. Zudem gebe es heute das EWU-Geldmengenwachstum des Monats Juli. Dieses habe sich vom Tiefpunkt bei -1,3% gg. Vj. im August 2023 bis auf +4,0% im Februar dieses Jahres erholt. Seit dieser Zeit konsolidiere die Jahresrate knapp darunter. Der Juliwert werde wieder leicht steigend erwartet, letztlich würden sich von den Zahlen aber weder überschwängliche Konjunkturhoffnungen noch monetäre Inflationsgefahren ableiten lassen. Vor diesem Hintergrund dürften die Zinserwartungen davon wohl kaum beeinflusst werden.

Auf Interesse würden heute auch die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA stoßen, die in der Vorwoche stärker als erwartet auf 235 Tsd. angestiegen seien. Sei dies nur vorübergehend gewesen oder handele es sich um einen neuen Trend? Bei einem weiteren Anstieg der Erstanträge könnten Sorgen vor einer Abschwächung am Arbeitsmarkt wieder größer werden und zu einer Forcierung der Zinssenkungserwartungen beitragen. Laut US-Präsident Trump werde es aber nicht dazu kommen. Im Gegenteil: Er habe vorausgesagt, dass die kommenden Arbeitsmarktzahlen "durch die Decke gehen". Man dürfe gespannt sein. Letztlich würden der Arbeitsmarktbericht und die Inflationszahlen entscheidend sein, ob die FED die Zinsen im September senken werde oder nicht. (28.08.2025/alc/a/a)