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Zinsen im Fokus: Märkte rechnen fest mit Lockerung durch die EZB


04.04.25 08:45
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Die Erzeugerpreise im Euro-Raum sind im Februar mit +0,2% zwar etwas langsamer gestiegen als noch im Januar (+0,7%), Volkswirte hatten im Konsens aber lediglich mit einem Anstieg um 0,1% gerechnet, so die Analysten der NORD/LB in ihrer aktuellen Ausgabe von "NORD/LB am Morgen".

Während die Preise für Energie und Investitionsgüter jeweils m/m um 0,2% zugelegt hätten, habe sich bei Vorleistungsgütern ein Anstieg um 0,4% ergeben. Die Erzeugerpreise würden ab Werk bzw. vor Weiterverarbeitung und als Frühindikator für die Verbraucherpreise gelten.

Die Zahl der US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sei in der vergangenen Woche überraschend auf 219.000 gesunken. Experten hätten im Schnitt mit 225.000 gerechnet. Die Zahl der Vorwoche sei auf 225.000 aufwärts revidiert worden.

Das US-Leistungsbilanzdefizit sei im Februar auf USD 122,7 Mrd. gesunken, nachdem es im Januar bei USD 130,7 Mrd. gelegen habe. Während sich bei Waren im Februar ein Defizit von USD 146,99 Mrd. eingestellt habe, habe sich bei Dienstleistungen ein Plus von USD 24,33 Mrd. ergeben.

Tagesausblick: Ein besonderes Augenmerk werde heute auf der Veröffentlichung der aktuellen Auftragseingänge für die Industrie in Deutschland liegen, die sich im Monatsvergleich leicht erhöht haben dürften. Darüber hinaus werde der Bericht zum US-Arbeitsmarkt für den März erwartet. Darunter dürfte die Veröffentlichung der neugeschaffenen Stellen ex Agrar besonders interessant für die aktuelle Zinspolitik sein. Zum Abschluss der Woche spreche Powell für die FED in Arlington.

Nach den US-Zollankündigungen, die an den Kapitalmärkten erst gestern hätten verarbeitet werden können, hätten die Spekulationen über weitere Zinssenkungen der Notenbanken Fahrt aufgenommen. Die Wahrscheinlichkeit einer EZB-Zinssenkung um 25 Basispunkte auf 2,25% beim Einlagensatz bei der Zinssitzung in zwei Wochen sei gestern Vormittag auf rund 90% taxiert worden.

Die Kurse von Staatsanleihen hätten kräftig zugelegt. Die Erwartung einer wirtschaftlichen Abschwächung und eines Handelskrieges habe Save Haven Assets begünstigt. (04.04.2025/alc/a/a)